"Volle Stadien sind derzeit nicht zu verantworten"

Drohen sogar Geisterspiele? Neue Corona-Beschränkungen für Fußball-Fans

Volle Stadien sind erst einmal wieder Geschichte - Archivfoto: KN


Mittwoch, 01.12.2021
von FELIX HAGEMANN

WIESBADEN - Ein halbes Jahr nachdem die Fans zurück in die Bundesliga-Stadien durften, müssen sie vielerorts nun schon wieder draußen bleiben. Denn nach der gestrigen Bund-Länder-Konferenz drohen der Bundesliga erneut starke Zuschauerbeschränkungen. Davon betroffen sind auch die hessischen Proficlubs.

So dürfen bei Eintracht Frankfurt ab dem nächsten Heimspiel am 12. Dezember gegen Bayer Leverkusen nur noch 15.000 statt wie bisher 40.000 Zuschauer ins Stadion. "Volle Stadien sind derzeit nicht zu verantworten", betonte Ministerpräsident Volker Bouffier am Dienstag. Deshalb werden die maximalen Besucherzahlen bei Großveranstaltungen stark reduziert - beim Fußball auf ein Viertel der Kapazität, wenn das Stadion mehr als 3.000 Zuschauer fasst.

Damit kommen die hessischen Fußballfans aber noch vergleichsweise gut weg. In anderen Bundesländern sind Geisterspiele schon längst beschlossene Sache. In Sachsen müssen Zuschauer schon seit einer Woche draußen bleiben. Bundesligist RB Leipzig spielte am Wochenende schon vor leeren Rängen. Jetzt hat auch Bayern angekündigt, Zuschauer in den nächsten Wochen auszusperren. Ähnlich die Lage in Baden-Württemberg. Dort sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) man werde "ziemlich sicher" regeln, dass Spiele nur noch ohne Publikum stattfinden dürfen.

Söder fordert bundesweit Geisterspiele 

Es scheint aber auch nicht ausgeschlossen, dass bald alle Fans die Spieler ihrer Lieblingsmannschaft wieder zuhause auf dem Sofa verfolgen müssen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder forderte bereits deutschlandweite Geisterspiele. "Bis Jahresende sollte man ohne Zuschauer auf jeden Fall bei den Profi-Ligen auskommen. Wir versuchen, das deutschlandweit umzusetzen, wir würden aber in Bayern da an der Stelle auch einen Alleingang machen", sagte er.

 Ob er sich mit seiner Forderung durchsetzen kann, wird sich wohl bereits am Donnerstag entscheiden. Dann treffen sich Noch-Kanzlerin Angela Merkel, Bald-Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsidenten der Länder zum nächsten Corona-Gipfel. (fh)+++

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