Projekt geht weiter

Aufklärung von benachteiligten Jugendlichen: Lehrlings-Scout ist ein Erfolgsprojekt

Kreisbeigeordnete Susanne Simmler im Gespräch mit Klaus Zeller (links), Geschäftsführer der Kreis-Handwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern, Lehrlings-Scout Heiko Schreiber (Mitte links) und Anuschka Petersen, Kommunales Center für Arbeit (rechts) - Foto: Kreispressestelle


Mittwoch, 22.12.2021

MAIN-KINZIG-KREIS - „Scout“ – so nennt die englische Armee ihre Fernspäher und Aufklärer. Deren Aufgabe ist es, sich ein Lagebild zu verschaffen und in der Folge andere über die gewonnenen Erkenntnisse zu informieren. Insofern läuft das Projekt „Lehrlings-Scout“ unter einem sehr passenden Namen, denn „es geht hier um Aufklärung im mehrfachen Wortsinn“, so die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler: „Wir klären benachteiligte Jugendliche am Übergang von Schule zu Beruf auf und beraten sie über ihre Perspektiven und Optionen im Handwerk. Wir klären wiederum uns über die Situation auf dem regionalen Ausbildungsmarkt auf. Und wir klären kleine und mittelständische Handwerksbetriebe über die langfristigen Chancen und vielfältigen Förderoptionen auf, wenn sich diese dazu entschließen auszubilden.“

Lehrlings-Scout finanzierte sich bisher aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie des Europäischen Sozialfonds. Federführender Koordinator ist bereits seit drei Jahren die Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern. „Wir konzentrieren uns bei diesem Projekt vorrangig auf die jungen Menschen, die es aufgrund von Sprachdefiziten, sozialer Benachteiligung oder anderer Beeinträchtigungen schwer haben, auf dem regulären Ausbildungsmarkt Fuß zu fassen“, erläutert Klaus Zeller, Geschäftsführer der Kreis-Handwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern: „Gleichzeitig wollen wir die Unternehmen, die mit am stärksten unter Fachkräftemangel leiden, dazu animieren, ihr Problem durch Ausbildung selbst zu lösen.“ Ein Erfolgsfaktor ist die enge Verzahnung mit zahlreichen lokalen Partnern und Akteuren, wie dem Kommunalen Center für Arbeit (KCA), der Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern oder der Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA). Im Hintergrund steht das maßgebliches Netzwerk OloV (landesweite Strategie für die Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule – Beruf).

Gerade die langanhaltende Corona-Pandemie habe es vielen Schulabsolventinnen und –absolventen enorm erschwert, sich zu orientieren. „Beliebte und bewährte Angebote wie die Ausbildungsmessen konnten nicht in Präsenz stattfinden“, berichtet Susanne Simmler. „Unterrichtsausfälle, Lockdown und eine Wirtschaftskrise, die Ausbildungsbetriebe leider zur Zurückhaltung treibt, verschärfen die Situation zusätzlich“, ergänzt Klaus Zeller. In solchen Zeiten sei ein Angebot wie Lehrlings-Scout unverzichtbar, um Brücken zu bauen, sind sich beide einig. „Unsere Beratung hat sich an vielen Stellen zwangsläufig in den virtuellen Raum verlagert“, so die Erste Kreisbeigeordnete. Das habe die persönliche Intensität und inhaltliche Qualität aber nicht gemindert.

Da das gegenwärtige Projekt zum Jahresende ausläuft, haben sich die Beteiligten erfolgreich um eine Förderung von weiteren 36 Monaten über das Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget des Hessischen Ministerium für Soziales und Integration bemüht. Das neue Format trägt den Titel „Lehrlings-Scout plus“ und stellt noch stärker als bisher die jungen Erwachsenen in den Fokus der Beratung. „Wir konnten unseren sehr kompetenten und erfahrenen Kollegen Heiko Schreiber für die weitere hauptamtliche Tätigkeit bei Lehrlings-Scout plus gewinnen“, freut sich Klaus Zeller.

Die Beratungsstelle für Jugendliche befindet in der Brentanostraße in Gelnhausen sowie – nach Vereinbarung – in den Räumlichkeiten der Kreishandwerkerschaft in Schlüchtern. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Interessierte unter www.kh-gelnhausen.de. (pm)

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