Kolumne bei KINZIG.NEWS

Weihnachtsgedanken von Pfarrer Andreas Weber: Sehnsucht nach Daheim

Dechant Andreas Weber - Foto: Katholische Kirchengemeinde St. Elisabeth


Samstag, 25.12.2021
von ANDREAS WEBER

HANAU - Wer längere Zeit in der Fremde gelebt hat, weiß was Heimat ist. Wer eine Heimat hat, hat ein Zuhause, einen Ort, an dem er sich wohl und geborgen fühlt, wo das Herz ist, wo man sich kennt und schätzt und wo man sehnsüchtig erwartet wird.

In allen Kulturkreisen gibt es Festtage, an denen der Mensch daheim bei seinen Lieben sein will. In unseren Breiten ist es das Weihnachtsfest, das diese Sehnsucht nach Daheim stillt, wenn man mit der Familie zusammen kommt. Auch wenn manche heute das Fest weit weg verbringen, im Urlaub an schönen Stränden, in großen Metropolen, in den Bergen zum Wintersport...

Für viele gilt auch hier der Satz: "Weihnachten ist es am Schönsten daheim..."

Kinder die längst aus dem Haus sind, kommen zu den Eltern, Geschwister begegnen sich wieder, Treffen mit Freunden finden endlich statt. Menschen in Pflegeheimen erhalten Besuche, in der Pfarrei werden die Hauskranken besucht, zu Strafgefangenen werden Geschenke gebracht, in Haftanstalten Lieder gesungen, Obdachlose und Alleinstehende werden zu Treffen eingeladen.

Da schlagen die Herzen höher, werden warm bei der Weihnachtsfeier, der Bescherung, dem Krippenspiel und der Christmette.

In einem alten Schlager heißt es etwas nostalgisch:

„Weihnachten, Weihnachten bin ich Zuhaus',
wenn auch nur im Traum.
Weihnachten, Weihnachten steh' ich bei Mutter Zuhaus'
unter dem Tannenbaum.
Ich hör' die Glocken der Heimat,
seh' zwei Menschen,
die mir ihre Liebe geschenkt.
Sie sind leider nicht hier.
Doch die Tränen von mir
sagen heute: "Habt Dank dafür!"


Diese Sehnsucht nach Daheim ist nicht vom Menschen gemacht. Sie ist angeboren. Weihnachten will diese Sehnsucht erfüllen. Gott gibt eine Antwort darauf. Ein Gott mit uns - Der Immanuel, wie die Bibel ihn nennt.

In einem Weihnachtslied singen wir „Nun sei uns willkommen, Herre Christ“. Der Gottessohn Jesus selbst wird in eine raue, abweisende Wirklichkeit geboren. Heimat erfährt auch er in seiner Familie. Von der Umgebung abgelehnt, findet er mit Josef und Maria Aufnahme in der Krippe – bei den Tieren - Ochs, Esel und Schafe lassen Jesus dieses Willkommen spüren.

Eigentlich eine sonderbare und denkwürdige Willkommenskultur. Vielleicht stillt Jesus Christus gerade dadurch unser Heimweh. Im Glauben an ihn kann jeder von uns Heimat und Geborgenheit finden, im Gebet und Gottesdienst kann auch die Pfarrgemeinde zur Familie werden – gerade auch jenen, denen äußerlich Heimat verwehrt bleibt.

Dieses Gefühl von Heimat in der Begegnung mit dem neugeborenen Gottessohn und Frohe Weihnachten wünscht...

... Pfarrer Andreas Weber, Dechant

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