Hunde und Katzen als Überträger?

Hautdiphterie im Kreis nachgewiesen: "Bitte Impfstatus überprüfen"

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes empfiehlt die Diphtherie-Impfung als Standardimpfung für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene. - Symboldbild: Pixabay


Freitag, 28.01.2022

MAIN-KINZIG-KREIS - Neben Corona peinigt nun noch eine andere Infektionskrankheit den Main-Kinzig-Kreis: Wie das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr mitteilt, sei kürzlich bei einer ungeimpften Person eine Hautdiphtherie festgestellt worden, "die höchstwahrscheinlich durch den Hund der Familie übertragen wurde".

Die Diagnose sei anhand eines Abstriches einer nichtverheilenden Wunde der erkrankten Person nachgewiesen worden. Der Hund sei ebenfalls positiv auf den Erreger getestet worden.

Diphtherie ist eine akute ansteckende Infektionskrankheit, die insbesondere im Kindesalter auftritt. Sie wird durch Bakterien verursacht, die weltweit verbreitet sind. Etwa ein bis fünf Tage nach einer Infektion der Atemwege bilden sich fest haftende Beläge in Nase, Rachen und/oder in der Luftröhre. Diese Membranen können die Atemwege komplett verschließen, so dass die Patienten ersticken. Das Gift des Diphtherie-Bakteriums verursacht Organschäden, beispielsweise Herzversagen oder Nerven-Lähmungen.

Schäden bleiben lebenslang bestehen


Einmal eingetretene Schäden können nicht mehr rückgängig gemacht werden, sie bleiben lebenslang bestehen. Deshalb muss bei Krankheitsverdacht sofort mit Antiserum und Antibiotikum behandelt werden. Auch heute noch sterben trotz Intensivmedizin fünf bis zehn Prozent der Erkrankten.

Aber auch vermehrt Hunde und Katzen wurden als Überträger identifiziert. - Symboldbild: Pixabay

Aber auch vermehrt Hunde und Katzen wurden als Überträger identifiziert. - Symboldbild: Pixabay

Als tierische Überträger konnten in der Vergangenheit überwiegend Wildschweine, Zooratten, Füchse, Bieber und Affen identifiziert werden. Eine belgische Studie, an der auch das hessische Landeslabor beteiligt war, belegte kürzlich, dass sich auch wildlebende Igel mit Diphtherie-Erregern infizieren können und somit zum Überträger dieser Krankheit werden. Aber auch vermehrt Hunde und Katzen wurden als Überträger identifiziert.

„Die Tiere müssen aber nicht zwingend selbst erkrankt sein. Dadurch werden leider nicht alle Erkrankungen erkannt“, erklärt Christoph Höhn, kommissarischer Leiter des Sachgebietes Hygiene und Umweltmedizin des Amtes für Gesundheit und Gefahrenabwehr. "Sicher ist jedoch, dass die Hautdiphtherie in Deutschland vermehrt auftritt und die Übertragung höchstwahrscheinlich in vielen Fällen durch Haustiere erfolgt."

Die derzeit wirksamste Prophylaxe, um sich gegen die  Diphtherie zu schützen, biete die Schutzimpfung gegen diese Erkrankung. Sie verhindere weitgehend die Erkrankung und insbesondere schwerwiegende Krankheitsverläufe. „Bitte überprüfen Sie, ob Sie noch genügend Schutzwirkung gegenüber der Diphtherieerkrankung aufweisen“, rät Christoph Höhn abschließend. (pm/sh)

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