Top-Virologin Ciesek

Corona-Einschätzung von den Wuhan-Flügen bis zu Omikron

Virologin Professor Dr. Sandra Ciesek bei einem Vortag in Gelnhausen 2020 - Archivbild: Carina Jirsch


Samstag, 29.01.2022
von MORITZ PAPPERT

WIESBADEN - Vor zwei Jahren, am 31. Januar 2020 kommt ein Flieger am Frankfurter Flughafen an. An Bord: Passagiere aus dem Chinesischen Wuhan. Es waren damals die ersten Corona-Infizierten in Deutschland. Seit dem ist nichts mehr, wie es vorher war. In einem Hintergrundgespräch am Freitag blickten Gesundheitsminister Kai Klose und die Virologin Prof. Dr. Sandra Ciesek zurück auf die letzten zwei Jahre. Aber auch nach vorne.

"Ich bin überrascht, dass das ganze erst vor zwei Jahren war. Mir kommt alles viel länger vor. Für uns als Ärzte und Virologen war gerade der Anfang der Pandemie spannend. Teilweise kannte ich die ersten Infizierten mit Namen, weil keiner genau wusste, welche Symptome das Coronavirus hervorruft", sagt Ciesek.

Überrascht sei man auch von den Mutationen gewesen. "Dass das so schnell geht, damit hätte kein Virologe rechnen können", sagt die Virologin aus Frankfurt. Die aktuelle Mutation Omikron habe noch einmal viel verändert. "Viele sind jetzt positiv, trotz Impfung. Dennoch schützt die Impfung vor schweren Verläufen."

Wann kommt die Endemie?

Zum Thema Endemie, dass derzeit viel in den Medien besprochen wird, kann Ciesek aber wenig Hoffnung machen. "Es kann keiner so genau sagen, wo die Reise hingeht. Sicher ist aber, dass wir uns noch eine ganze Weile mit der Pandemie auseinandersetzen müssen."

Gesundheitsminister Kai Klose - Foto: Archiv

Gesundheitsminister Kai Klose - Foto: Archiv

Gerade Omikron stellt die Wissenschaft vor eine große Herausforderung. "Wir wissen derzeit nicht genau, was nach Omikron passiert. Also wie lange die Antikörper halten oder wie man nach einer Infektion mit der Omikron-Variante geschützt ist. Aber genau das ist wichtig, für eine Frage nach der Endemie." Sie denkt, dass man über eine Endemie erst sprechen kann, wenn alle Kontakt hatten mit dem Virus. Sei es durch eine Impfung oder eine Infektion.

Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) plädierte im Hintergrundgespräch nochmals für eine allgemeine Impfpflicht ab 18 Jahren. "Das halte ich für notwendig, dass wir in eine Situation kommen, die uns schützt, schwer zu erkranken." Man müsse damit rechnen, dass es zu weiteren Varianten komme.

"Maske hat Einfluss auf Krankheitsschwere"

Eine vierte Impfung hingen hält Virologin Ciesek aktuell nicht notwendig für alle. "Das ändert sich aber, wenn wir im Herbst in eine vierte Welle kämen. Dann ist es sinnvoll, sich mit einem neuen Update des Impfstoffes impfen zu lassen." Eine Massenimpfung würde für Omikron aber jetzt keinen Unterschied mehr machen. 

Großbritannien und Dänemark vermeldeten vor einigen Tagen, dass sie die Maskenpflicht aufheben. Dazu sagt Ciesek abschließend: "Eine Maske bietet einen guten Schutz und hat auch Einfluss, auf die Krankheitsschwere."

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