STEINAU A. D. STRASSE

"Wir bekommen immer weniger Geld" - Droht den Steinauer Museen das Aus?!

Burkard Kling - Fotos: Moritz Pappert

06.09.2019
von: Moritz Pappert

Burkard Kling, der Leiter des Museums Steinau und des Museums Brüder Grimm-Haus in Steinau an der Straße weiß nicht mehr weiter: schon seit Jahren wird den Museen der Geldhahn zugedreht. Die Situation spitzt sich immer weiter zu. Eine Schließung wäre in der Brüder Grimm Stadt undenkbar. Droht den Museen in den nächsten Jahren das Aus?

2011 wurde das Museum Brüder Grimm Haus in der heutigen Form eröffnet. Die Stadt Steinau ist der Träger beider Museen. "Wir bekommen seit Jahren immer weniger Geld von der Stadt. Uns wird versucht der Geldhahn zu zudrehen. Mittlerweile liegt beispielsweise das Werbeetat bei dem Brüder Grimm Museum bei 2.000 Euro, für das Museum Steinau bei 800 Euro. Vor wenigen Jahren war das noch deutlich mehr", so Kling, der seit 1998 die Museen leitet. Der Museumsleiter musste sogar im Jahr 2018 20.000 Euro Landesmittel zurückweisen, da die notwendigen Eigenmittel gefehlt haben. 

Die Unabhängige Bürgerliste (UBL) hat in einer der letzten Stadtverordnetenversammlungen den Magistrat beauftragt, die Besucherzahlen, sowie die Kosten und Einnahmen darzulegen. "Die UBL hätte am liebsten, dass wir statt unseren Mitarbeitern am Einlass, Drehkreuze installieren, um Kosten zu sparen. Doch wir brauchen hier das Personal", so Kling. Ein Abgeordneter der UBL soll einmal gesagt haben, man müsse das Museum schließen, wenn es sich nicht zu 100 Prozent trägt. 

"Die UBL will, dass das Museum sich trägt und Gewinn abwirft, doch das ist bei ganz wenigen Museen der Fall." Das Brüder Grimm Haus hat 2018 rund 19.900 Euro durch Eintritte eingenommen, ähnlich hoch ist die Summe, die durch das Museum Steinau an Eintritten erwirtschaftet wurde. Alleine die Ausgaben für Personal lagen im letzten Jahr bei rund 37.900 Euro.

Uffeln: "Wollen Schwimmbäder und Museen erhalten"

Auch Bürgermeister Malte Jörg Uffeln (parteilos) setzt sich für den Erhalt der beiden Museen ein. "Mein Grundsatz ist es, dass wir weder die beiden Schwimmbäder, noch die Museen schließen müssen. Klar ist aber, dass ein Museum Geld braucht, im Moment weiß ich nicht, wo ich das hernehmen soll", so Uffeln im Gespräch mit KINZIG.NEWS. Derzeit würden knapp 860.000 Euro im Steinauer Haushalt fehlen. "Wir wissen nicht wo es hingeht, wir wissen nur das der Abschwung kommt. Ich versuche schon mit Engelszungen zu reden, am Ende entscheiden aber die Stadtverordneten", so Steinaus Bürgermeister.

Bürgermeister Malte Jörg Uffeln

Burkard Kling will auf jeden Fall für die beiden Museen weiter kämpfen. "Eine Schließung der Museen wäre für die Stadt Steinau undenkbar, auch weil es viele Touristen anlockt. Jeder vierte Gast ist international", so Kling. „Man darf nicht vergessen, das Museen zu einer kommunalen Identität gehören. Sie sind außerschulische Lernorte, die in vielfacher Weise dazu dienen, Kindern und Erwachsenen zusätzliche Inhalte und Praktiken sowie ein historisches Bewusstsein vermitteln."