"Mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs"

Spatenstich für das größte Infrastrukturprojekt des Main-Kinzig-Kreises

Winfried Ottmann, Albrecht Eitz, Matthias Pfeifer, Simone Roth, Kristina Sinemus, Michael Jungwirth, Tim Brauckmüller (verdeckt) und Thorsten Stolz (von links). - Foto: Bensing & Reith


Donnerstag, 12.05.2022

HASSELROTH / MKK - Jetzt geht’s los mit dem Gigabit-Ausbau im Main-Kinzig-Kreis: Beim Spatenstich am Dienstagabend in Hasselroth-Gondsroth waren hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik vor Ort, darunter: die hessische Ministerin für digitale Strategie und Entwicklung Prof. Dr. Kristina Sinemus, Tim Brauckmüller von atene KOM als Projektträger der Bundesförderung Breitband, Landrat Thorsten Stolz, Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann, Breitband-Geschäftsführerin Simone Roth sowie die Bürgermeister Matthias Pfeifer (Hasselroth) und Dr. Albrecht Eitz (Freigericht). Sie alle freuen sich über den offiziellen Start des 200-Millionen-Euro-Projekts.

Ministerin Kristina Sinemus fand beim Spatenstich nur lobende Worte: „Sie sind hier im Main-Kin-zig-Kreis quasi mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs, wenn es um die Schaffung von Glasfaseranschlüssen für alle geht. Schon seit vielen Jahren ist das Engagement aller Beteiligten vorbildlich. Daher war es auch keine Überraschung, dass der Landkreis der erste in Hessen war, der eine Förderung für das Programm ,Graue Flecken‘ erhalten hat und somit Internet in neuen Dimensionen für alle ermöglicht. Ich wünsche Ihnen, dass Sie dieses Tempo auch während des Ausbaus beibehalten können.“

Das Land unterstützt das Gigabit-Projekt mit einer Fördersumme bis zu 80 Millionen Euro. 100 Millionen Euro steuert der Bund bei, die restlichen 20 Millionen Euro stemmt der Main-Kinzig-Kreis. Landrat Thorsten Stolz freute sich über das Lob der Ministerin und betonte: „Es ist ein riesiger Schritt, den wir jetzt gehen. Der Glasfaserausbau für Privathaushalte macht unseren Main-Kinzig-Kreis zukunftsfähig. Wir wollen den Menschen und den Unternehmen Perspektiven für eine rundum gelungene Digitalisierung bieten. Das Gigabit-Projekt ist die absolut notwendige Basis da-für und schafft gleiche Bedingungen zum Leben und Arbeiten – ob nun auf dem Land oder in der Stadt. Es handelt sich um das größte eigene Infrastrukturprojekt in der fast 50-jährigen Geschichte des Main-Kinzig-Kreises und wir schlagen damit ein neues Kapitel in der Digitalisierung auf.“

Der Spatenstich fand in Hasselroth-Gondsroth statt. Warum dort? Weil Hasselroth – genau wie Freigericht – zu den ersten Kommunen gehört, in denen ausgebaut wird. Beide sind ganz vorne mit dabei, auch was die Bestellung von Gigabit-Anschlüssen betrifft. Und das ist wichtig, denn: Die Bürgerinnen und Bürger bekommen das Glasfaserkabel zwar kostenlos bis ins Haus (FTTH, Fibre To The Home) gelegt, sie müssen den Anschluss aber auch bestellen. Und da haben sowohl die Menschen in Hasselroth als auch in Freigericht ordentlich Gas gegeben.

Bis 2026 kostenlos Glasfaser


Breitband-Geschäftsführerin Simone Roth betonte: „Wir verlegen überall dort, wo es rechtlich möglich ist, bis 2026 kostenlos Glasfaser. Damit sorgen wir dafür, dass unsere Region und insbesondere der ländliche Raum langfristig attraktiv bleiben, die Unternehmen wettbewerbsfähig sind und wir zu internationalen Wirtschaftsregionen aufschließen. Ich freue mich, dass wir jetzt starten.“ Es lohne sich, seine Mitmenschen zu animieren, einen Anschluss zu bestellen. Das geht ganz einfach auf der Homepage breitband-mkk.de/gee – dort müssen die Eigentümer und Eigentümerinnen lediglich die sogenannte Grundstückseigentümererklärung (GEE) ausfüllen. Diese ist nichts anderes als die Erlaubnis, dass die Tiefbauunternehmen das Kabel bis ins Haus ziehen dürfen.

Tim Brauckmüller, Geschäftsführer der atene KOM GmbH, die als Projektträger der Bundesförderung Gigabit fungiert, sagte: „Leistungsfähige und nachhaltige digitale Infrastrukturen sind das Rückgrat smarter Regionen. Das hat der Main-Kinzig-Kreis früh begriffen und den Ausbau mit schnellem Internet vorangetrieben. Dank seiner vorausschauenden Planung und effizienten Umsetzung kann er nun sogar vorzeitig in die Bauphase gehen. So wird Zukunft gemacht.“

Während Breitband Main-Kinzig sich darum kümmert, die Glasfaserkabel bis in die Wohngebäude zu legen, sorgt Kooperationspartner Vodafone anschließend dafür, dass über dieses Kabel Internet, TV oder Telefon ins Haus kommen. Michael Jungwirth, Mitglied der Geschäftsleitung von Vodafone Deutschland, erklärt: „Wir starten ein echtes Glasfaser-Rekord-Projekt: Gemeinsam mit der Breitband Main Kinzig GmbH machen wir den Main-Kinzig-Kreis zu einer der modernsten Gigabit-Regionen Deutschlands. Und setzen dabei starke Impulse für Wachstum, Wirtschaftsleistung und Wohlstand.“

Heißt das gleichzeitig, dass andere Anbieter raus sind? Nein. Da es sich um einen öffentlich geförderten Ausbau handelt, ist das Netz offen, es können theoretisch also alle Anbieter ihre Verträge offerieren, nicht nur Vodafone. Ob das in sämtlichen Winkeln des Main-Kinzig-Kreises passieren wird, bleibt abzuwarten.

Aufbruchstimmung


Winfried Ottmann, Kreisbeigeordneter und Aufsichtsratsvorsitzender der Breitband Main-Kinzig, betont die Aufbruchstimmung, die jetzt herrscht: „Wir führen unseren erfolgreichen Kurs der vergangenen Jahre fort und packen den Breitbandausbau im Main-Kinzig-Kreis selbst an. Wir sind froh, dass wir dafür tolle Partner an unserer Seite wissen. Lasst uns jetzt gemeinsam dafür sorgen, dass wir weiterhin einen florierenden Main-Kinzig-Kreis haben – mit wirtschaftsstarken Unternehmen und zufriedenen Bürgerinnen und Bürgern. Gehen wir’s an!“

Dr. Albrecht Eitz, Bürgermeister von Freigericht, war voller Vorfreude auf das, was da kommt: „Bei uns gibt es hervorragende Zahlen bei den Anmeldungen. Allen voran ist Bernbach mit mehr als 50 Prozent. Es ist unser Ziel und unsere Aufgabe, die Bürgerinnen und Bürger dazu zu animieren, dass sie sich Glasfaser bestellen.“

Und Hasselroths Bürgermeister Matthias Pfeifer sagte Danke in Richtung Bund, Land und Main-Kinzig-Kreis: „Wir sind mit den Anmeldungen gut unterwegs. Aber wir dürfen nicht nachlassen und müssen Tempo auf die Strecke bringen.“ Die Deutschen seien ein sehr skeptisches Volk: „Wir müssen deutlich machen, dass der Anschluss tatsächlich kostenlos ist.“ Doch das Gemeindeoberhaupt war sich der Bedeutung der Veranstaltung in seiner Gemeinde durchaus bewusst: „Heute wird hier Geschichte geschrieben.“ (pm)

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