Illegaler Drogenhandel im MKK

Siebeneinhalb Jahre Freiheitsstrafe für Dealer

Das Landgericht in Hanau hat ein Urteil gesprochen. - Symbolbild: KN / Jonas Wenzel


Dienstag, 14.06.2022

HANAU - Das Landgericht Hanau hat am Montag zwei Drogendealer wegen schwunghaften Rauschgifthandels zu jeweils siebeneinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die beiden Männer im Alter von 39 und 32 Jahren im Main-Kinzig-Kreis insgesamt mit zehn Kilogramm Kokain und 145 Kilogramm Marihuana illegalen Handel getrieben haben. Einen Teil des Marihuanas hatten sie von Spanien aus nach Deutschland geschmuggelt. Die Drogen hatten einen Schwarzmarktwert von schätzungsweise 800.000 Euro.

Das Duo war im Rahmen einer weltweiten Razzia im Juni 2021 festgenommen worden. Dabei hatten die Behörden in Wächtersbach und Birstein sieben Luxusautos, Schmuck, Bargeld und Uhren in einem Gesamtwert von rund einer halben Million Euro sichergestellt. Dieses Vermögen wurde mit dem Urteil des Landgerichts ebenfalls eingezogen.

Bei der vom amerikanischen FBI organisierten, internationalen Polizeiaktion unter dem Namen „Operation Trojan Shield“ hatten Fahnder Daten der angeblich verschlüsselten „Anom“-Chats aus Krypto-Handys genutzt, um Verdächtige aufzuspüren. Während der 32-Jährige im Main-Kinzig-Kreis verhaftet wurde, hatten spanische Behörden den 39-Jährigen festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Beide Angeklagten hatten nach einer verfahrensbeendenden Absprache umfassende Geständnisse abgelegt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Verfahren gegen einen ebenfalls angeklagten 54-Jährigen aus dem Landkreis Gießen, der insgesamt 45 Kilogramm Marihuana in seinem Lastwagen von Südspanien aus nach Deutschland geschmuggelt hatte, war vom Landgericht nach dessen Geständnis bereits abgetrennt worden. Der Kurier wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Zweite Verfahren aus dem "Anom"-Chat-Komplex

Es ist bereits das zweite Verfahren aus dem „Anom“-Chat-Komplex, das vor dem Hanauer Landgericht abgeschlossen worden ist. Bereits im Februar war ein 38-jähriger Hanauer zu vier Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden, weil er mit Kokain gehandelt und eine Marihuana-Plantage in seinem Wohnzimmer betrieben hatte.

Ein Verfahren mit einem noch größeren Umfang hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt vor wenigen Tagen ebenfalls vor dem Landgericht Hanau eingeleitet. Den fünf Beschuldigten aus dem Main-Kinzig-Kreis und Frankfurt wird zur Last gelegt, mit 111 Kilogramm Kokain und 199 Kilogramm Amphetaminen gedealt zu haben. Die Drogen haben einen Schwarzmarktwert vor rund vier Millionen Euro. Der Beginn des Prozesses ist bislang noch nicht bekannt. (pm, lhe)

Dieser Artikel ist zuerst in der GNZ erschienen. Mehr dazu lest Ihr in der Ausgabe vom 14. Juni.

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