Komplizierte Löscharbeiten

UPDATE: Schwelbrand in Schlüchtern hält Feuerwehr stundenlang in Atem

Stundenlanger Einsatz für die Feuerwehr in Schlüchtern. - Fotos: Henrik Schmitt


Mittwoch, 29.06.2022
von STEFANIE HARTH

SCHLÜCHTERN - Stundenlanger Einsatz für die Feuerwehr Schlüchtern am Montag - und auch noch am Dienstag: In einem Spänebunker einer Werkstatt kam es zu einer Rauchentwicklung.

Beim Eintreffen stellten die Einsatzkräfte eine massive Verrauchung in Heizungsbauteilen unterhalb des Silos fest, das etwa 100 Kubikmeter Späne fasst. Der Inhalt war aus bislang ungeklärter Ursache in Brand geraten und schwelte vor sich hin. Die Löscharbeiten gestalteten sich als extrem kompliziert, da der Schwelbrand nicht mit Wasser bekämpft werden konnte.

In einem Spänebunker einer Werkstatt kam es zu einer Rauchentwicklung.
In einem Spänebunker einer Werkstatt kam es zu einer Rauchentwicklung.

Deshalb wurde die Werkfeuerwehr Merck aus Darmstadt nachalarmiert, die mit einem CO2-Löschbehälter versuchte, Herr über den Schwelbrand zu werden. Den Feuerwehrleuten gelang es immerhin, den Brand einzudämmen.

Am späten Abend unterstützte die Stadtteilwehr Niederzell. Bei dem Löscheinsatz wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt. Die Polizei schätzt den bisherigen Schaden auf rund 100.000 Euro.

Langwierige Löscharbeiten


Die Innenstadtwehr ist vor Ort und kontrolliert das Areal kontinuierlich. Um dem Schwelbrand endgültig den Garaus zu machen, ist am Dienstag eine Spezialfirma aus Dortmund angereist. Diese soll die Glut mit Gas ersticken. Laut einem Mitarbeiter des Unternehmens, das seinen Hauptsitz in Essen hat, könnten sich die Arbeiten über mehrere Tage hinziehen.

"Wir setzen hier auf die Methode der sogenannten Inertisierung", erläutert der Experte. "Dem Feuer wird durch Zufuhr von Gas der benötigte Sauerstoff entzogen und der Brand erlischt. Gleichzeitig wird dadurch das Risiko einer Durchzündung oder Explosion wirkungsvoll vermindert."

Dieser Vorgang dauere etwa zwei bis drei Tage: Erst wenn die Hitze komplett entzogen sei, könne die Späne aus dem Bunker abgesaugt oder ausgeräumt werden.

"So einen langen Einsatz haben wir noch nie erlebt", berichtet der stellvertretende Schlüchterner Stadtbrandinspektor Christian Gärtner. "Die Belastung ist immens hoch."

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