Bürgermeisterin Neumann zu Besuch im Kraftwerk Staudinger

"Ende der Kohleverstromung bietet neue Chancen für Großkrotzenburg"

V.l.n.r.: Heiko Kasseckert, Matthias Hube, Theresa Neumann, Markus Anton, Dustin Neumann, Matthias Kulick und Max Schad. - Foto: Max Schad


Samstag, 30.07.2022

GROSSKROTZENBURG - Erstmals in ihrer neuen Funktion als Bürgermeisterin hat Theresa Neumann das Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg besucht. Begleitet wurde sie dabei von den beiden heimischen Landtagsabgeordneten Max Schad und Heiko Kasseckert, zugleich wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Wiesbaden. Kraftwerksleiter Matthias Hube, Markus Anton (Bereichsleiter Quality&Performance), der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Matthias Kulick und Dustin Neumann, Asset Development Coordinator aus der Uniper-Konzernzentrale in Düsseldorf, informierten über die aktuelle Situation.

Matthias Hube hob die große Bedeutung hervor, die das Kraftwerk Staudinger als größtes konventionelles Kraftwerk in Hessen für die derzeitige Energieversorgung hat. Aktuell wird vor allem der mit Steinkohle befeuerte Block 5 von Uniper am Strommarkt eingesetzt. Dieser laufe unter Volllast und trage zur Versorgungssicherheit in erheblichem Maße bei.

Eigenes Fernwärmekonzept aus erneuerbarer Energien

Nach wie vor werden die Stadt Hanau und die Gemeinde Großkrotzenburg vom Kraftwerk mit Fernwärme beliefert, die ausgekoppelt wird, wenn der Block 5 zur Stromerzeugung eingesetzt ist. Für Großkrotzenburg werden diese Aufgabe zukünftig die Gemeindewerke übernehmen, die ein eigenes Fernwärmekonzept mit einem großen Anteil erneuerbarer Energien entwickelt haben. Bis die neue Anlage an den Start geht, wird die Fernwärme weiterhin, auch wenn der Block steht, durch das Kraftwerk geliefert. Damit ist die Fernwärme für die Großkrotzenburger Haushalte zu jeder Zeit gesichert.

Wie Hube unterstrich, sei Stand heute geplant, dass Block 5 unabhängig von der momentanen hohen Auslastung im Mai 2023 die kommerzielle Stromproduktion einstellen wird. Hintergrund ist ein erfolgreicher Zuschlag durch die Bundesnetzagentur, die zu festen Terminen die Stilllegung von Steinkohleanlagen bis 2026 ausschreibt. Teilnehmer an der Auktion bieten dabei gegen Zahlung des von ihnen eingereichten Gebotswertes die Stilllegung eines Kraftwerks zum in der Ausschreibung definierten Zeitpunkt an. In der Ausschreibung vom Oktober 2021 erhielt das Kraftwerk Staudinger 5 als eines von drei Kraftwerken einen Zuschlag. Zwischenzeitlich wurde der Block 5 von der Bundesnetzagentur bis zum 31. März 2025 als systemrelevant eingestuft und muss als Reservekraftwerk betriebsbereit gehalten werden.

"Faire Beteiligung bei der Transformation des Standorts"

Intensiv tauschten sich die Anwesenden über die Zeit nach dem Abriss der ungenutzten Teile des Kraftwerks aus. Hier gibt es bereits konkrete Pläne: Neben der Ansiedlung von Rechenzentren gebe es eine Reihe weiterer innovativer Nutzungskonzepte. Deren Planung werde trotz der bestehenden Systemrelevanz für Block 4 und Block 5 wie ursprünglich geplant fortgeführt, betonten die Vertreter des Kraftwerks.

Theresa Neumann hob hervor, dass sich die Gemeinde eine faire Beteiligung bei der Transformation des Standorts erwartet. Dies gelte auch für die Berücksichtigung des gemeindlichen Interesses insbesondere im Hinblick auf die dringend benötigten Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Die Vertreter des Kraftwerks machten deutlich, dass natürlich auch die lokalen und regionalen Interessen Bestandteil der Planungen sind. Der regelmäßige Austausch und das partnerschaftliche Miteinander sind dabei eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der geplanten Transformation. (pm)

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