Vom Bundestag in die Bäckerei

Lennard Oehl (SPD) absolviert Tagespraktika bei Betrieben der Region

Lennard Oehl bei der Firma Hotz Haustechnik im Praktikum. - Fotos: Lennard Oehl


Samstag, 12.11.2022

MAIN-KINZIG-KREIS - Kürzlich hat der Hanauer Bundestagsabgeordnete Lennard Oehl (SPD) die Zeit im Wahlkreis genutzt, um unter dem Motto „Oehl packt an“ mehrere Tagespraktika bei Betrieben in der Region zu absolvieren. Darunter bei der Dillmann Garten- und Landschaftsbau GmbH, beim Behindertenwerk Main-Kinzig, bei der Hotz Haustechnik GmbH und in der Bäckerei Brückner in Nidderau.  

„Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderung unserer Wirtschaft. Ich wollte die verschiedenen Berufsbilder kennenlernen und vor allem mit den Beschäftigten über Image, Arbeitsbedingungen und Anerkennung sprechen. Zu wissen, wie das, was wir in Berlin beschließen, vor Ort in der Praxis ankommt, ist mir ein wichtiges Anliegen“, so Lennard Oehl über seine Motivation.

Beschlossene Gesetze im Bundestag wirken direkt vor Ort

Die Tagespraktika waren geprägt von vielfältigen Aufgaben und Lennard Oehl betonte stets, nicht geschont werden zu wollen. Für die Firma Dillmann war er dabei mit einer Arbeitskolonne auf einer Baustelle an einem Spielplatz in Rodenbach im Einsatz. „Das war körperlich sehr harte Arbeit und oftmals ist man Wind und Wetter ausgesetzt. Allen, die eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters fordern, empfehle ich einen Tag in einem solchen Beruf mitzuarbeiten und diese Forderung dann nochmal zu überdenken“, stellte Lennard Oehl fest. 

Bei der Firma Hotz Haustechnik begleitete er den Kundendienst für einen Tag und bekam Einblick in die vielfältigen Aufgaben eines Installateurs. „Hier sehe ich teilweise direkt, wie unsere im Bundestag beschlossenen Gesetze auch vor Ort wirken. Mit der Förderung von Erneuerbaren Energien streben auch viele Haushalte danach, ihre alten Heizanlagen durch nachhaltigere Modelle, wie etwa Wärmepumpen und Holz-Pellet-Anlagen, zu ersetzen. Installateure müssen diese verbauen und warten können und sich dadurch stetig weiterbilden“, erklärte der Abgeordnete. „Die Energiewende können wir nur schaffen, wenn wir auch genügend Fachkräfte haben, die das, was wir beschließen, auch vor Ort umsetzen können“, so Lennard Oehl weiter. 

Strom- und Gaspreisbremse wichtig für „energieintensive Unternehmen wie Bäckereien“

Bäckereien sind derzeit besonders von den hohen Energiepreisen betroffen, davon konnte sich Lennard Oehl einen Eindruck bei seinem Arbeitseinsatz in der Nidderauer Bäckerei Brückner machen. Hier half er frühmorgens in der Backstube mit und bereitete allerhand Mehlspeisen zu. „Hier wurde mir nochmal deutlich, wie wichtig die Entscheidungen der Bundesregierung zur Strom- und Gaspreisbremse waren, gerade für energieintensive Unternehmen wie Bäckereien. Diese beschlossenen Instrumente müssen wir jetzt schnell umsetzen, damit gerade mittelständische Unternehmen spürbar entlastet werden.“

Bei den Behindertenwerken Main-Kinzig arbeitete Lennard Oehl am Standort in Steinheim erst in der Metallwerkstatt und später im ersten inklusiven Fitness- und Gesundheitszentrum Deutschlands gemeinsam mit behinderten Menschen. „In der Metallwerkstatt werden keinesfalls nur einfache Arbeiten zur Beschäftigung gemacht, hier werden hochqualitative Teile in anspruchsvoller Arbeit für große Industrieunternehmen hergestellt“, zeigte sich der Abgeordnete beeindruckt.  „Die Arbeit des Behindertenwerks Main-Kinzig ist unglaublich wichtig, sie gibt Menschen mit Behinderung die Möglichkeit an Teilhabe und einige schaffen sogar den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt“, so Oehl weiter.  

 "Handwerksberufe unglaublich abwechslungsreich"

Am Ende seiner Tagespraktika zog der Abgeordnete noch ein persönliches Fazit: „Im Vergleich zu meinem früheren Job als Analyst sind Handwerksberufe unglaublich abwechslungsreich. Bei vielen Berufen sieht man am Ende des Tages, was man mit eigenen Händen geschaffen hat. Ich würde mir wünschen, wenn die Berufswahl wieder stärker in der Schule thematisiert wird und das Handwerk dort stärker vorkommt. Bedanken möchte ich mich bei allen Betrieben, die mich toll aufgenommen und mir diese tollen Arbeitseinblicke verschafft haben.“ (red)

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