Gesprächsangebote als konkrete Hilfe

Einblick in die Telefonseelsorge Main-Kinzig

Eine Spende in Höhe von 250 Euro überreichten Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (Mitte) und Kulturbeauftragte Andrea Sandow (rechts) an Pfarrerin Christine Kleppe, Vorsitzende der Telefonseelsorge Main-Kinzig. - Foto: MKK-Pressestelle


Dienstag, 22.11.2022

MAIN-KINZIG-KREIS - Das Thema Einsamkeit hat die Autorin und Moderatorin Bärbel Schäfer unlängst bei einer Lesung im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen in den Mittelpunkt gerückt und dabei aus ihrem aktuellen Buch „Avas Geheimnis“ vorgelesen. Der Abend fand auf Einladung des Fachbereichs Kultur in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Brentano in Gelnhausen statt. 

Die zahlreichen Gäste der Lesung hatten in diesem Zusammenhang Gelegenheit, für die Telefonseelsorge Main-Kinzig zu spenden – und haben das auch getan. 250 Euro sind mithilfe des Main-Kinzig-Kreises zusammengekommen, die für die ehrenamtliche Arbeit der Telefonsorge im Kreis verwendet werden. Bei der Spendenübergabe an Pfarrerin Christine Kleppe, Vorsitzende der Telefonseelsorge Main-Kinzig, erklärte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler: 

„Einsamkeit ist in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabu, darüber spricht man am liebsten nicht und das will ja auch niemand sein. Dennoch ist es ein Gefühl, das sehr viele Menschen auch bei uns im Main-Kinzig-Kreis nur allzu gut kennen. Wichtige Gesprächskontakte in solchen emotionalen Notfällen bietet die Telefonseelsorge, die heute nicht mehr nur über das Telefon erreichbar ist, sondern auch per Mail und Chat“, erklärt die Sozialdezernentin.

„Sorgen kann man teilen“

„Sorgen kann man teilen“ – so lautet das Motto der ökumenischen Telefonseelsorge Main-Kinzig. Gerade die zurückliegenden Pandemiejahre mit außergewöhnlichen Belastungen in wirtschaftlicher und emotionaler Hinsicht und nun die Unwägbarkeiten, die sich durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ergeben – all diese von der Außenwelt bestimmten Sorgen und noch viel mehr im persönlichen Bereich können schnell zu einem Gefühl der Überforderung führen oder dem Gefühl, völlig alleingelassen mit seinen Sorgen und Nöten zu sein. 

Die Gründe, warum Menschen sich in einer ausweglosen Situation wähnen und dann mit dem Gedanken spielen, dem Ganzen ein Ende setzen zu wollen, können vielfältig sein. „Gerade dann ist das Gespräch mit anderen Menschen umso wichtiger. Da hilft es auch, wenn es sich um eigentlich unbekannte Personen handelt, denen man sich womöglich leichter öffnen kann“, erklärte Pfarrerin Christine Kleppe.

Keine leichte Aufgabe

„Für die Mitarbeitenden der Telefonseelsorge ist es sicher keine leichte Aufgabe, am Telefon mit völlig unbekannten Menschen in Kontakt zu treten und sich im Gespräch behutsam ein Bild von der emotionalen Verfassung des Gegenübers zu machen. Aber diese Aufgabe lohnt. 

Denn die Kontaktaufnahme zur Telefonseelsorge zeigt, dass da trotz aller Schwere auch Hoffnung ist und der Wunsch, aus der aktuellen Situation wieder herauszukommen“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. „Die Seelsorge-Mitarbeitenden werden vor ihrem ersten Einsatz gründlich geschult, neue Kräfte sind jederzeit willkommen“, betonte Christine Kleppe.

Wie wichtig die Arbeit der Telefonseelsorge ist, verdeutlichen die Zahlen: So haben im Jahr 2020 insgesamt 9.206 Menschen in Deutschland Suizid begangen – mehr als die Zahl derjenigen Personen, die durch Verkehrsunfälle, illegale Drogen, Aids oder durch Gewaltverbrechen zu Tode gekommen sind. 

Die Zahl derjenigen, die versucht haben, ihr Leben zu beenden, liegt weit höher, Schätzungen gehen hier von 100.000 aus. „Deshalb freue ich mich sehr, dass wir die Arbeit der Telefonseelsorge mit einer Spende unterstützen können“, erklärte Kulturbeauftragte Andrea Sandow. (red)

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