Einen Gruß hinter Gitter schicken

Der Theologe im Ruhestand Johannes Weider unterstützt eine Paket-Aktion für Häftlinge

Ein ehrenamtlicher Helfer von Theologe im Ruhestand Johannes Weider lädt die Pakete ins Auto. - Foto: GNZ /re


Donnerstag, 24.11.2022

HASSELROTH - Wie einsam man sich hinter Gefängnismauern fühlen kann, das weiß der Theologe im Ruhestand Johannes Weider genau – in seiner Missionarszeit in Thailand hat er regelmäßig Gefangene besucht. Häftlingen in Deutschland geht es da nicht anders, nur wenige haben zu Weihnachten einen Gruß zu erwarten. Deshalb unterstützen Johannes Weider und seine Frau Brunhilde vom „Projekt Nachklang“ aus Niedermittlau die Aktion „Pakete hinter Gitter bringen“.

GNZ: Herr Weider, Sie haben die Aktion schon in Berlin, wo Sie Leiter eines diakonischen Verbandes waren, einige Male auf die Beine gestellt. Wie sind Sie dazu gekommen?

Johannes Weider: Dafür gibt es mehrere Gedanken und Gründe: Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ für Kinder ist sehr erfolgreich. Das hat angefangen mit der Rumänienhilfe, als man nach der Diktatur ins Land konnte und die Armut dort sichtbar wurde. Von daher fand ich die Idee gut, an Weihnachten etwas zu machen, nur hört „Weihnachten im Schuhkarton“ schon Mitte November auf. Du musst also schon im September anfangen und das war mir für unsere Arbeit in Berlin zu früh, die Leute waren noch nicht in Weihnachtsstimmung. Da stieß ich auf die Aktion „Pakete hinter Gitter bringen“. Dahinter steht die Straffälligenhilfe „Schwarzes Kreuz“, die das Ganze moderiert. Wir müssen unsere Pakete am 14. Dezember abliefern.

Häftlinge beschenken – da zuckt der eine oder andere vielleicht zusammen. Sind Sie für die Aktion schon einmal kritisiert worden?

Ich bin noch nie angepöbelt worden oder so. Aber dass Leute gesagt haben, „sollen wir denn die Knackis noch unterstützen, das sind doch Verbrecher, die sitzen auch zu Recht dort“, das ist schon vorgekommen, aber selten. Die Leute, die das nicht anspricht, die beteiligen sich eben nicht. Aber der ein oder andere, den kneift es dann schon, das ist ja auch nachvollziehbar. (GNZ/tsm)

Dieser Artikel erschien zuerst in der GNZ.

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