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So läuft der 31. Erlebnis-Weihnachtsmarkt auf Burg Schwarzenfels

Impressionen vom Weihnachtsmarkt in Schwarzenfels - Fotos: Walter Dörr


Montag, 28.11.2022
von WALTER DÖRR

SINNTAL - Mächtig viel los war schon am ersten Tag des Schwarzenfelser Erlebnis-Weihnachtsmarktes. Obwohl Wettergott Petrus keinen Schneefall bescherte, mit dem er die historischen Mauern der Burg noch stimmungsvoller hätte „pudern“ können, ließ man sich nicht abhalten, nach der Coronazwangspause einen der ältesten Weihnachtsmärkte in Osthessen und einen der schönsten in ganz Hessen zu besuchen. 

1990 hat man mit rund 30 Ständen angefangen, dieses Jahr beim 31. Mal sind es über 80, die auf dem Burghof, im Marstall (Erdgeschoss des Burggebäudes), im Weinkeller (Keller des Burggebäudes) sowie in der Schlossgasse in Holzhütten und Garagen aufgestellt sind. Handgefertigtes wird angeboten, wie natürlich Weihnachtsschmuck, Strick-, Filz- und Lederwaren, geflochtene Körbe, filigrane Näharbeiten, Deko-Artikel aus Holz, Metall, Glas und Porzellan, süße Leckereien wie Plätzchen, Honigprodukte, Naturkosmetik, Schmuck, Edelbränden, verschiedene Spirituosen und vieles, vieles mehr. 

Beim Besuch des Weihnachtsmarktes kann man sich an verschiedenen Ständen Künstlern bei der Arbeit zusehen. Leckere regionale Gaumenfreuden wie Bratwurst vom Haus- oder Wildschwein, Rittertopf, Veggie-Wok-Gyros, Pizzen aus dem Holzofen, Crêpes, heiße Waffeln, selbst gebackene Kuchen und Torten in den verschiedensten Variationen sowie Winzerglühweine lassen auch kulinarisch keine Wünsche offen. Bekannt ist der Schwarzenfelser Weihnachtsmarkt für sein abwechslungsreiches Kinderprogramm. Es gibt spannende Märchenerzählungen von Heidi Andriessens aus Bad Kissingen und Sabine Syllwasschy aus Steinau, Gipsfiguren zum Anmalen, eine Plätzchenback- und Bastelstube und eine Krippenausstellung in der Kirche, die nicht nur die Kleinsten zum Verweilen einladen.

Der Nikolaus kommt auf einem Hundeschlitten

Traditionell besuchen Nikolaus und Knecht Ruprecht (Manfred Ruppert, Torsten Richter) an den beiden Markttagen auf ihrem Hundeschlitten die Burg, um Süßigkeiten an die kleinen Besucher zu verteilen. Veranstaltet wird der Weihnachtsmarkt, den Landrat Thorsten Stolz eröffnete (der noch Sinntaler Bürgermeister Carsten Ullrich kam wegen einem Feuerwehreinsatz später, der kommende Bürgermeister Thomas Henfling sah sich das Ganze noch unter dem Volk an), vom Verein „AktivGEmeinschaft Schwarzenfels“. 

Die „AGE“ wurde am 7. Oktober 2011 als gemeinnütziger Verein gegründet – mit Privatpersonen, Vereinen und Firmen als Mitglieder - und hat sich der Heimat- und Ortsbildpflege verschrieben. Auch fördert der Verein das Umweltbewusstsein und führt im Rahmen dessen beispielsweise Landschaftssäuberungsaktionen oder Baumschnittseminare durch. Bis 2010 wurde der Weihnachtsmarkt unter der Federführung der damaligen Arbeitsgemeinschaft der Schwarzenfelser Vereine (ARGE) durchgeführt. Seitdem wird der überregional bekannte historische Erlebnisweihnachtsmarkt mit dem ganz besonderen Flair komplett ehrenamtlich und mit viel Herzblut und besonderem Engagement von der „AktivGEmeinschaft Schwarzenfels“ organisiert.

Tatjana Ulrich ist die Markt-Chefin

Marktmeisterin Tatjana Ulrich kümmert sich sehr intensiv um die Ausschreibung des Marktes und die Koordination und Betreuung der Ausstellerstände. Die notwendige Werbung, viele organisatorische sowie administrative Aufgaben, Planung von Maßnahmen zur Einhaltung des Sicherheitskonzeptes und viele weitere Aufgaben sind Sache des AGE-Vorsitzenden und Ortsvorstehers Thomas Fuß. Der Markt wird am heutigen ersten Adventssonntag bis 19 Uhr bei freiem Eintritt fortgesetzt. Um 13, 14.30 und 16.30 Uhr sind spannende Märchenerzählungen, um 13.30 Uhr erklingen Weihnahtslieder von den Landrückenmusikanten aus Veitsteinbach, Nikolaus und Knecht Ruprecht kommen um 15.30 Uhr auf ihrem Hundeschlitten zu den kleinsten Weihnachtsmarktbesuchern mit kleinen Süßigkeiten und zum Finale spielen die Blechbrassers auf. 

Ein Besuch lohnt sich also. Aufgrund der malerischen Berghanglage und schmalen steilen Gassen in Schwarzenfels und dem sehr hohen Besucheransturms gestaltet sich die Parkplatzsuche schwierig. Ein längerer Fußweg muss zeitlich einkalkuliert werden. Als besonderer Service ist ein kostenfreier Shuttlebusservice eingerichtet, der zwischen dem Firmenparkplatz der Knaus-Tabbert-Group in Mottgers und dem Eingang Schlossgasse Schwarzenfels regelmäßig pendelt. Der Vorsitzende der „AktivGEmeinschaft Schwarzenfels“, Thomas Fuß, freut sich, dass die zahlreichen Aussteller zum Teil schon seit Jahren in Schwarzwenfels dabei sind. 

Mit Ausstellern aus der Rhön seien inzwischen Freundschaften geschlossen worden. Übrigens: die Burg, das Wahrzeichen Sinntal, ist während des Weihnachtsmarktes stimmungsvoll illuminiert. Aus Gründen der derzeitigen Energieeinsparungen ist zwar das Anstrahlen normalerweise untersagt, aber bei der kulturellen Veranstaltung ist das Licht auch ein Ausleuchten eines Fluchtweges und Teil des Sicherheitskonzeptes.

Dorf-Geschichte: 

Der Sinntaler Ortsteil Schwarzenfels klebt förmlich am Westhang des 492 Meter hohen Hopfenberges, mit dem Blickfang der Burg obenauf. Seinen Namen hat das 560-Seelen-Dorf wahrscheinlich vom schwarzen Basaltboden (Dolerit), denn in einer Urkunde vom 8. November 1280 wird er "Swarzenfels" genannt. Dienstmannen, Lehnsleute und Fronbauern siedelten sich unter dem Schutz der Burgritter an. Raubritter machten früher die Gegend unsicher. Die ehrwürdigen Mauern, die sie hinterlassen haben, sind heute „nur“ ein An-ziehungspunkt für Ausflügler. Die Höhenburg errichtete Graf Reinhard I. von Hanau zwischen 1277 und 1280 aus massivem Bruchstein-Mauerwerk. 

1305 erweiterte dessen Sohn Ulrich I. die Anlage um eine der heiligen Margarete geweihten Kapelle, und unter der gibt es noch eine kellerartige Krypta, deren Kreuzgewölbe eine massige Mittelsäule stützt. Die Burg Schwarzenfels wurde als Amts- und Gerichtssitz in den Jahrhunderten mehrfach aus- und umgebaut. Rege Bautätigkeit bestand im 16. Jahrhundert, als Graf Philipp III. von Hanau die Burg zum schlossartigen Witwensitz seiner Gemahlin Helene, Tochter des Pfalzgrafen Johannes von Simmern, erweitern ließ. Der Marstall, der heute neben den Türmen die Silhouette der Burg beherrscht, diente als Wohnung des Verwalters. 

Nach der Zerstörung der Hauptburg residierten hier bis 1821 die kurhessischen Amtmänner. 1867 wurde das kurfürstliche hessische Justizamt in ein königlich preußisches Amtsgericht umgewandelt. Im Westflügel befindet sich seit 1810 die Schwarzenfelser Kirche. Nach einer Restaurierung ist der Turm ein Höhepunkt der Anlage. Es lohnt sich, die 114 Stufen der Stahlwendeltreppe empor zu klettern. Oben hat man einen fantastischen Rundumblick weit ins Sinntal. Besonders Mutige können auf dem ersten Sinntaler Skywalk durch den Gitterrost über Hundert Meter senkrecht hinunter bis zu den Fundamentresten am Turmboden blicken. Ein atemberaubendes Erlebnis – fast so toll, wie der historische Erlebnis-Weihnachtsmarkt.

Klickt Euch nun durch die große Fotostrecke mit fantastischen Bildern von Walter Dörr.

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