Neue Fachklinik in Schlüchtern

Nach der Knieoperation schnell wieder selbstständig werden

Stefan Günther, Physiotherapeut; Dr. Matthias Schwab, Leitender Arzt der Klinik für Endoprothetik und arthroskopische Chirurgie; Patientin Ewa Schuster. - Foto: Main-Kinzig-Kliniken GmbH


Dienstag, 10.01.2023

GELNHAUSEN / SCHLÜCHTERN - Zum Beginn des neuen Jahres nahm in Schlüchtern eine neue Fachklinik offiziell ihre Arbeit auf: die Klinik für Endoprothetik und arthroskopische Chirurgie. Patienten der Main-Kinzig-Kliniken, die beispielsweise einen Kniegelenksersatz benötigen, werden zukünftig in Schlüchtern versorgt.

Leitende Ärzte der Klinik sind Dr. Christoph Schreyer und Dr. Matthias Schwab, die ihre umfangreiche chirurgische Expertise aus Schlüchtern und Gelnhausen in die neue Klinik einbringen. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Konzept, welches in den vergangenen Monaten umfangreich erprobt wurde, sind beachtlich: Die Klinik kann sehr gute Befragungsergebnisse hinsichtlich der Patientenzufriedenheit und Mobilisierung erzielen.

Eine der Patientinnen, die in Schlüchtern operiert wurden, ist Ewa Schuster. Die 66-Jährige litt in den letzten Jahren zunehmend unter ihrer fortgeschrittenen Kniegelenkarthrose und starken Schmerzen. Der Einsatz einer sogenannten Schlittenprothese, einem Teilersatz an der Knieinnenseite, sollte die inzwischen stark eingeschränkte Lebensqualität wiederherstellen. Eine eingehende Diagnostik sowie sämtliche Planungs- und Aufklärungsgespräche rund um den Eingriff fanden in Gelnhausen statt. Dass die Operation in Schlüchtern stattfinden sollte, war für die Rentnerin aus Brachttal kein Problem: „Ich bin gern im Schlüchterner Krankenhaus, dort herrscht eine ruhige und familiäre Atmosphäre. Auch musste ich nicht lange auf einen OP-Termin warten.“

Terminsicherheit im Fokus


Die Terminsicherheit war ein entscheidender Aspekt beim Aufbau der neuen Klinik. „Hiermit möchten wir den Erwartungen der Patienten noch besser entsprechen“, erklärt Projektleiterin Sigrid Rück. Denn während in Gelnhausen aufgrund von Notfällen nicht selten geplante Operationen verschoben werden müssen, sind in Schlüchtern OP-Kapazitäten vorhanden. Die enge Verzahnung der Standorte komme den Patienten zugute, so Rück: „Ermöglicht wird eine wohnortnahe Versorgung bei gleichzeitiger Bündelung der medizinischen Kompetenz.“

Sowohl Dr. Schwab als auch Dr. Schreyer sind seit 1990 in den Main-Kinzig-Kliniken tätig. Sie verfügen über außerordentliche chirurgische Erfahrung und haben die Zusammenarbeit in den letzten Jahren zunehmend intensiviert. Insgesamt wurden im Jahr 2019, also vor der Pandemie, rund 540 prothetische Eingriffe an Knie und Hüfte vorgenommen. Zusätzlich zur Zusammenführung der endoprothetischen Versorgung an einem Standort streben die Ärzte den gemeinsamen Aufbau eines zertifizierten Prothesenzentrums in Schlüchtern an.

Für das gesamte Team steht es im Mittelpunkt, den Patienten eine bestmögliche Behandlung vor, während und nach der Operation zu bieten. Dazu gehört der persönliche Kontakt: „Bei der Vorbesprechung geht es um weit mehr als die Vermittlung wichtiger Informationen. Entscheidend ist, dass der Patient ein Vertrauensverhältnis zu den behandelnden Ärzten aufbauen kann und sich gut vorbereitet fühlt“, erklärt Dr. Schwab.

"Ich habe mich in Schlüchtern rundum wohl gefühlt"


Auch Ewa Schuster war die Nähe zum Behandlungsteam sehr wichtig. „Ich habe mich in Schlüchtern rundum wohl gefühlt. Die Ärzte haben sich Zeit genommen und alle waren sehr freundlich und zuvorkommend“, so die Patientin. Außerdem habe sie es geschätzt, so umfangreich einbezogen und geschult worden zu sein. Bereits vor der Operation wurden Gangtechniken sowie der Umgang mit Gehstützen, auch beim Treppensteigen, erläutert. „Als es dann kurz nach der OP hieß, am Abend kommt der Arzt vorbei und läuft mit Ihnen, dachte ich, das sei ein Scherz“, erinnert sie sich: „Tatsächlich konnte ich am gleichen Tag mit dem Rollator etwa 50 Schritte gehen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass das so wunderbar klappt.“

Möglich wird dies durch neue verletzungsarme Operationsverfahren. Dies bedeutet: Das Gewebe wird geschont, es erfolgt keine Muskeldurchtrennung oder Sehnenablösung. „Außerdem verzichten wir auf das Legen von Drainagen oder hinderliche Verbände, mit dem Ziel, die Eigenmobilisierung der Patienten zu erhöhen, sodass sie ihre Selbstständigkeit wiedererlangen und schnellstmöglich ihren täglichen Verrichtungen nachgehen können“, so Dr. Schreyer. Wichtige Bausteine seien zudem eine frühzeitige und individuelle Schmerztherapie sowie die regelmäßige Physiotherapie ab dem ersten Tag nach der Operation: „Wir motivieren unsere Patienten zum aktiven Mitmachen, da dies die Heilung natürlich stark unterstützt.“

Aktuell besucht Ewa Schuster regelmäßig das Therapiezentrum Gelnhausen, wo sie von erfahrenen Physiotherapeuten betreut wird. Bereits heute weiß sie, dass in diesem Jahr auch das zweite Knie operiert werden muss. Dem sieht sie positiv entgegen: „Mit der gewonnenen Erfahrung weiß ich, was auf mich zukommt. Wohnortnah so rundum gut behandelt werden zu können, stimmt mich zuversichtlich.“ (red)

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