Zu Gast bei der CDU in Sterbfritz

Warum Gabriele Stenger das Amt der Landrätin neu interpretieren will

Zum Kennenlernen hat die Sinntaler CDU Landratskandidatin Gabriele Stenger eingeladen. - Fotos: Walter Dörr


Donnerstag, 19.01.2023
von WALTER DÖRR

SINNTAL - Der CDU-Gemeindeverband Sinntal hatte zu einer öffentlichen Mitgliederversammlung in die Mehrzweckhalle Sterbfritz eingeladen. Grund: Die am 29. Januar anstehende Direktwahl eines Landrats oder einer Landrätin. Bekanntlich stehen zwei Kandidaten zur Wahl: Amtsinhaber Thorsten Stolz (SPD) und Gabriele Stenger (CDU). Zum Kennenlernen hat die Sinntaler CDU die Hanauer Herausforderin ins "Land der armen Hansen" eingeladen.

Vorab fragte KINZIG.NEWS Gabriele Stenger zum Grund ihrer Kandidatur beziehungsweise, was der derzeitige Landrat falsch oder nicht gemacht habe: „Ich möchte nicht gegen andere argumentieren, sondern meine Positionen deutlich machen. Ich werde das Amt der Landrätin neu interpretieren und unsere heimische Wirtschaft stärken, indem wir die Infrastruktur ausbauen und unsere Lage im Rhein-Main-Gebiet besser als bisher nutzen. Dabei stehe ich für eine technologieoffene Verkehrs- und Infrastrukturpolitik. Als selbständige Unternehmerin, Steuerberaterin und Juristin bringe ich die Finanz- und Wirtschaftskompetenz mit, die es in diesen schwierigen Zeiten im Amt der Landrätin braucht. Natürlich gehört das Repräsentieren zur Aufgabenbeschreibung. Aus meiner Sicht standen in den vergangenen Jahren aber öffentlichkeitswirksame Auftritte und deren mediale Vermarktung zu sehr im Fokus. Ich will die inhaltliche Arbeit in den Mittelpunkt rücken und konkrete Ergebnisse für unseren Kreis liefern.“

"(Noch) mehr Investitionen in die Schulen"

Spezielle Werbe-Schmankerl für den östlichen Kreis (Sinntal/Schlüchtern) macht sie nicht. „Die meisten meiner Schwerpunktthemen betreffen alle Kommunen des Kreises gleichermaßen: Eine intensivere Wirtschaftsförderung, noch mehr Investitionen in die Schulen, eine massive Förderung des klimaresilienten Umbaus unserer Wälder, bessere Rahmenbedingungen für unsere Auszubildenden u.a. durch einen Azubi Campus. Wichtig ist mir zudem eine Stärkung des Fernbahnhalts Gelnhausen und damit verbunden auch eine bessere Anbindung des Ostkreises an das Schnellzugnetz der Deutschen Bahn sowie ein systematisches Umsteuern bei der Wasserentnahme gerade aus Ressourcen im Osten unseres Kreises. Wichtig ist mir, Politik nicht nur für den urbanen Teil des Main-Kinzig-Kreis zu machen, sondern einen gleichmäßigen Einsatz für alle Teile des Kreises sicherzustellen.“

Motiviert ist Gabriele Stenger mit einem umfänglichen Programm. Also nicht nur eine Quoten-Frau für die CDU?: „Meine Motivation ist es, die Wahl zu gewinnen und die erste Landrätin des Main-Kinzig-Kreises zu werden. Aktuell bleibt unser Landkreis hinter seinen Möglichkeiten zurück. Es ist die Zeit für einen neuen Aufbruch, mit Struktur und Willen unsere Heimat zu gestalten.“

Sinntal (Gabriele Stenger war mehrmals hier und besonders gut gefallen haben ihr die Kinzig-Quelle, die für den Kreis prägend sei, und das Naturbad Altengronau, wo sie sich schon mal in die Fluten gestürzt hat) liegt weit weg vom derzeitigen politischen und beruflichen Betätigungsgebiet (Stadtverordnete in Hanau, Ortsbeirätin in Steinheim, stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende, Steuerberaterin/Juristin), sodass das Eintreffen in Sterbfritz „gerade so pünktlich“ war.

Der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Sinntal, Günter Frenz, hieß die Landratskandidatin „in der schönsten Gemeinde des Main-Kinzig-Kreises“ willkommen und freute sich auch über den guten Besuch der Veranstaltung. Frenz erinnerte sich an seine wunderbare Zeit als Vize-Landrat mit Karl Eyerkaufer und Erich Pipa. Frenz bedauerte, dass es nur zwei Kandidaten der beiden im Kreis zusammenarbeitenden Fraktionen gibt.

Die Qual der Wahl


In einer Demokratie würden Wahlen entscheiden und so wunderte sich Frenz über keine Kandidatenaufstellung der anderen Fraktionen, die oft nur massiv kritisieren würden. In der heißen Phase des Wahlkampfes führe sie viele Gespräche, sagte Gabriele Stenger zu Beginn ihrer Rede, und mache auch Erfahrungen, was die Menschen zwischen Sinntal und Maintal bedrücke. Die Zukunft nach Corona aktiv gestalten, sei ihre Motivation, denn der Main-Kinzig-Kreis hinke hinter seinen Möglichkeiten hinterher. Nachhaltige Lösungen gelte es umzusetzen – von den Kindergärten, Schulen bis zur Digitalisierung im Landratsamt.

Aus ihrem Wahlprogramm sprach Gabriele Stenger verschiedene Punkte an, wie das Infrastrukturprojekt Glasfaser, der Fachkräftemangel, ein Azubi-Campus, Umwelt- und Klimaschutz, Wasserrückhaltebecken, die faire Verteilung von Mitteln für die Schulen im Bergwinkel oder das Kreiskrankenhaus Schlüchtern. Sinkende Vertrauenszahlen für Bundeskanzler und Bundesregierung belasteten die Demokratie auch vor Ort.

„Die Politik muss transparenter werden,“ so Gabriele Stenger abschließend mit der Bitte um die Stimme am 29. Januar. In der langen Diskussion mit der Kandidatin wurde über die Mobilitätsförderung auf dem Land, Wohnraum, um Wegzug zu verhindern, und vor allem über die Flüchtlingspolitik gesprochen.

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