20-jähriges Firmenbestehen

Landrat Thorsten Stolz beglückwünscht romeisIE aus Gelnhausen

Landrat Thorsten Stolz sprach mit Firmenchef Christian Romeis (rechts) und Daniel Buchta (Social Media, links). Auf dem Tisch Roboterarm „Horst“. - Foto: MKK-Pressestelle


Samstag, 21.01.2023

MAIN-KINZIG-KREIS - „Horst“ hatte einen Unfall und ist seitdem nur noch ein Schatten seiner selbst. Ihm fehlt der richtige Schwung, was für einen Roboterarm, der im Bereich der Kollaboration zwischen Mensch und größeren Maschinen eingesetzt wird, in der Tat düstere Aussichten sind. Das Team von romeis Information und Engineering (romeisIE) in Gelnhausen kümmert sich nun darum, dass Horst bald wieder seine Arbeit aufnehmen kann. 

„Wir sind auf diese Art der Problemlösung spezialisiert“, erklärte Firmengründer Christian Romeis im Gespräch mit Landrat Thorsten Stolz. Dieser gratulierte dem Unternehmen zu seinem 20-jährigen Bestehen und zur Nominierung für den diesjährigen Mittelstandspreis „Unternehmer des Jahres“ im Main-Kinzig-Kreis. Der Preis wird seit vielen Jahren vom Bundesverband Mittelstand (BVMW) im Main-Kinzig-Kreis verliehen. Der Landrat sprach mit Christian Romeis über die wirtschaftliche Entwicklung von romeisIE und ging der Frage nach, wie es in dieser Branche gelingen kann, Fachkräfte und Nachwuchskräfte zu gewinnen.

Wenn Christian Romeis über die Projekte spricht, die innerhalb der Firma laufen, dann nennt er einzelne Ziele gern auch „Challenges“, also Herausforderungen, die gemeinsam im Team angegangen werden. Genau das ist das Kerngeschäft der Firma, die seit 20 Jahren individuelle Softwarelösungen für Großunternehmen und große mittelständische Firmen erarbeitet. Es geht dabei darum, betriebliche Prozesse zu digitalisieren und zu automatisieren, indem smarte und individuelle Softwarelösungen eingesetzt werden. Das Unternehmen bezeichnet sich dabei als Schnellboot und Innovationstreiber für Firmen etwa in den Bereichen Automobilindustrie, Medizintechnik, Baustoffhandel, Immobilien und Chemieindustrie.

Für den kostenlosen Makerspace gibt es zwei Bedingungen

Am Firmensitz im Triangulum in Gelnhausen stehen aber auch noch Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen nach eigenem Bekunden ein deutschlandweit einzigartiges Konzept zum Herumprobieren, Forschen und Experimentieren umgesetzt wird: Der Makerspace „makeIT“ für Zukunftstechnologien. Dieser entstand in Zusammenarbeit mit der Softwarefirma Abatisens aus Gründau. Dort haben externe Kräfte in einer Hightech-Werkstatt die Möglichkeit, zielorientiert zu arbeiten und Prototypen für die Wirtschaft und den Privatgebrauch zu entwickeln. Je nach Thema werden die passenden Personen zusammengebracht, um gemeinsam an einer Sache zu arbeiten.

„Wir haben zwei Bedingungen für unseren kostenlosen Makerspace: Einmal soll vorher ein Ziel definiert werden, auf das hingearbeitet wird. Die zweite Maßgabe ist, dass das im Team geschieht. Denn die Erfahrung zeigt, dass auf diese Weise viele Synergien und Ideen entstehen. Deshalb fördern wir die Zusammenarbeit und den Austausch von Menschen, die sich sehr für diese Themen interessieren“, so Christian Romeis. 

So entstand auf sein Betreiben hin die Gruppe der Main-Kinzig-Nerds, bestehend aus rund 200 Softwareentwicklern und Softwareentwicklerinnen, die bereits erfolgreich zu einzelnen Projekten hinzugezogen wurden. Sehr gute Impulse für die heimische Wirtschaft seien etwa von der „Robotics Week“ unter dem Stichwort „Globale Krise – Die Chance zur Transformation“ ausgegangen, denn gerade der Mittelstand könne hier noch einiges aufholen, so Romeis.

Kluge und begabte Köpfe für eine spätere Ausbildung gewinnen

Vor allem bei den jungen Leuten kommt dieses Angebot, in die Bereiche Robotik, IoT, Elektronik und Mechanik, Künstliche Intelligenz, aber auch Augmented und Virtual Reality reinzuschnuppern, sehr gut an. So hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr rund 50 Praktikanten und Praktikantinnen vor Ort, die auch aus den Gelnhäuser Schulen kommen. „Es ist eine tolle Sache, weil wir auf diese Weise jungen Menschen schon sehr früh die Möglichkeit geben, in diese Berufsfelder hereinzuschauen, zu denen sie sonst vielleicht gar nicht oder erst sehr viel später Zugang hätten“, erklärte Christian Romeis während des Rundgangs.

So gelinge es immer wieder aus dem Pool „Praktikum“ kluge und begabte Köpfe für eine spätere Ausbildung zu gewinnen. „Dann kennt man sich schon und weiß, ob jemand geeignet ist“, verdeutlichte Romeis dem Landrat. Aktuell sind im Unternehmen zwei Schüler aus dem Grimmelshausen-Gymnasium damit beschäftigt, an einem Türöffner via App zu arbeiten. „Eine gute Verzahnung von Schule und Unternehmen bietet für beide Seiten große Vorteile und ebnet später den Weg, wenn es darum geht, dass junge Leute die Weichen für ihre berufliche Zukunft stellen wollen“, sagte der Landrat und informierte sich auch über ein neues Projekt, das Christian Romeis sehr am Herzen liegt: der neue Markt für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger „Chase vour Job“ am 10. März in Gelnhausen und der angrenzenden Region.

Dafür hat romeisIE eine eigene App entwickelt, die nicht nur mit den Firmenprofilen der beteiligten Unternehmen im Raum Gelnhausen bestückt ist, sondern auch die Abfahrtszeiten der extra für diese Veranstaltung eingesetzten Busse enthält, damit die jungen Leute Gelegenheit haben, auf eigene Faust die für sie interessanten Ausbildungsstationen zu erreichen. „Ich wurde sehr oft von Schulen angeschrieben, damit ich an Berufsinfotagen teilnehme und über romeisIE spreche. Da ich das zeitlich nicht schaffe, mich aber sehr gern in diesem Bereich engagiere, kam uns schließlich die Idee zu Chase your Job, die bei vielen Unternehmen im Raum Gelnhausen Anklang fand“, erläuterte Christian Romeis. 

Thorsten Stolz wünschte dem Unternehmen hierfür einen guten Ablauf. „Wir sehen bei ähnlichen Ausbildungsaktionen an anderer Stelle, dass das bei den jungen Leuten gut ankommt und wichtige erste Kontakte geknüpft werden können“, so der Landrat. (red)

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