Glasfaser mit Spitzentechnologie

Hochmoderner Georadar wird in Freigericht deutschlandweit erstmals eingesetzt

v.l.n.r.: Freigerichts Bürgermeister Dr. Albrecht Eitz, Breitband-Geschäftsführerin Simone Roth und Aufsichtsratsvorsitzender Winfried Ottmann mit Geschäftsführer Wilhelm Dresselhaus. - Foto: Bensing & Reith


Montag, 23.01.2023

FREIGERICHT - Auf Freigerichts Bürgersteigen rollt jetzt ein echtes Hightech-Gerät: Der Georadar „Stream DP“ sieht aus wie ein Rasenmäher, ist aber randvoll mit Technik. „Das Gerät analysiert, ob und wie tief Leitungen unter der Erde liegen“, sagt Wilhelm Dresselhaus, Geschäftsführer von Terra-Digital. Das Unternehmen sammelt für die Breitband Main-Kinzig GmbH aktuell Vermessungsda-ten für den Glasfaserausbau in Freigericht.

Glasfaserkabel werden üblicherweise 40 Zentimeter tief unter die Erde gebracht. Die Breitband Main-Kinzig, die jüngst mit dem Glasfaserausbau in Freigericht-Bernbach startete, verlegt die Leitungen sogar 20 Zentimeter tiefer als vorgeschrieben. Zu den Gründen sagt Breitband-Geschäftsführerin Simone Roth: „Damit gehen wir auf Nummer sicher. Schließlich soll das Netz, das wir verlegen, nachhaltig sein. Je tiefer die Leitungen unter der Erde sind, desto geschützter sind sie vor möglichen Schäden.“

Bevor die Kabel verlegt werden, versichert sich das dort zuständige Tiefbauunternehmen NGE Contracting, dass keine anderen Leitungen an den jeweiligen Stellen verlaufen. Farzan Hamzehei, Projektmanager bei NGE, sagt: „Das ist wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden. Wir haben das Unternehmen Terra-Digital damit beauftragt, vor dem Ausbau für uns in den Boden zu schauen. Das machen sie mit hochmoderner Technik.“ In Freigericht gilt sogar: mit der modernsten Technik, die es gibt. Denn der Georadar „Stream DP“, den Terra-Digital aktuell für die Vermessung in Bernbach nutzt, wird deutschlandweit zum ersten Mal eingesetzt.

Und wie funktioniert das moderne Gerät? „Der Georadar wird wie ein Rasenmäher über die Straßen geschoben“, sagt Wilhelm Dresselhaus. Dabei schickt er immer wieder elektromagnetische Impulse in die Erde, die reflektiert werden. Durch die Laufzeit des reflektierten Signals lassen sich die Tiefe und die Lage einer Leitung bestimmen. 

Hightech vom Feinsten

Parallel zum Einblick in den Boden fliegt eine Drohne über die Straße. Diese erfasst zentimetergenau das Bauumfeld und liefert damit wichtige Informationen für die Trassenplanung. Dadurch können Hindernisse einer neuen Trasse schon in der Planungsphase umgangen werden. Wilhelm Dresselhaus bringt es so auf den Punkt: „Mit dem Georadar und der Drohne erstellen wir einen digitalen Zwilling des Baugrunds.“

Alle gelieferten Daten sind bis auf einen Zentimeter genau. Simone Roth ist von der Technik begeistert: „Mit der frühzeitigen Vermessung vermeiden wir Straßenschäden, weil wir schon vor dem Aufgraben der Straßen wissen, was im Erdreich liegt. Außerdem erkennt der Bodenradar auch Leerrohre, die wir für die Verlegung von Glasfaser nutzen können.“ Winfried Ottmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Breitband Main-Kinzig GmbH, ergänzt: „Mit dieser Technik sind wir auf der sicheren Seite und arbeiten effizient.“

Übrigens fängt Terra-Digital mit den Vermessungen immer so früh wie möglich an. Das sei für die Genauigkeit der Daten wichtig. Simone Roth sagt: „Wenn die Bürgerinnen und Bürger in der nächsten Zeit also solch ein Gerät vor der Haustür rollen sehen, können sie sich freuen. Das heißt, dass es bald mit den Glasfaser-Ausbauarbeiten losgeht.“ Der Georadar wird aber nicht in allen Kommunen eingesetzt.

Bernbach ist der erste Ortsteil von Freigericht, den die Kreistochter Breitband Main-Kinzig mit kostenlosen Glasfaseranschlüssen versorgt. Ist das Unternehmen dort fertig, bekommen sukzessive auch die anderen Ortsteile superschnelles Internet bis ins Gebäude. Bis 2026 möchte die Breit-band Main-Kinzig GmbH 80.000 Haushalte im gesamten Kreis mit schnellen Bandbreiten ausstatten. (red)

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