"Jugend forscht": Junge Talente überzeugen mit großen Ideen

Dienstag, 07.03.2023
HANAU / MKK - Das Patenunternehmen Heraeus in Hanau stand jetzt wieder im Zeichen von „Jugend forscht“. Nachdem die letzten beiden Veranstaltungen Corona-bedingt nur online stattfanden, konnten sich diesmal die Jungforscherinnen und Jungforscher endlich wieder vor Ort mit ihren Projekten präsentieren und mit der Jury diskutieren.
Unter dem diesjährigen Motto „Mach Ideen groß!“ traten 19 Projekte in den Kategorien „Jugend forscht“ (15 Projekte) und „Schüler experimentieren“ (vier Projekte) an. Die 35 Teilnehmenden kamen von Schulen aus Frankfurt, Fulda, Freigericht, Geisenheim, Gelnhausen, Heusenstamm, Hünfeld, Karben, Rödermark und Steinbach. Bei der Preisverleihung wurden vier Jugend forscht-Projekte und drei Projekte von Schüler experimentieren mit dem ersten Platz belohnt und sind damit Regionalsieger.
Zu den herausragenden Siegerprojekten gehören ein Vorwarnsystem für Gemeinden zur Vermeidung von Hochwasserereignissen, eine CO2-Messdaten Loggingstation, ein selbstentwickeltes Interferometer für Hochpräzisionsmessungen, ein biologischer Beschleuniger für Pflanzenwachstum, ein umweltfreundlicher Kleber, ein biogisches Spülmittel und ein besonderer Taschenrechner. Jeder Regionalsieg wurde mit 75 Euro Preisgeld gewürdigt.
Forschertalente gestalten unsere Zukunft
Der 13. Regionalwettbewerb Rhein-Main Ost hat sich einmal mehr als wichtige Plattform für Jungforscherinnen und Jungforscher erwiesen. Der Regionalpatenbeauftragte Tore Prang, Executive Vice President Communications & Marketing bei Heraeus, zeigte sich bei der Siegerehrung beeindruckt von den vorgestellten Projekten. „Es ist toll zu sehen, wie engagiert und mutig unser Forschernachwuchs sich Gedanken um die Zukunft macht, um diese mit ihren Ideen besser zu gestalten. Für uns ist das die Motivation, warum wir als Regionalpate Jugend forscht als Netzwerk-Partner unterstützen. Und das war heute wieder eine ganz andere Forschungsatmosphäre als bei den coronabedingten Online-Präsentationen.“
Auch für die kompetente, ehrenamtliche Jury aus Lehrkräften von Schulen aus dem Rhein-Main-Gebiet sowie Mitarbeitenden von Heraeus war es eine große Freude, die Arbeiten zu bewerten und neben den Regionalsiegen zahlreiche weitere Sonderpreise zu vergeben. Die Jury-Vorsitzende Judith Jeuck (Claus-von-Stauffenberg-Schule, Dudenhofen) betont: „Besonders freut es mich, dass die vielen Forschertalente ihre Projekte endlich wieder im direkten Austausch mit unserer Jury diskutieren und präsentieren konnten. Es ist schön, die strahlenden Forscheraugen zu sehen. Die jungen Talente haben Monate geforscht, sind an ihren Ideen drangeblieben und haben ihre Projektideen groß gemacht. Alle können stolz sein, beim Regionalwettbewerb dabei zu sein.“
Siegerprojekte & Regionalsieger
Vier
Forschungsprojekte konnten sich für den Jugend forscht Landeswettbewerb
Hessen in Darmstadt am 29. und 30. März qualifizieren. Regionalsieger im
Bereich Mathematik/Informatik wurden David Maul, Leon Bohnwagner und
Ruben Otto von der Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld. Das Forschertrio hat
mit TERRAsim ein Vorwarnsystem für Gemeinden zur Vermeidung von
Hochwasserereignissen und katastrophalen Auswirkungen entwickelt. Ihr
innovatives System umfasst z.B. die Analyse und Simulation von
Starkregenereignissen und Fließpfaden, eine digitale Aufbereitung von
Datenmaterial aus topographischen Karten sowie Wetterdaten.
Den Biologie-Regionalsieg holte sich Jana Moldan von der Kopernikusschule Freigericht. Sie untersucht die optimale Zusammensetzung des Bodenmikrobioms, also die Gesamtheit der Mikrorganismen beim Pflanzenwachstum. Sie will mit dem Projekt Lösungen für Landwirte und Hobbygärtner finden, um mithilfe der optimalen Zusammensetzung bestimmter Mikrobiom-Zugaben das Pflanzenwachstum zu beschleunigen.
Mit einem selbstentwickelten Interferometer für Hochpräzisionsmessungen überzeugten David Jukic und Ria Arora vom Bilingualen Gymnasium Phorms Frankfurt Taunus Campus, Steinbach (Taunus) im Fachgebiet Physik. Sie wollen mit dem Eigenbau-Messgerät z.B. COVID-19 Aerosole in einem Raum nachweisen. Für die beste interdisziplinäre Arbeit wurde Samuel Jansen von der Kurt-Schumacher-Schule in Karben für seine CO2-Messdaten Loggingstation ausgezeichnet. Damit will er Kohlenstoffdioxid-Messdaten über einen längeren Zeitraum erfassen und grafisch auswerten, um damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Ökologischer Kleber aus Mistelsaft
Zudem
treten drei Regionalsieger von „Schüler experimentieren“ (ab 4. Klasse
bis 14 Jahre) in einem eigenen Landeswettbewerb am 24. und 25. März an
der Universität Kassel an. Bennet Fritscher, Tristan Müller und Benedikt
Schäfer von der Kopernikusschule Freigericht holten sich den
Regionalsieg (Beste interdisziplinäre Arbeit) für einen ökologischen
Kleber aus Mistelsaft. Das Forschertrio hat einen umweltfreundlichen
Kleber entwickelt, der so viel Last tragen kann wie ein herkömmlicher
Klebstoff, und er besteht nur aus natürlichen Materialien.
Im Fachgebiet Chemie belegten Richard Ludwig und Lilli Gräwe von der Karl-Popper-Schule in Frankfurt am Main den ersten Platz. Das Duo hat ein Spülmittel auf rein natürlicher Basis entwickelt und für jeden Inhaltstoff eines herkömmlichen Spülmittels einen Ersatz aus der Natur gefunden. Als Tensid-Alternative nutzen sie z.B. die Waschnuss, eine Frucht der „Seifenbäume“.
Als beste Technikarbeit wurde ein erweiterbarer Taschenrechner von Philipp Zimmermann und Jiayi Ou von der Adolf-Reichwein-Gymnasium Heusenstamm ausgezeichnet. Das Duo erforscht, wie man einen Taschenrechner so erweitern kann, damit er auch unendlich hohe Zahlen berechnet. (red)