BAD ORB

Lik für Hawaii qualifiziert - Frauenteam erstklassig

Der Turnverein und die Stadt Bad Orb ehren die erfolgreichen Triathleten. - Fotos: Dietmar Kelkel

10.11.2019
von: Dietmar Kelkel

Bei einem bunten Abend im Foyer der Konzerthalle haben der Turnverein und die Stadt Bad Orb die herausragenden Leistungen ihrer Triathleten gewürdigt. „Wir sind ein traditionsreicher Verein. Dieser Ehrungsabend dient dazu, die Sportler und die Sportart Triathlon kennenzulernen“, sagte Vorsitzender Dieter Engel einleitend.

Moderatorin Lara Bangert ließ noch einmal die Erfolgsgeschichte der Abteilung Revue passieren. „Sportlich verlief die Entwicklung mehr als kometenhaft. So schlagen bis heute diverse Qualifikationen für die Ironman-WM auf Hawaii von Tim Stutzer, Klaus Stutzer Alex und Julia Nikolopoulos, Nina Vabic, Bernd Paczarkowski, Michael Lik, Florian Brosch und Julia Ertmer zu Buche.“ Julia Ertmer sei es dann auch gewesen, die im Jahre 2017 mit ihrem dritten Gesamtrang beim Ironman Hamburg und dem darauffolgenden Weltmeistertitel in ihrer Altersklasse auf Hawaii den wohl größten Erfolg eines Einzelsportlers erzielt habe.

Ein Glanzlicht habe in diesem Jahr das Frauenteam mit dem Aufstieg in die 1. Triathlon-Bundesliga gesetzt. Von Lea Brand, Mareike Czakert, Antonia Gardeike, Lisa Gerss, Laura Janssen, Tina Lucas, Verena Repp, Tabea Sander und Mannschaftskapitänin Dana Wagner wollte die Moderatorin wissen, wie das entscheidende letzte Rennen in Baunatal verlaufen sei. „In Baunatal ging das Schwimmen schief. Wir hatten uns selbst unter Druck gesetzt, weil wir liefern wollten“, berichtete Verena Repp. „Nach dem Schwimmen hatten wir eine Wut im Bauch und haben schon nach zehn Kilometern die führenden Schongauerinnen eingeholt“, erinnerte sich Lisa Gerss zurück. Auf der Laufstrecke sei dann der große Zusammenhalt im Team zum Tragen gekommen, sodass der Abstand nach hinten immer größer wurde, sagte Laura Janssen. Und Dana Wagner fügte hinzu: „Der Zieleinlauf in Baunatal war ein Moment, der im Herzen bleibt“ und bedankte sich beim Verein und der Stadt für die große Unterstützung.

Teammanager Adi Kohr berichtete, dass der Kader für das Abenteuer 1. Bundesliga stehe. „Die Neuzugänge Lisa Heinrichs, Stefanie Weiss und Dörte Zimmermann sind echte Verstärkungen. Ich denke, dass wir im Laufen und auf dem Rad konkurrenzfähig sind.“ Mit Videoanalysen vom Schwimmen versuche er, die Frauen auf ein technisch höheres Niveau zu bringen. „Wir setzen auf den großen Zusammenhalt des Teams und fahren zu allen fünf Wettkämpfen zu acht. Die vier, die nicht starten, feuern unsere Athletinnen an der Strecke an“, kündigte Kohr an, der noch immer regelmäßig trainiert. „Der Sport ist meine Leidenschaft und das lebe ich dem 'Team Bad Orb – gesund im Spessart' vor.“ Neuzugang Lisa Heinrich, die in Heidelberg studiert, hob hervor, dass der Orber Teamgeist in der 2. Liga von außen spürbar gewesen sei. Deshalb habe sie sich gerne der Mannschaft angeschlossen und erfülle sich selbst mit der 1. Bundesliga einen Kindheitstraum.

Bürgermeister Roland Weiß und Kurdirektor Dr. Dirk Thom würdigten die Sportler als Aushängeschilder für die Stadt. „Das Motto 'Gesund im Spessart' geht mir runter wie Öl. Die Kurgesellschaft freut sich, dass die Athleten für Bad Orb in ganz Deutschland unterwegs sein werden“, so Thom.

Der Turnverein ehrte auch den Triathleten Michael Lik, der beim Ironman in Barcelona die Hawaii-Qualifikation in 8 Stunden und 41 Minuten geschafft und damit einen neuen Kreisrekord aufgestellt hat. „Auf Hawaii strebe ich in meiner Altersklasse einen Podiumsplatz an“, betonte der 41-Jährige. Die Trainingspläne schreibe sein Trainer Mario Schmidt-Wendling. Sein Arbeitgeber habe ihm Sonderurlaub bewilligt für zwei Trainingslager, berichtete er. „Ich war noch nie auf Hawaii, weiß aber, dass dort der Wind eine große Rolle spielt. Deshalb ist die Zeit erst einmal zweitrangig.“ Lik betone, dass er sehr trainingsfleißig sei und das Training sei Bestandteil seines Lebens. „Er ist sehr diszipliniert, ist stark im Laufen und hat einen Wahnsinnswillen hinten raus noch einen draufzusetzen“, fügte Ehefrau Rachel hinzu.

Ein weiterer Athlet hat sich für 2020 viel vorgenommen. Florian Brosch wurde vor drei Jahren am Walchsee in Österreich Europameister über die Mitteldistanz. „Dort will ich in der Altersklasse 35 bis 39 Jahre noch einmal Europameister werden“, berichtete er. +++