Gemeinsam Höhen und Tiefen gemeistert

Seit 60 Jahren miteinander verheiratet: Maria und Horst aus Biebergemünd

Landrat Thorsten Stolz (links) gratulierte gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Schmitt dem Ehepaar Maria und Horst Winkler zur Diamanthochzeit. - Foto: MKK-Pressestelle


Dienstag, 06.02.2024

BIEBERGEMÜND - Mit großer Dankbarkeit und Freude blicken die Eheleute Maria und Horst Winkler aus Biebergemünd-Wirtheim auf ihre gemeinsamen Ehejahre.

Seit 60 Jahren sind sie verheiratet und feierten nun ihre Diamanthochzeit . Zu den Gratulanten zählten auch Landrat Thorsten Stolz und Bürgermeister Matthias Schmitt. „Das Ehepaar Winkler blickt auf viele schöne Jahrzehnte zurück, in denen sie Höhen und Tiefen gemeinsam gemeistert haben. Ich wünsche den beiden noch viele gemeinsame Jahre und natürlich viel Gesundheit“, sagte Thorsten Stolz.

Kennengelernt hat sich das Paar schon zu Beginn der Grundschulzeit. Marias Mutter hatte ein Schreibwarengeschäft, in dem alle ortsansässigen Kinder ihre Schulsachen einkauften. So auch der junge Horst, der eines Tages schnaufend die Treppe hochgelaufen kam und nach einem Heft verlangte. Daran erinnert sich die Jubilarin noch sehr gut. Er erinnert sich, dass sie stets lange blonde Zöpfe trug.

Auf einer Silvesterfeier "funkte" es


Gefunkt hat es dann einige Jahre später, bei einer Silvesterfeier mit Freunden, wo auch getanzt wurde. „Ich habe sie an diesem Abend nach Hause begleitet und wir waren uns beide schon ein paar Tage später einig, dass aus uns was werden könnte“, erklärt Horst Winkler und lacht.

Für Horst Winkler (83) war Wirtheim der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, denn er wurde im Alter von sechs Jahren mitsamt seiner Familie aus Wiesenberg im Sudetenland vertrieben. Auch für Maria (82) und ihre Familie war die Nachkriegszeit schwer. Maria und Horst Winkler haben aber ihren Blick stets voller Vertrauen in die Zukunft gerichtet und beschlossen, sich gemeinsam etwas aufzubauen. Seit 1959 waren sie befreundet, geheiratet haben sie 1964.

Seit ihrer Jugend sind sie gemeinsam im Kirchenchor aktiv – das sind jetzt mehr als 60 Jahre. Die Musik und das ehrenamtliche Engagement in der Kirche sind wichtige Säulen ihres Ehelebens. Nicht lange drum herumreden, sondern anpacken und gestalten, das war stets das Motto der Eheleute. Das galt bei den zahlreichen Projekten innerhalb der Kirchengemeinschaft, aber auch beim Aufbau ihres eigenen Hauses, das sie in den Jahren 1968 bis 1970 errichtet haben. Maria Winkler hatte nach der Schulzeit bis zu ihrer Hochzeit als kaufmännische Angestellte gearbeitet. Danach widmete sie sich in vielfältiger Weise ihrer Familie: sie betreute und erzog die drei Kinder Beate, Günter und Angelika und kümmerte sich um Haus und Garten, versorgte aber auch ihre Mutter.

Job-Angebot in Japan abgelehnt


Horst Winkler erlernte zunächst den Beruf des Feinmechanikers bei Hartmann und Braun in Frankfurt, danach nahm er das Studium der Elektrotechnik auf. Als Entwicklungsingenieur für Digital-Technik arbeitete er fünf Jahre bei der AEG. Später war er Abteilungsleiter für die Instandhaltung und die Elektroplanung im Brennelemente-Werk von Siemens in Hanau. Er kümmerte sich um den Aufbau des Werks und dann viele Jahre später um dessen Abwicklung, als die Abkehr von der Atomenergie beschlossen wurde. Seine Kenntnisse waren auch in Japan und Russland gefragt.

Ein Job-Angebot in Japan lehnte Horst Winkler jedoch ab, da seine Wurzeln in Wirtheim liegen. Dort fühlt er sich mit der Region und den Menschen stark verbunden. Das Paar engagiert sich seit 25 Jahren für die Partnergemeinden im Kongo und in Uganda. Anlässlich ihres Jubiläums verzichtet das Jubelpaar auf persönliche Geschenke und bat um Spenden für Waisenkinder in den afrikanischen Partnergemeinden.

Maria Winkler war viele Jahre Mitglied der kfd, wo sie sich auch im Vorstand engagierte. Mehr als drei Jahrzehnte war sie als Küsterin, Lektorin und Kommunionhelferin tätig und sorgte über 40 Jahre für den Blumenschmuck in der Kirche. Horst Winkler war 30 Jahre lang Mitglied des Verwaltungsrates der katholischen Kirchengemeinde Wirtheim und ist seit 1965 im KAB-Vorstand. Davon war er 45 Jahre lang Vorsitzender. Er interessiert sich sehr für die regionale Geschichte und hielt zahlreiche Vorträge, schrieb Veröffentlichungen und übernahm historische Führungen für Heimat- und Kirchengeschichte.

Das vitale Jubelpaar hat neben den drei Kindern auch zwei Enkel, die ihnen viel Freude bereiten. Großes Interesse haben die Eheleute Winkler am aktuellen Zeitgeschehen. Mit großer Dankbarkeit blicken sie auf fast 80 Jahre Frieden zurück, zeigen sich aber auch sehr besorgt über die aktuellen Tendenzen in Deutschland. Für beide steht fest, dass es in dieser Gesellschaft nur gut weitergeht, wenn sich möglichst viele Menschen einbringen, um gemeinsam etwas zu bewegen. Nur so können Friede und Gerechtigkeit erhalten bleiben. (red)

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