GELNHAUSEN

Kirchengemeinden verurteilen verfassungsfeindliche Schmierereien in Gelnhausen

Mit Bestürzung haben die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Gelnhausen, Haitz und Höchst auf die verfassungs- und menschenfeindlichen Schmierereien in Gelnhausen reagiert. - Fotos: Moritz Pappert

02.12.2019
von: PM

„Wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.“ So formulierten Kirchenvertreter im Oktober 1945 im Stuttgarter Schuldbekenntnis und nahmen damit Bezug auf die Greueltaten in der Zeit des Nationalsozialismus. Darum: Wehret den Anfängen. Auch nach bald 75 Jahren werden immer noch Hakenkreuze und Runen an Wände und Häuser geschmiert. 

Mit Bestürzung haben die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Gelnhausen,  Haitz und Höchst auf die verfassungs- und menschenfeindlichen Schmierereien in Gelnhausen reagiert. „Wir verurteilen diese Taten aufs Schärfste“, erklären Pfarrer und Vorstandsmitglieder übereinstimmend. Jeglicher Art von Verfassungsfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus erteilen wir eine deutliche Absage.

In der vergangenen Woche waren von Unbekannten an mehreren Orten in Gelnhausen an Wände und Mauern Hakenkreuze geschmiert worden. Unter anderem im Coleman-Park, an der Philipp-Reis-Schule, der Kreisrealschule, am Halbmond, am Hallenbad, am ehemaligen Kaufhaus Joh, im Lohmühlenweg und am Stephanusberg. Das Hakenkreuz stehe in der deutschen Geschichte für Menschenvernichtung, Missachtung bürgerlicher Rechte und Freiheiten, Krieg und Zerstörung.

Gleichzeitig bekräftigen die Kirchengemeinden ihre Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern Gelnhausens: „Wir stehen Seite an Seite mit unseren jüdischen Schwestern und Brüdern“. Die unsäglichen Schmierereien haben die Kirchengemeinden aufgerüttelt und ihnen verdeutlicht, wie wichtig es ist, Haltung zu zeigen. „Wir werden uns nicht tatenlos damit abfinden, dass Nationalismus und Antisemitismus in Gelnhausen und in ganz Deutschland auf fruchtbaren Boden fallen“, so die Gemeindevertreter. +++