Ehre, wem Ehre gebührt ...

"CIVICUM": Isabell Leske, LebMal-Club und Arbeitskreis Ökumene erhalten Bürgerpreis

In der Kategorie „Alltagshelden“ wird der LebMal-Club ausgezeichnet. - Foto: Lebenshilfe/Norbert Böttge


Montag, 22.12.2025

GELNHAUSEN - Die Preisträger des Gelnhäuser Bürgerpreises CIVICUM 2025 stehen fest: Isabell Leske, der LebMal-Club und der Arbeitskreis Ökumene der Evangelischen Kirchengemeinde Meerholz-Hailer werden während des Neujahrsempfangs der Stadt Gelnhausen am Donnerstag, 15. Januar, ab 19 Uhr im Barbarossasaal des Main-Kinzig-Forums ausgezeichnet.

„Die Gelnhäuser Stadtgesellschaft lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen, die hinschauen, wenn Hilfe gebraucht wird, und die zum Wohle der Gemeinschaft handeln, ohne nach ihrem persönlichen Vorteil zu fragen. Diese Menschen verschenken Zeit, Aufmerksamkeit und Respekt und engagieren sich, oft über viele Jahre hinweg für andere - mit Ausdauer, Empathie und aus Überzeugung. Gerade in einer Zeit, in der der Ton im täglichen Miteinander zunehmend rauer wird und Hassbotschaften ungefiltert durch die Sozialen Medien rauschen, zeigt das Ehrenamt eine andere, eine bessere Seite des gesellschaftlichen Miteinanders. Der Gelnhäuser Bürgerpreis soll diesen Einsatz sichtbar machen und ihn anerkennen“, unterstreicht Bürgermeister Christian Litzinger die Bedeutung von CIVICUM. Zusammenhalt entstehe nicht durch Vorverurteilung und laute Worte, sondern durch Taten, durch Menschlichkeit und gegenseitigen Respekt.

Jede Kategorie ist mit 500 Euro dotiert


Der Bürgerpreis CIVICUM wird in drei Kategorien vergeben: „Ehrenwerk“, „Alltagshelden“ und „Junge Helden“. Jede Kategorie ist mit 500 Euro dotiert. Die Jury, die sich aus jeweils einem Mitglied aus dem Kulturausschuss, einem Mitglied aus dem Fachbereich Kultur und Tourismus, dem Bürgermeister, einem Magistratsmitglied und je einem Mitglied aus jeder Fraktion der Stadtverordnetenversammlung zusammensetzt, hat die eingegangenen Bewerbungen gesichtet, bewertet und sich auf die Preisträgerinnen und Preisträger geeinigt. Die Bewerberinnen und Bewerber um den Bürgerpreis konnten sich selbst vorschlagen oder wurden vorgeschlagen.

Seit 1997 bietet der Arbeitskreis Ökumene der evangelischen Kirchengemeinde Hailer mit großem Erfolg ein Kleiderbörsen-Projekt an. - Fotos (2): Ev. Kirchengemeinde Meerholz-Hailer
Seit 1997 bietet der Arbeitskreis Ökumene der evangelischen Kirchengemeinde Hailer mit großem Erfolg ein Kleiderbörsen-Projekt an. - Fotos (2): Ev. Kirchengemeinde Meerholz-Hailer
 Als „Junge Heldin 2025“ wird Isabell Leske geehrt.  - Foto: privat
 Als „Junge Heldin 2025“ wird Isabell Leske geehrt. - Foto: privat

Isabell Leske ist "Junge Heldin"


Als „Junge Heldin 2025“ wird Isabell Leske geehrt. Sie arbeitet schon seit 2019 als Ehrenamtliche in der Kinderarbeit der Evangelischen Kirchengemeinden Haitz und Gelnhausen mit. Zudem hat sie zahlreiche überregionale Angebote der Jugendarbeit begleitet und zwei Jugendfreizeiten geleitet. Nach dem Abitur beschloss sie, ein freiwilliges Jahrespraktikum bei der Evangelischen Jugend der Evangelischen Kirchengemeinde Gelnhausen zu absolvieren und in der Schulseelsorge des Grimmelshausen-Gymnasiums mitzuarbeiten. In dieser Zeit hat sie drei Kindergruppen und zwei Jugendgruppen im Team geleitet, in den Teams der Stadtferien, der Konfirmandenarbeit und im Taizé-Team mitgearbeitet. Außerdem betreute Isabell Leske die „Ansprechbar“ am Grimmelshausen-Gymnasium und engagierte sich bei den Klassengemeinschaftstagen. So leistete die Gelnhäuserin zwischen August 2024 und August 2025 ca. 1700 Stunden ehrenamtliche Arbeit.

Um in dieser Zeit finanziell über die Runden zu kommen, hat die Preisträgerin in der Betreuung der  Philipp-Reis-Schule, und zwar in der Betreuungsgruppe „KuBu“ (1. bis 4. Klasse) und im „Schülerclub“ (5. bis 7. Klasse) gearbeitet. Vorgeschlagen wurde Isabell Leske von Jugenddiakon Hartmut Winkler. Er schreibt über sie: „Isabell Leske ist eine sehr engagierte, reflektierte, selbstbewusste junge Frau, die sich mit großem Einsatz und viel Herz für andere einbringt und dabei ebenso den Kindern und Jugendlichen der Gruppen als auch den anderen Ehrenamtlichen ein Vorbild ist. Ihr selbstloser Einsatz ermöglichte es, das Angebot der Jugendarbeit auszuweiten. Ihre stets wertschätzenden Rückmeldungen brachten das Team als Ganzes voran.“

LebMal-Club ist "Alltagsheld"


In der Kategorie „Alltagshelden“ wird der LebMal-Club ausgezeichnet. Es handelt sich hierbei um ein Kooperationsangebot der Lebenshilfe Gelnhausen und vom Malteser Hilfsdienst. Der Name setzt sich zusammen aus Leb-enshilfe und Mal-teser. Regelmäßig treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Räumen der Geschäftsstelle der Lebenshilfe in Altenhaßlau zu gemeinsamen Aktivitäten. Der Malteser Hilfsdienst organisiert die Beförderung und die Betreuung vor Ort. Zu den gemeinsamen Aktivitäten gehören Spiele, Kegeln, Basteln, Einradfahren, Karnevalsaktivitäten, Kinobesuche, Bingo, Stadtführungen, Pizzabacken, Feuerwehrbesuche, Tonarbeiten, Bratwurstfest, Schwimmen, Singen, Sommerfest sowie gemeinsame Disco-Besuche und mehr.

Vorgeschlagen hat den LebMal-Club der Vorstand des Geschichtsvereins Gelnhausen. Er sieht in dem Angebot „eine Abrundung des bestehenden Angebots für Menschen mit Behinderung. Eine ehrenamtliche Tätigkeit, die unbedingt gewürdigt werden sollte und als Beispiel für andere dient.“

Arbeitskreis Ökumene ist "Ehrenwerk"


Seit 1997 bietet der Arbeitskreis Ökumene der evangelischen Kirchengemeinde Hailer mit großem Erfolg ein Kleiderbörsen-Projekt an, dessen Erlös regelmäßig in internationale Bildungsprojekte fließt und zudem noch hilft, die Kleidermüllberge der Welt ein wenig kleiner zu halten. Für dieses Projekt sowie verschiedene Initiativen und Aktivitäten, wie zum Beispiel ökumenische Begegnungen, wird der Arbeitskreis in der Kategorie „Ehrenwerk“ ausgezeichnet.

Der Ökumenekreis versteht sich als eine ökumenische Arbeitsgruppe, die sich von dem Motto „Global denken – lokal handeln“ leiten lässt. Auf der Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Meerholz-Hailer, die ihren Arbeitskreis als Preisträger vorgeschlagen hat, heißt es: „Die bekannteste Aktivität ist sicherlich die Kleiderbörse im Herbst. Wir verstehen sie als Beitrag zur Nachhaltigkeit und Begegnung. Vor über 20 Jahren gegründet, ist die jährliche Kleiderbörse dank der Hilfsbereitschaft und Unterstützung eines immer größer gewordenen Freundes- und Helferkreises ein Verkaufs-Event und ein Treffpunkt für ein Schwätzchen zwischendurch geworden.“ 

Im Vorfeld der Kleiderbörse werden immense Mengen an Kleidung bewegt, sortiert, etikettiert und – wie im vergangenen Jahr – etwa 8.000 Teile verkauft. Der Rest wird an Projektpartner wie die Malteser Hasselroth, den Stadtladen Gelnhausen, das Tierheim Gelnhausen, die Brockensammlung Bethel oder Global Aid Network weitergegeben.

Mit dem Erlös unterstützt der Ökumenekreis seit fast drei Jahrzehnten Bildungsprojekte unter anderem in Syrien, im Libanon, Afghanistan, El Salvador, Malawi, Simbabwe, Gambia, Kenia, Kerala in Indien, der Ukraine und Bildungsprojekte vor Ort.

Die Preisverleihung findet im Rahmen des Neujahrsempfangs der Stadt Gelnhausen am Donnerstag, 15. Januar, um 19 Uhr im Barbarossasaal des Main-Kinzig-Forums statt. Einlass in den Saal ist um 18.30 Uhr. Für musikalische Umrahmung und Getränke ist gesorgt. (red)

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