"Gelbes Haus" soll grüner werden: Klimaanpassungsplan als Meilenstein
Freitag, 02.01.2026
HANAU / MAIN-KINZIG-KREIS - Extreme Sommerhitze, plötzlicher Starkregen oder unerwartete Kälteperioden: Mit dem Klimawandel kommen viele Herausforderungen. Besonders betroffen sind Menschen ohne eigenes Zuhause, die einen Großteil ihres Alltags „auf der Straße“ verbringen.
Gefördert durch das Bundesprogramm „Klimaanpassungen in sozialen Einrichtungen“ hat das Franziskus-Haus der Ökumenischen Wohnungslosenhilfe einen Maßnahmenkatalog erstellt, der das „gelbe Haus“ nicht nur grüner machen soll, sondern wohnungslosen Menschen bei allen Wetterlagen einen guten Rückzugsort bieten soll.
"Wohnungslose Menschen sind den klimatischen Veränderungen besonders ausgesetzt"
„Wohnungslose Menschen sind den klimatischen Veränderungen besonders ausgesetzt“, erklärt Einrichtungsleiter Johannes Krause. Das Franziskus-Haus ist für viele ein wichtiger Schutzraum – im Winter wie auch im Rest des Jahres. Denn große Hitze kann für wohnungslose Menschen ebenso gefährlich werden wie Kälte. Im Franziskus-Haus finden sie einen sicheren Rückzugsort. Aber: In Sachen Klimaanpassung gibt es großen Handlungsbedarf in der Einrichtung.
„Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir im Rahmen des Bundesprogramms ein umfangreiches Klimaanpassungskonzept für unser Franziskus-Haus erstellen konnten“, stellt Rainer Broßmann, ehemaliger Leiter des Franziskus-Hauses und nun Regionalleiter des Caritas-Verbandes für den Main-Kinzig-Kreis, fest. Ziel des Programms ist es, soziale Einrichtungen widerstandsfähiger gegen die zunehmenden Folgen des Klimawandels zu machen und beispielhafte Lösungen für den gesamten Sozialsektor zu schaffen.
Erster Schritt hierfür war eine detaillierte Bestandsaufnahme durch das beauftragte Planungsbüro Hohmann, das vorhandene Schwachstellen identifizierte. Dabei wurde deutlich: Das Gebäude ist stark hitzegefährdet. Das nach Westen ausgerichtete Gebäude heizt sich im Sommer stark auf, passive Verschattungsmaßnahmen fehlen fast vollständig und im Treppenhaus werden, aufgrund der Plexiglasverkleidung, an heißen Tagen bis zu 40 Grad Celsius erreicht. Die Außenfläche ist außerdem nahezu vollständig versiegelt.
Naturbasierte Lösungen im Fokus
Die Erkenntnisse der Betroffenheitsanalyse sind in einen umfassenden Maßnahmenplan eingeflossen, der besonders naturbasierte Lösungen in den Fokus nimmt: „Das Klimaanpassungskonzept setzt bewusst auf Low-Tech, Natur- und Ressourcenschonung“, verrät Krause. Neben dem Austausch der Treppenhausverglasung und Jalousien an allen verglasten Außenflächen finden sich auch Ideen, wie eine extensive Dachbegrünung zur Kühlung und besseren Wärmeregulierung, die Flächenentsiegelung der Außenanlage und das Schaffen von Schattenbereichen und Aufenthaltszonen im Konzept. Auch der Einbau einer Zisterne zur Bewässerung der Grünflächen ist angedacht.
„Für uns ist das Klimaanpassungskonzept ein wichtiger Meilenstein, der uns hilft, unseren Gästen und Bewohnern auch weiterhin einen Ort zu bieten, an dem sie sich sicher und wohlfühlen können – zu jeder Jahreszeit“, so der Einrichtungsleiter. (red)