Er überlebte den 19. Februar schwer verletzt

Trauer um Hanauer Anschlagsopfer: Ibrahim Akkus im Alter von 70 Jahren gestorben

Trauer um Anschlagsopfer Ibrahim Akkus. - Foto: Instagram/19februarhanau


Freitag, 16.01.2026
von Redaktion Kinzig News

HANAU - Die Stadt Hanau trauert um Ibrahim Akkus, der am 10. Januar im Alter von 70 Jahren verstorben ist.

Akkus war eines der Opfer des rassistischen Terroranschlags vom 19. Februar 2020 in Hanau – er hatte den Anschlag schwer verletzt überlebt. "Mit dem Tod von Ibrahim Akkus verlieren wir einen Menschen, dessen Leben durch den rassistischen Terroranschlag in unserer Stadt auf grausame Weise zerstört wurde“, sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky.

Monatelanger Krankenhausaufenthalt nach schweren Verletzungen

"Sein Schicksal zeigt auf schmerzhafte Weise, dass die Tat vom 19. Februar auch über Jahre hinweg Leid verursacht hat. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, der wir unser tief empfundenes Mitgefühl aussprechen“, so Kaminsky weiter.

Geboren am 4. Januar 1956 in Bismil-Diyarbakir in der Türkei, lebte Ibrahim Akkus seit inzwischen mehr als 40 Jahren in Hanau. Bei dem rassistischen Anschlag am 19. Februar 2020 schoss der Täter in der Arena-Bar in Kesselstadt auf ihn. Monatelang musste er damals im Krankenhaus behandelt und mehrfach operiert werden.

Ibrahim Akkus war auf Rollstuhl angewiesen

Infolge der schweren Verletzungen war er auf einen Rollstuhl angewiesen und konnte sein Krankenbett zuletzt nur noch selten verlassen. Seine Frau und seine Tochter pflegten ihn über Jahre hinweg mit großer Hingabe.

Ibrahim Akkus litt weiterhin unter den körperlichen und seelischen Folgen des Anschlags. Die traumatischen Ereignisse vom Februar 2020 begleiteten ihn bis zuletzt. Bereits vor dem Anschlag hatte er infolge einer Diabetes-Erkrankung ein Bein verloren und trug eine Prothese. Dennoch war er mobil und selbstständig. In einem Interview berichtete er später, dass er vor dem Angriff überall zu Fuß unterwegs gewesen sei.

Ibrahim Akkus' Schicksal darf nicht vergessen werden

"Wir dürfen das Schicksal von Ibrahim Akkus nicht vergessen. Es ist Mahnung und Auftrag zugleich“, betont Oberbürgermeister Claus Kaminsky. „Hanau steht an der Seite der Opfer und ihrer Angehörigen", sagte der Oberbürgermeister.

"Wir werden weiter alles daransetzen, dass Erinnerung, Verantwortung und der Einsatz gegen Rassismus und menschenfeindliche Ideologien fester Bestandteil unseres Handelns bleiben“, so der Kaminsky abschließend. (red)

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