Forum Hanau ist Deutschlands erstes "Inklusionsfit Shoppingcenter"
Freitag, 23.01.2026
HANAU - Das "Inklusionsfit Institut", ein unabhängiges Beratungs- und Zertifizierungsinstitut für gelebte Inklusion, hat erstmals ein Shoppingcenter in Deutschland zertifiziert. Das Forum Hanau wurde als erstes "Inklusionsfit Shoppingcenter" ausgezeichnet und setzt damit einen neuen Standard für Zugänglichkeit und Teilhabe im Handel.
Das Team aus Menschen mit und ohne Behinderung hat ein gemeinsames Ziel: Deutschland
inklusiver machen – pragmatisch, messbar und wirtschaftlich realistisch, ohne erhobenen
Zeigefinger, aber dafür mit Chancen und Mehrwerten, die überzeugen.
"Ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit klaren Mehrwerten"
Einer der Mitgründer, Mirko Korder, hatte im Alter von 13 Jahren einen schweren Starkstromunfall und lebt seitdem mit dem Verlust beider Beine und eines Arms. Er kennt Barrieren im Alltag, im Berufsleben und in der Freizeit aus eigener Erfahrung. Neben der Gründung des "Inklusionsfit Instituts" war Korder 13 Jahre lang Geschäftsführer des Rollstuhlbasketball-Clubs Rhine River Rhinos aus Wiesbaden, den er von null an mit aufgebaut hat und der heute zu den Top-Mannschaften in Europa gehört.
In dieser Zeit sammelte er umfassende Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Unternehmen, Sponsoring, Marketing und der Entwicklung inklusiver Projekte im Spitzen- und Breitensport. Dieses Know-how bringt er nun in die Arbeit des "Inklusionsfit Instituts" ein. "Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn ein Umfeld mitdenkt – oder eben nicht", sagt Korder. "Unser Ansatz ist es, Inklusion so zu gestalten, dass sie in der Realität von Unternehmen und Menschen funktioniert – ohne erhobenen Zeigefinger und dafür mit klaren Mehrwerten."
"Inklusion genießt in Hanau einen hohen Stellenwert"
Mitgründer Martin Schenk ist selbst nicht behindert, hat aber früh durch seinen Zivildienst intensive Berührung mit dem Thema Inklusion gehabt. Er hat Deutschlands erstes Rollstuhlbasketball-Magazin gegründet und baut mit den "Potenzial Pionieren" Marken- und Kommunikationsprojekte mit starkem Fokus auf Inklusion und Wirkung auf. Damit bringt er langjährige Erfahrung in den Bereichen Medien, Kommunikation und Markenführung ein.
"Als gebürtiger Hanauer freut es mich, dass wir das Forum als erstes Shoppingcenter zertifizieren konnten und das Thema Inklusion auch nach den Special Olympics Landesspielen 2025, den Demokratie leben!-Projekten an Hanauer Schulen und der Zusammenarbeit mit der Kathinka- Platzhoff-Stiftung weiter forciert wird."
Um Inklusion in Unternehmen, Immobilien und Organisationen messbar zu machen, haben die
Gründer ein mehrstufiges Audit entwickelt. Es liefert einen klaren Benchmark: Wo stehen wir
heute? Was läuft bereits gut? Wo liegen die größten Hebel, um inklusiver zu werden? Das
Ergebnis ist kein "bestanden/nicht bestanden", sondern ein Instrument zur Weiterentwicklung.
Hanau stelle hier ganz klar einen Vorreiter dar und zeige, wie ein moderner Handelsstandort
heute aufgestellt sein könne, wenn er die Bedürfnisse einer vielfältigen Bevölkerung ernst
nehme.
"Eine besondere Ehre für Hanau"
Das bestätigt auch Bürgermeister Dr. Bieri: "Die Zertifizierung ist für Hanau eine besondere Ehre – es bestärkt uns in dem Auftrag, gemeinsam die Inklusion jeden Tag ein bisschen mehr voranzubringen, Teilhabe zu ermöglichen und am Ende mit Menschen im Miteinander hier in der Stadt die bestmögliche Unterstützung zu bieten. Gratulation an alle Beteiligten!"
Das Forum ist das erste Shoppingcenter in Deutschland, das den gesamten Auditprozess durchlaufen ist. Im Rahmen dessen wurden unter anderem folgende Bereiche geprüft: Barrierefreie Erreichbarkeit, Mobilität im Center, Orientierung, akustische und visuelle Barrieren, barrierefreie Sanitäranlagen, Schulung und Sensibilisierung von Center- und Sicherheitspersonal, digitale Barrierefreiheit sowie Kommunikationsstil und Transparenz gegenüber den Besuchern.
Darüber hinaus betrachtet das Audit nicht nur das Einkaufserlebnis für Kunden, sondern auch die Verwaltungs- und Organisationsprozesse hinter dem Shoppingcenter. Ziel ist es, Impulse für eine inklusive Unternehmenspraxis zu setzen und die Auseinandersetzung mit Menschen mit Behinderung als Arbeitskräfte zu fördern. (red)








