Taten reichen bis ins Jahr 1996 zurück

77-jähriger Mann soll im Ausland Kinder und Jugendliche schwer sexuell missbraucht haben

Ein Mann (77) aus dem Lahn-Dill-Kreis soll Kinder und Jugendliche in 13 Ländern schwer sexuell missbraucht und die Taten gefilmt und fotografiert haben. - Symboldbild: Pixabay


Donnerstag, 22.01.2026

LAHN-DILL-KREIS / WIESBADEN - Das ist schier unfassbar: Ein Mann (77) aus dem Lahn-Dill-Kreis soll Kinder und Jugendliche in 13 Ländern schwer sexuell missbraucht und die Taten gefilmt und fotografiert haben. Er wurde bereits Ende September 2025 verhaftet.

Nach intensiven Ermittlungen des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA) hat die Staatsanwaltschaft Limburg an der Lahn (Zweigstelle Wetzlar) jetzt Anklage gegen den Mann vor dem Amtsgericht erhoben.

"Vor allem in Asien Kinder und Jugendliche missbraucht"


Aufgrund der Schwere der mutmaßlichen Taten sowie bestehender Wiederholungs-, Flucht- und Verdunklungsgefahr habe die die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erwirkt. "Die Polizei nahm den Mann daraufhin bereits Ende September 2025 fest. Er soll vor allem in Asien Kinder und Jugendliche missbraucht haben", teilt das Landeskriminalamt am heutigen Donnerstag mit.

Den Ermittlungen sei ein Hinweis der U.S.-amerikanischen Organisation "National Center for Missing and Exploited Children" (NCMEC) vorausgegangen. "Demnach waren in einer sogenannten Cloud des Angeschuldigten mehrere Dutzend verdächtige Bild- und Videodateien hochgeladen worden, auf denen der heute 77-Jährige identifiziert werden konnte. Die mutmaßlichen Taten reichen nach derzeitigem Ermittlungsstand bis in das Jahr 1996 zurück und umfassen einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren", heißt es seitens des HLKA.

4,9 Millionen Bild- und Videodateien sichergestellt


Ermittlerinnen und Ermittler der Einheit FOKUS des HLKA hätten im September des vergangenen Jahres im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Wohnung des Mannes durchsucht und zahlreiche Beweismittel - hauptsächlich Datenträger -  sichergestellt. Die forensische Aufbereitung sei noch nicht abgeschlossen: "Der aktuelle Stand liegt bei 4,9 Millionen Bild- und Videodateien. Zur Beschleunigung des Verfahrens wurde daher ein kleiner Teil der Vorwürfe bereits zur Anklage gebracht."

HLKA-Präsident Daniel Muth sagt: "Wer denkt, Unrecht hört an der Grenze des eigenen Landes auf, liegt falsch: Dank internationaler und vor allem digitaler Vernetzung gelingt es uns, auch Strafverfahren im internationalen Kontext erfolgreich abzuschließen. Der Fall macht zudem deutlich, dass sich durch intensive und akribische Ermittlungsarbeit auch lange zurückliegende mutmaßliche Taten aufklären lassen." (red/sh)

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