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Sinntal: "Kleinster Faschingsumzug Osthessens" in Weichersbach abermals ein Volltreffer

Die Teilnehmer eines ganzen Faschingsumzugs auf nur ein Bild zu bannen, das ist unserem Fotografen Walter Dörr gelungen. - Fotos: Walter Dörr


Montag, 26.01.2026
von WALTER DÖRR

SINNTAL - Die Teilnehmer eines ganzen Faschingsumzugs auf nur ein Bild zu bannen, das ist unserem Fotografen Walter Dörr gelungen.

Fairerweise muss man natürlich relativieren, dass es nicht um den Karnevalszug in Köln, Mainz oder Fulda handelt, sondern den in der Sinntalgemeinde Weichersbach. Seit über zwanzig Jahren findet dort ein Faschingszug statt - klein, aber fein. Osthessens kleinster Faschingsumzug soll es nach Angabe der „Weischböcher“ Narren sein.

Klein, aber fein


Ob das nach der meterweisen Ausdehnung und Anzahl der buntkostümierten Teilnehmer zutrifft, müsste vom Statistischen Bundesamt geprüft werden, denn die Teilnehmer werden jedes Jahr mehr. Es könnte ja sein, dass jemand zwischen Bad Orb und Bad Hersfeld mit einem Bollerwagen durch seinen Ort zieht.

Der gemeinschaftliche Faschingsverein (GfV) Weichersbach führt den Umzug jährlich durch. 1984 gründeten die örtlichen Vereinen Turn- und Spielvereinigung, Freiwillige Feuerwehr, Gesangverein, Landfrauenverein, Hundesportverein und Taubenverein den GFV, um gemeinsam Fremdensitzungen im Saal einer Gastwirtschaft zu veranstalten. Die finden aber seit Langem nicht mehr statt – auch wegen einer fehlenden Location im Ort. Die Vereine haben sich mit der Zeit zurückgezogen und seit 2004 marschieren nur noch die „Restnarren“ durch die Straßen der Sinntalgemeinde.

Völlig losgelöst ...


Nach „Divers“ in 2025 war dieses Jahr „Völlig losgelöst“ das Motto. Während Peter Schilling einst in seinem Neue-Deutsche-Welle-Hit sang, dass das Raumschiff losgelöst von der Erde flog, blieben Major Tom & Co 2026 – meist eingekleidet in silbrigen oder weißen einteiligen Raumanzügen eines chinesischen Internethandels - in Weichersbach auf der Erde.

Um 11.11 Uhr, dem Zeitpunkt, an dem am 11. November alljährlich die närrische fünfte Jahreszeit beginnt, sollte der Start erfolgen, doch wie im echten Leben musste „Housten, wir haben ein Problem“ gemeldet werden. Erst nachdem alle Teilnehmer – auch von umliegenden Ortschaften - geordnet waren, setzte sich der Zug in der Bussardstraße 4 in Weichersbach in Bewegung und zog mit „Helau“-Rufen durch die Straßen.

An verschiedenen Häusern wurden Stopps eingelegt und die Narren „flüssig“ verköstigt. Gesellig feierten dann alle den Zugabschluss „open air“.

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