Impuls von Stefan Buß: "Schifoan" – Unterwegs mit Gott
Samstag, 07.02.2026
von STEFAN BUß
FULDA / MKK - Die winterlichen Monate sind für viele Menschen Tage wo es sie hin und wieder auf die Skier treibt. „Schifoan is des Leiwandste, wos ma si nur vurstelln kann…“ — singt Wolfgang Ambros.
"Leiwandste" ist die Superlativ-Form des österreichischen Dialektwortes "leiwand", was so viel wie "großartig, hervorragend, super oder toll" bedeutet – es beschreibt also das Allerbeste, das Schönste oder das Beeindruckendste. Aber es geht nicht nur um Schnee, Schi und Hüttenzauber. Es geht darum, was uns das Schifoan über unser Leben und unseren Glauben sagen kann.
1. Schifoan heißt: Aufbrechen
Bevor man auf der Piste geht, braucht es Vorbereitung. Man packt zusammen, richtet die Ausrüstung her, prüft, ob alles passt. Und dann fährt man los — hinaus aus dem Alltag, hinein ins Ungewisse.
So ist es auch im Glauben: Gott ruft uns immer wieder heraus aus dem Gewohnten. Er lädt uns ein aufzubrechen — manchmal auf einen neuen Weg, manchmal in eine neue Aufgabe, manchmal in ein neues Vertrauen. Glaube ist kein Stillstand. Glaube ist Bewegung.
2. Schifoan heißt: Balance halten
Auf der Piste braucht es Gleichgewicht. Wer sich zu sehr nach links oder rechts lehnt, stürzt. Wer zu verkrampft fährt, verliert die Freude. Wer zu leichtsinnig ist, gefährdet sich und andere.
Auch im Leben brauchen wir diese Balance: zwischen Arbeit und Ruhe, zwischen Verantwortung und Freiheit, zwischen Vertrauen auf Gott und unserem eigenen Handeln. Der Glaube hilft uns, dieses Gleichgewicht zu finden. Gott ist wie der sichere Untergrund unter unseren Schiern — wir sehen ihn nicht immer, aber er trägt uns.
3. Schifoan heißt: Hinfallen und wieder aufstehen
Jeder, der schon einmal auf Skiern gestanden ist, weiß: Man fällt. Man rutscht aus. Man landet im Schnee. Manchmal lacht man darüber, manchmal tut es weh.
Auch unser Leben kennt solche Stürze. Fehler, Scheitern, Schuld, Verletzungen. Aber Gott ist keiner, der sagt: „Jetzt bleib liegen.“ Er ist der, der sagt: „Steh auf. Ich bin da. Fahr weiter.“ Vergebung ist wie der Moment, in dem jemand anhält, dir aufhilft und sagt: „Komm, es geht weiter.“
4. Schifoan heißt: Nicht allein unterwegs sein
Am schönsten ist es, gemeinsam zu fahren. Aufeinander warten. Sich Mut machen. Aufeinander achten. Gemeinsam einkehren.
So ist auch Kirche gedacht: nicht als Verein von Perfekten, sondern als Gemeinschaft von Menschen, die miteinander unterwegs sind — mit all ihren Stärken und Schwächen.
Schifoan erinnert uns: Das Leben ist ein Weg. Mal steil, mal flach, mal sonnig, mal neblig. Aber wir sind nicht allein unterwegs. Gott fährt mit uns. Er kennt den Weg. Er trägt uns. Er wartet auf uns, wenn wir stürzen.
Und so dürfen wir sagen: Schifoan ist vielleicht das Leiwandste, was man sich vorstellen kann — aber noch leiwander ist es, zu wissen: Gott ist mit uns unterwegs.