Weil er pünktlich abliefern wollte?

Kassel: Pizzalieferant mit Zeitdruck auf der A44 kommt auf lebensgefährliche Idee

Polizei stoppt Pizzalieferant in Kassel. (Symbolfoto) - Foto: Pixabay/TechLine


Donnerstag, 29.01.2026
von Redaktion Kinzig News

KASSEL - Ein gefährliches Wendemanöver an der Anschlussstelle Bad Wilhelmshöhe hätte am vergangenen Dienstagabend fast in einer Katastrophe geendet: Ein 33-jähriger Pizzalieferant wendete auf der Autobahn und raste Geisterfahrern entgegen – nur das beherzte Eingreifen eines Zeugen verhinderte Schlimmeres.

Wie ein Polizeisprecher mitteilte, nahm das unschöne Schauspiel auf der A44 in Fahrtrichtung Dortmund seinen Lauf. Ein dunkler Seat kam dort plötzlich drei anderen Autos als Falschfahrer in der Auffahrt entgegen. Nur durch eine sofortige Vollbremsung aller Beteiligten konnte ein Frontalzusammenstoß im letzten Moment verhindert werden.

Fatale Entscheidung wegen Zeitdrucks?

Die Ursache für den lebensgefährlichen Vorfall war laut Polizeiangaben so banal wie erschreckend: Der 33-jährige Fahrer aus dem Schwalm-Eder-Kreis war als Pizzalieferant im Einsatz. Er befand sich auf dem Weg vom Westkreuz in Richtung Zierenberg, als er bemerkte, dass er die Ausfahrt Bad Wilhelmshöhe verpasst hatte.

Anstatt die nächste Ausfahrt zu nehmen, entschied sich der Mann für ein hochgefährliches Manöver. Er bremste seinen Wagen stark ab, vollzog eine Kehrtwende auf der Autobahn und fuhr als Falschfahrer zurück, um schließlich entgegen der Fahrtrichtung durch die Auffahrt abzufahren. Gegenüber den Beamten gab er später an, es "besonders eilig“ gehabt zu haben.

Zeuge reagiert blitzschnell

Dass die Geisterfahrt ohne Verletzte blieb, ist vor allem der Geistesgegenwart eines betroffenen Autofahrers zu verdanken. Unmittelbar nach der Fast-Kollision setzte er den Notruf ab und übermittelte der Leitstelle des Polizeipräsidiums Nordhessen das Kennzeichen des flüchtigen Wagens.

Dieser entscheidende Hinweis führte zu einem schnellen Fahndungserfolg. Eine Streife des Polizeireviers Ost befand sich zufällig wegen einer Vermisstensuche im Nahbereich. Die Beamten entdeckten den gesuchten Seat kurz nach dem Vorfall auf der Konrad-Adenauer-Straße, wo der Wagen gestoppt und der Fahrer festgesetzt werden konnte.

Rechtliche Konsequenzen

Für den 33-Jährigen hat die eilige Lieferung nun ein juristisches Nachspiel. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet. 

Sein Versuch, durch das verbotene Wenden Zeit zu sparen, dürfte ihn nun teuer zu stehen kommen – und im schlimmsten Fall seinen Führerschein kosten. (red)

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