HR1-Dancefloor-Party

750 Menschen bringen Bad Orber Konzerthalle zum Kochen

Die fünfte Ausgabe der HR1-Dancefloor-Party in Bad Orb war ein voller Erfolg - Fotos: Andrea Euler


Montag, 02.02.2026

BAD ORB - Tanzen war angesagt vergangene Woche in der Bad Orber Konzerthalle. Im Gartensaal fand der HR1-Dancefloor-Party statt. Mehr als 750 Gäste verwandelten die Location in eine einzige große Tanzfläche. 

Der Fahrer des „Carlos“-On-Demand-Fahrzeugs versteht sein Geschäft. Routiniert bringt er um Mitternacht erst mehrere Gäste von der Bad Orber Konzerthalle in die Schlierbacher Straße in Wächtersbach, dann eine einzelne Besucherin in die Altstadt. Und um diese die Zeit nicht lang werden zu lassen, tut er das, was von einem guten Taxifahrer erwartet wird: Er macht ein Gesprächsangebot, fragt nach, was es denn für eine Veranstaltung gewesen sei, von der er die Gäste gerade abgeholt habe. Die Antwort: „Da findet gerade noch der HR1-Dancefloor statt“, liefert ihm die gewünschte Erklärung dafür, warum er noch bis halb zwei in der Früh immer wieder zwischen Bad Orb und Wächtersbach pendeln wird. Länger nicht: „Um zwei Uhr muss das Fahrzeug auf dem Parkplatz stehen.“ Aber bis dahin sind es noch mehrere Fahrten, wie ein kurzer Check der vorliegenden Buchungen deutlich macht.

Musik aus fünf Jahrzehnten

Kein Wunder: 650 Tickets für die „Ü30-Party“ waren zu Wochenbeginn bereits verkauft, bei der Veranstaltung am Samstagabend sind es noch mehr als 100 weitere Karten, die an der Abendkasse freigegeben werden und allesamt den Besitzer wechseln. Schließlich hat die Partynacht, die mit tanz- und mitsingbarer Musik aus fünf Jahrzehnten trumpft, ihre Anhänger längst gefunden: Zum fünften Mal findet sie im Gartensaal statt, die Verantwortlichen der Bad Orb Kur GmbH lassen sich in Kooperation mit dem Caterer Danyel Monego von der WunderBAR Eventgastronomie immer neue Verbesserungen einfallen. Anders als bei den Veranstaltungen an anderen Orten gibt es inzwischen 350 Sitzplätze, auf denen sich die Gäste tummeln können: Strandstühle in Beach-Lounge-Atmosphäre auf der Bühne, Bierzeltgarnituren, Bistrotische mit künstlichen Kerzen, außerdem Stehtische mit schwarzen Hussen. Zudem gibt es neben Brezzeln auch Pizzaleberkäse im Brötchen und vegetarische Pizzataschen.

Die Vorbereitungen laufen ab dem späten Nachmittag. Und wie immer gibt es in letzter Minute noch einiges zu regeln: Haustechniker Jens Kordt kümmert sich um neue Kabel für einen kratzenden Lautsprecher, DJ Hans-Jörg Voigt macht seinen Soundcheck. Die Security bespricht sich an einem Stehtisch. Danyel Monego weist seine Leute um halb acht ein: Es wird aktuell noch Bargeld angenommen. Damit ist an diesem Abend nicht, wie künftig geplant, nur Kartenzahlung möglich. 16 Mitarbeiter verteilen sich auf zwei Theken und kontrollieren, ob auch alles an seinem Platz ist: Der Renner des Abends wird bei den Getränken der „Pornstar Martini“ sein, bei dem sich Vodka, Passionsfrucht, Vanillesirup, Limettensaft und Posecco das Glas teilen. Ebenfalls sehr gefragt: Der „Sarti Spritz“ aus Sarti rosa, Limette und Prosecco. Prima zum Vorbereiten, denn schon vor Öffnung der Türen drängeln sich draußen bei Temperaturen kurz unter dem Gefrierpunkt die Gäste und warten auf Einlass – manche schon seit eineinhalb Stunden. Hier fängt die Party pünktlich an – und nicht erst nachts um elf. Auch für die Wartenden hat Monego schon eine Überraschung parat: Die „Salinenbüchse“, sein Verkaufswagen, bietet vor der Halle unter anderem einen Glühwein an, bis Veranstaltungsleiter Christian Edel die Türen zur Halle öffnen lässt.

Rund 15 Minuten dauert es dieses Mal nur, bis der erste Ansturm bewältigt ist: Eine Menge Helfer sind eingeteilt, um das notwendige Prozedere am Eingang schnellstmöglich über die Bühne zu bringen: Bändchen müssen an Handgelenken angebracht, die Tickets kontrolliert werden. Während das geschieht, steht eine Minute nach acht auch schon der erste Tänzer auf der Tanzfläche. Er wird diese auch den restlichen Abend über kaum verlassen. Phil Collins´ „In the air tonight“ dröhnt aus den Lautsprechern – laut, aber doch so, dass den ganzen Abend über auch Gespräche möglich bleiben. Um zehn nach acht kommt der zweite Tänzer, um Viertel nach acht ist auch die erste Tänzerin am Start, und nach „In the army now“ von Status Quo ist der Run auf die Tanzfläche eröffnet.

Nächste Dancefloor-Party schon geplant

HaJo Voigt legt auf, was sing- und tanzbar ist, die Gäste – darunter mehr Frauen als Männer – haben ihren Spaß: Die einen beim Improvisieren auf der Tanzfläche, die anderen beim Zuschauen. Mehrere Paare zeigen, dass sie auch die Standardtänze drauf haben. Und ein Pärchen gehört ganz eindeutig in die Liga Tanzprofi. Doch darum geht es an dem Abend nicht: Spaß haben, Singen, Tanzen, Glücklichsein – das Konzept der Veranstalter geht eindeutig auf. Kultklassiker der 70er und 80er, die größten Hits der 90er bis hin zu aktuellen Dance-Tracks werden gespielt, Mitsingen ist durchweg angesagt, egal ob es sich um die „99 Luftballons“ von Nena oder um „I came for you“ (Disco boys) handelt. Ausgelassen werden riesige Luftballons über die Tanzfläche geworfen, ihr Platzen mit lautem Gejohle gefeiert. Bilder werden in der FotoBox geschossen – mit Ort und Datum als Erinnerungsstück. Bis zwei Uhr wird gefeiert und gelacht. Und sehr vereinzelt einfach nur, am Smartphone scrollend, darauf gewartet, dass die Partnerin endlich genug hat von der Hüpferei und mit nach Hause kommt. Mit „Don´t look back in anger“ kommt schließlich für die am Ende noch rund vierzig Gäste das letzte Lied viel zu früh. Es ist zwei Uhr. Sie hätten gerne noch weitergefeiert.

Für die Veranstalter ist der Abend ein voller Erfolg: Der einzige Schaden, der zu beklagen ist, ist eine verlorene Brille, die beim Reinigen gefunden wird – ebenso wie separat das offenbar beim Herunterfallen herausgebrochene Brillenglas. Für die Security gibt es schlicht nichts zu tun. Möglich, dass es dem ein oder anderen Physiotherapeuten zu Wochenbeginn anders ergeht. Bei einer vorangegangenen HR1-Dancefloor-Veranstaltung in Bad Orb jedenfalls musste eine solche einen älteren Herrn behandeln, der es auf der Tanzfläche in der Disconacht allzu doll getrieben hatte. Viel zu tun jedenfalls wird der „Carlos-Fahrer“ wieder haben, wenn am 30. April der nächste HR1-Dancefloor in Bad Orb stattfindet. Zumindest die Gäste, die er um Mitternacht nach Wächtersbach gebracht hat, werden wieder mit ihm fahren. Dann allerdings, das haben sie jetzt schon festgelegt, wollen sie erst später abgeholt werden. (red)



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