Nidderau-Windecken: Warum Hundekot zum emotionalen Politikum wird
Sonntag, 01.02.2026
von Redaktion Kinzig News
NIDDERAU - Tütchen raus, Häufchen rein. Für die meisten Hundebesitzer ist das selbstverständlich. Einige wenige lassen die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners aber einfach liegen - und das bringt nicht wenige gegen Hundehalter auf. So geschehen jetzt im Nidderauer Ortsteil Windecken.
Denn dort häufen sich die Beschwerden über liegengebliebenen Hundekot in der Altstadt. Unter anderem machte ein Gastronom seinem Ärger in den sozialen Medien bereits Luft und auch Nidderaus Bürgermeister Andreas Bär äußerte sich zu der Thematik. Hundehaufen seien noch viel zu oft eine unappetitliche und gesundheitsgefährdende Hinterlassenschaft auf Gehwegen, schrieb Bär auf Facebook und verweist auf die 80 Hundekotbeutel, die im Stadtgebiet aufgestellt sind und von der Stadtverwaltung mit mehr als 500.000 Kotbeuteln jährlich bestückt werden. Der Bürgermeister stellt ausdrücklich klar: "Hundekot ist Abfall und muss ordnungsgemäß entsorgt werden. Öffentliche Mülleimer oder die Restmülltonne sind erlaubt, das Ablegen von Plastiktüten in der Natur ausdrücklich nicht. Wer sich darüber hinwegsetzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld rechnen."
Appell an die Hundehalter
Gegen Kritik an der Stadtverwaltung wehrt er sich. Eine lückenlose Überwachung durch die Stadtpolizei sei schlicht nicht möglich. Und auch das tägliche Wegräumen von Hundekot im gesamten Stadtgebiet sei durch den Bauhof nicht zu leisten, weil beide Behörden noch andere Aufgaben zu erledigen hätten. Stattdessen appelliert er an das Verantwortungsbewusstsein der Hundebesitzer.
Das wiederum geht einigen nicht weit genug. Die drei Kandidaten der Ökologisch‑Demokratischen Partei (ÖDP) zur Ortsbeiratswahl, Dr. Ralf Grünke, Christian Maiwald und Walter Haberl, regen eine Sensibilisierungskampagne an. Denkbar seien etwa Plakate oder Schilder mit Zeichnungen von Kindern aus Kitas oder der Kurt-Schumacher-Schule, die Hundebesitzer freundlich, jedoch deutlich an ihre Verantwortung erinnerten. "Wenn Kinder mit ihren Bildern appellieren, wirkt das oft stärker als jede amtliche Ansage“, betont Grünke. Die Aktion solle nicht belehrend wirken, sondern ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Altstadt ein gemeinsamer Lebensraum sei, der gepflegt werden müsse.
Erhöhung des Bußgeldes als Option?
Außerdem fordern sie weitere Kotbeutelspender. Die Kosten dafür müssten auch nicht zwangsweise durch die Kommune getragen werden, sondern könnten auch von Sponsoren übernommen werden. Eine Erhöhung des Bußgeldes wie es Hanau vorgemacht hatte, das Hundebsitzer mittlerweile mit bis zu 400 Euro zur Kasse bittet, hält die ÖDP hingegen nur dann für sinnvoll, wenn auch regelmäßiger kontrolliert werden würde.
Die Vorschläge will die Partei nun in den Ortsbeirat einbringen und weiterentwickeln. Ob das etwas nützt? Denn oftmals scheitert das Aufsammeln von Hundekot nicht an mangelndem Verständnis oder fehlenden Kotbeutelspendern, sondern schlicht am Willen der jeweiligen Hundehalter.