Mutter mit dreister Lügengeschichte

Polizei rückt wegen Kleinkind auf Drogen aus - dann wird es noch kurioser

Gewaltiger Drogenfund in Beverungen. - Foto: Kreispolizeibehörde Höxter


Freitag, 06.02.2026
von Redaktion Kinzig News

BEVERUNGEN/HöXTER - Ein zweijähriges Mädchen wird mit einer Amphetamin-Vergiftung ins Krankenhaus eingeliefert – und führt die Ermittler unfreiwillig zu einem der größten Drogenfunde der Region. In Beverungen stellten Beamte rund 65 Kilogramm synthetische Drogen sicher, die raffiniert in Solartechnik verbaut waren.

Was zunächst wie ein tragischer Unfall auf einem Kinderspielplatz aussah, entpuppte sich als großangelegter Kriminalfall. Mitte Januar suchte eine Mutter mit ihrer Tochter eine Klinik in Höxter auf, da das Kind unter massiver Übelkeit litt. Die Diagnose der Ärzte war schockierend: Ein Drogentest reagierte positiv auf Amphetamine.

Die Spur führt weg vom Sandkasten

Die Behauptung der Mutter, das Kind habe die Drogen zufällig in einem Sandkasten gefunden und verschluckt, hielt der polizeilichen Überprüfung nicht stand. Eine Absuche des besagten Spielplatzes blieb ohne Ergebnis. Die Zweifel der Ermittler führten schließlich zu einem Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung der Familie in Beverungen.

Dort bot sich den Einsatzkräften zunächst ein unverdächtiges Bild, bis ein spezialisierter Diensthund zuschlug. Das Tier fokussierte sich beharrlich auf einen Stapel Kartons, in denen eigentlich Solarpaneele gelagert wurden.

65 Kilogramm Gift im Epoxidharz

Bei der genauen Inspektion der Photovoltaik-Module stießen die Beamten auf ein professionelles Versteck. Auf der Rückseite von 14 Solarpaneelen war großflächig Epoxidharz aufgetragen worden. In dieser ausgehärteten Masse waren tausende Aufputsch-Tabletten eingegossen.

Bei zwölf Modulen war die Versiegelung bereits abgeschlossen, zwei weitere befanden sich in Vorbereitung. Zusätzlich zu dieser technisch aufwendigen Tarnung entdeckte die Polizei in der Wohnung weitere Folienschweißbeutel, die mit sogenannten Captagon-Pillen gefüllt waren. Insgesamt summierte sich das Gewicht der sichergestellten Substanzen auf rund 65 Kilogramm.

Millionenschaden für den Schwarzmarkt

Die Dimension des Fundes ist außergewöhnlich. Der geschätzte Straßenverkaufswert der chemisch hergestellten Drogen bewegt sich im siebenstelligen Euro-Bereich. Für das Paar aus der Wohnung endete der Zugriff hinter Gittern: Sowohl die Mutter als auch ihr Lebensgefährte wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Paderborn dem Ermittlungsrichter vorgeführt und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft.

Während die strafrechtlichen Ermittlungen gegen die Hintermänner und den Ursprung der Ware andauern, gibt es zumindest für das betroffene Kind eine gute Nachricht: Das Mädchen konnte das Krankenhaus wieder verlassen. Die Betreuung hat das zuständige Jugendamt übernommen. (red)

Gewaltiger Drogenfund in Beverungen. - Foto: Kreispolizeibehörde Höxter
Gewaltiger Drogenfund in Beverungen. - Foto: Kreispolizeibehörde Höxter
Gewaltiger Drogenfund in Beverungen. - Foto: Kreispolizeibehörde Höxter
Gewaltiger Drogenfund in Beverungen. - Foto: Kreispolizeibehörde Höxter
Gewaltiger Drogenfund in Beverungen. - Foto: Kreispolizeibehörde Höxter
Gewaltiger Drogenfund in Beverungen. - Foto: Kreispolizeibehörde Höxter

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