Obdachloser stirbt nach brutaler Gewalttat - Polizei steht vor Herkulesaufgabe
Montag, 09.02.2026
von Redaktion Kinzig News
HANAU - Das brutale Verbrechen in der Hanauer Nürnberger Straße hat ein tragisches Ende genommen: Der 58-jährige obdachlose Mann, der bereits am späten Abend des 4. Mai des vergangenen Jahres Opfer eines massiven körperlichen Angriffs vor einer Apotheke wurde, ist verstorben.
Wie die Staatsanwaltschaft Hanau und das Polizeipräsidium Südosthessen in einer gemeinsamen Erklärung mitteilen, trat der Tod des Mannes bereits Mitte August 2025 ein. Zuvor hatte das Opfer mehrere Wochen im Koma gelegen.
Schwere Verletzungen wohl "todesursächlich"
Während die Ermittler in den vergangenen Monaten gehofft hatten, dass sich der Zustand des 58-Jährigen stabilisieren würde, müssen die Behörden nun den Tod des Mannes bestätigen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die schweren Verletzungen, die ihm durch den Täter zugefügt wurden, „todesursächlich gewesen sein dürften“. Damit hat sich der Vorwurf verschärft: Die Staatsanwaltschaft Hanau und die Kriminalpolizei ermitteln jetzt wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes.
Trotz akribischer Ermittlungsarbeit und der Auswertung von Videoaufzeichnungen ist der Täter weiterhin flüchtig. Die Beamten konnten jedoch das Profil des Gesuchten weiter schärfen. Der Mann wird als etwa 1,70 Meter groß und von athletisch-muskulöser Statur beschrieben. Zur Tatzeit trug er eine blaue Jacke sowie Bluejeans.
Polizei sucht drei konkrete Personen
Die Spur des Angreifers verlor sich laut Polizei im Bereich der Kreuzung Nürnberger Straße/Gärtnerstraße. Wohin er von dort aus flüchtete, ist derzeit noch unklar. Im Fokus der Ermittlungen stehen indessen insbesondere drei potenzielle Zeugen, die sich zum Tatzeitpunkt im Bereich des Tatortes aufhielten und bisher noch nicht vernommen werden konnten.
Die Kriminalpolizei sucht nach einer Person, die auf einem E-Scooter unterwegs war, sowie nach zwei Männern, die offenbar Arabisch sprachen. Die Beamten erhoffen sich von diesen Personen entscheidende Hinweise auf den Tathergang oder die Fluchtrichtung des Täters.
Ein Appell an die Zivilcourage
Der Fall sorgt weit über die Stadtgrenzen Hanaus hinaus für Entsetzen und rückt das Schicksal schutzbedürftiger Menschen im öffentlichen Raum in den Fokus. Die Polizei erneuert in diesem Zusammenhang ihren Suchaufruf und bittet die Bevölkerung dringend um Mithilfe. Jeder Hinweis, so klein er auch erscheinen mag, könnte zur Aufklärung dieses Gewaltverbrechens beitragen.
Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 06181/100123 bei der Hanauer Kriminalpolizei zu melden oder Informationen per E-Mail an [email protected] zu senden. (red)