Wie kam es nur dazu?

Hündin lebt seit drei Jahren im Tierheim Kassel - und doch sorgt sie für Rätselraten

Elsy aus dem Tierheim Wau-Mau-Insel in Kassel. - Foto: Tierheim Wau-Mau-Insel Kassel


Dienstag, 10.02.2026
von ANGELO CALI

KASSEL - Manche Hunde drängen sich sofort nach vorn, wenn Besucher an die Zwinger kommen. Sie bellen, wedeln, fordern Aufmerksamkeit. Und dann gibt es Elsy. Die zehnjährige Mischlingsdame aus Rumänien gehört zu den Stillen im Land.

Seit dem 18. Februar 2023 lebt sie nun schon in der „Wau-Mau-Insel“ in Kassel. Bald jährt sich ihr Einzug zum dritten Mal – eine Zahl, die schmerzt, wenn man bedenkt, dass Elsy eigentlich nur eines will: dazugehören.

Der lange Weg aus Brasov

Elsys Reise begann im rumänischen Brasov, von wo aus sie vor fast zwei Jahren nach Deutschland kam. Wer sie heute im Tierheim besucht, trifft zunächst auf eine Dame, die Distanz wahrt. Fremde machen sie erst einmal unsicher, sie beobachtet lieber aus der zweiten Reihe. Doch das Eis schmilzt, sobald Vertrauen wächst. 

Die Pfleger in Kassel wissen: Hinter der Fassade der vorsichtigen Lady steckt eine waschechte „Schmusebacke“. Wer ihr Herz gewinnt, bekommt eine Hündin, die Streicheleinheiten nicht nur genießt, sondern sie geradezu aufsaugt.

Besondere Bedürfnisse für den Lebensabend

Mit ihren zehn Jahren zählt Elsy zu den Senioren, und das bringt die kleinen und großen Lasten des Alters mit sich. Arthrosen und Spondylosen machen ihren Gang etwas steifer, weshalb sie regelmäßig Medikamente gegen Schmerzen erhält. Auch ihre Nieren arbeiten nicht mehr mit voller Kraft – ein spezielles Futter gehört daher fest zu ihrem Alltag.

Viel wichtiger als die medizinische Akte ist jedoch Elsys ganz eigene Persönlichkeit. Sie hat eine seltsame, fast schon rührende Eigenheit: Fliesenböden sind ihr unheimlich. Woher diese Angst kommt, weiß niemand, aber sie gehört zu ihr wie ihre Vorliebe für die frische Luft. Elsy ist kein Hund für eine enge Stadtwohnung. Sie liebt es, draußen zu sein, den Wind in der Nase zu spüren und sich nicht eingesperrt zu fühlen.

Ein Garten als Tor zur Freiheit

Für Elsy sucht die Wau-Mau-Insel nicht einfach nur „ein Zuhause“. Gesucht werden Menschen, die Ruhe ausstrahlen. Ein Haushalt ohne Kinder, dafür mit viel Zeit und Geduld, wäre ihr großer Jackpot. Die wichtigste Voraussetzung ist jedoch ein eingezäunter, hundesicherer Garten. Da Elsy geschlossene Innenräume oft meidet, muss sie die Freiheit haben, selbst zu entscheiden, wann sie die Wärme des Hauses sucht und wann sie lieber im Gras döst.

Ob sie dort als „Einzelprinzessin“ regiert oder mit einem netten Rüden zusammenlebt, entscheidet bei Elsy ganz klassisch die Sympathie – wobei sie die Herren der Schöpfung meist bevorzugt.

Möchtet Ihr Elsys letztes Kapitel schreiben?

Drei Jahre im Tierheim sind genug. Elsy hat es verdient, ihre Medikamente und ihr Spezialfutter endlich in den eigenen vier Wänden zu bekommen, bei Menschen, die ihre leise Art zu schätzen wissen. Wer der hübschen Hündin einen würdigen Lebensabend schenken möchte, kann das Team der Wau-Mau-Insel kontaktieren:

Entweder telefonisch unter der Rufnummer 0561/8615680 (Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und 16 bis 18 Uhr) oder per E-Mail oder das Webformular des Tierheims Kassel. (anc)

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