Ein Freund wurde zum Helden

Bad Sooden-Allendorf: Zwölfjähriger trifft auf Polizist - dann folgt ein Albtraum

Versuchte Entführung in Bad Sooden-Allendorf. (Symbolfoto) - Foto: Pixabay/cocoparisienne


Donnerstag, 12.02.2026
von Redaktion Kinzig News

BAD SOODEN-ALLENDORF - Ein vermeintlicher Zivilpolizist hat am vergangenen Dienstagabend in Bad Sooden-Allendorf einen zwölfjährigen Jungen unter Vorzeigen von Handschellen gewaltsam mitgenommen. Dank der Geistesgegenwart eines Freundes konnte die echte Polizei den Tatverdächtigen nach einer zweistündigen Fahndung stellen und das Kind befreien.

Der Vorfall ereignete sich gegen 19:19 Uhr im Bereich des Sportplatzes an der Straße „Huhngraben“. Ein 20-jähriger Mann aus Bad Hersfeld sprach dort laut eines Polizeisprechers zwei Kinder an und gab sich als Beamter in ziviler Kleidung aus. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, präsentierte er Handschellen, packte einen der Jungen fest am Arm und forderte ihn auf, mit ihm zu kommen. Während der Zwölfjährige festgehalten wurde, gelang seinem Begleiter die Flucht. Dieser suchte umgehend Hilfe bei einer Vertrauensperson, die die Rettungskette in Gang setzte.

Zweistündige Suche im Waldgebiet

Wie aus dem offiziellen Polizeibericht hervorgeht, führte der Tatverdächtige sein Opfer über einen Feldweg in Richtung eines angrenzenden Waldgebiets. Die alarmierten Einsatzkräfte leiteten sofort eine großangelegte Fahndung ein. Über zwei Stunden lang blieb der Verbleib des Kindes ungewiss, bis eine Streife den mutmaßlichen Entführer und den Jungen gegen 21:20 Uhr im Bereich von „Schloss Rothestein“ entdeckte.

Der Zugriff erfolgte unmittelbar, und der 20-Jährige wurde vorläufig festgenommen. Der sichtlich mitgenommene Junge konnte noch am Abend seinem Vater übergeben werden. Bei dem gewaltsamen Griff am Arm erlitt das Kind ein Hämatom, blieb aber nach weiteren Untersuchungen abgesehen von dieser leichten Verletzung körperlich unversehrt. Die Kriminalpolizei stellte im Zuge der Ermittlungen fest, dass der Täter während der Zeit der Freiheitsberaubung keine weitere körperliche oder verbale Gewalt gegen das Kind anwendete.

Tatverdächtiger in Untersuchungshaft

Der festgenommene Heranwachsende ist den Behörden bereits zuvor als psychisch auffällig bekannt gewesen. In seiner polizeilichen Vernehmung schwieg er jedoch zu den Vorwürfen und machte keine Angaben zu seinem Motiv oder dem Hergang der Tat. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung eingeleitet.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kassel wurde der Mann einem Haftrichter vorgeführt. Dieser entsprach dem Antrag auf Untersuchungshaft, woraufhin der 20-Jährige am Mittwoch in eine Justizvollzugsanstalt überstellt wurde. Die Ermittlungen zum Hintergrund der Tat dauern an, während der Fokus nun auch auf der psychologischen Aufarbeitung des Erlebten für den betroffenen Jungen liegt. (red)

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