FFH-Experte klärte auf

Warum eine Salamischeibe für das Problem mit Fake News steht

Maintal Aktiv für einen kritischen Umgang mit Informationen. - Foto: Stadt Maintal


Sonntag, 15.02.2026
von Redaktion Kinzig News

MAINTAL - Ein vermeintlich sensationelles Foto eines fernen Sterns entpuppt sich als einfache Wurstscheibe: Bei einer Informationsveranstaltung im Albert-Einstein-Gymnasium demonstrierte ein Medienprofi eindrucksvoll, mit welchen Mitteln Desinformation heute arbeitet und wie man sich davor schützen kann.

Fake News sind längst kein harmloses Randphänomen mehr, sondern werden gezielt eingesetzt, um die Gesellschaft zu spalten und das Vertrauen in Wissenschaft, Politik und Medien zu untergraben. Vor diesem Hintergrund lud die Freiwilligenagentur – Maintal Aktiv kürzlich zu einem besonderen Projekttag ein. Wie die Stadt Maintal in ihrem Bericht über die Veranstaltung mitteilte, stand dabei die Stärkung der Medienkompetenz im Fokus, um den rasanten Entwicklungen in den sozialen Netzwerken zu begegnen.

Manipulation zum Anfassen im Schulatrium

Der FFH-Nachrichtenredakteur Peter Toussaint verdeutlichte den rund 200 Schülerinnen und Schülern der neunten und zehnten Klassen am Vormittag, wie schmal der Grat zwischen Realität und Fälschung geworden ist. Anhand von Beispielen, die im Atrium des Gymnasiums präsentiert wurden, stellte er die Jugendlichen vor knifflige Rätsel. 

So galt es zu entscheiden, ob eine Gruppe kleiner Tiere tatsächlich Mini-Dinosaurier darstellte oder lediglich eine rückwärts abgespielte Aufnahme von Nasenbären war. Auch dramatisch wirkende Flugmanöver von Passagiermaschinen wurden hinterfragt: Handelte es sich um eine drohende Katastrophe oder lediglich um die Sequenz aus einer professionellen Flugsimulation?

Von Sternenbildern und Wurstscheiben

Besonderes Augenmerk legte der Referent auf die technischen Möglichkeiten der Gegenwart. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist es heute ein Leichtes, Texte zu manipulieren oder Stimmen täuschend echt nachzuahmen. Die Verbreitung solcher Inhalte geschieht oft in Sekundenschnelle und macht es für Konsumenten immer schwieriger, den Wahrheitsgehalt von Audiodateien oder Videos ohne Hilfsmittel zu prüfen. 

Toussaint zeigte auf, dass hinter der absichtlichen Verbreitung solcher Falschinformationen oft kalkulierte Ziele stecken, die über bloße Unterhaltung weit hinausgehen. Am Abend öffnete sich das Informationsangebot auch für die breite Öffentlichkeit. Interessierte Bürgerinnen und Bürger erfuhren hier nicht nur, welche Methoden hinter Desinformationskampagnen stecken, sondern erhielten auch praktische Hinweise zur Verifizierung von Nachrichten.

Salami statt "Proxima Centauri"

Ein prominentes Beispiel für die Absurdität mancher Fälschungen lieferte eine angebliche Teleskopaufnahme des Sterns „Proxima Centauri“. Bei genauerer Überprüfung stellte sich heraus, dass das beeindruckende Himmelsphänomen in Wahrheit eine schlichte Scheibe Salami war. Katharina Kächelein, Leiterin der Freiwilligenagentur – Maintal Aktiv, betonte zum Abschluss der Veranstaltung die Relevanz eines bewussten Medienkonsums. Es sei entscheidend, Informationen nicht unachtsam zu konsumieren oder gar ungeprüft weiterzuverbreiten. 

Der Tag im Albert-Einstein-Gymnasium markierte damit einen wichtigen Schritt, um sowohl die junge Generation als auch Erwachsene für die Gefahren digitaler Manipulation zu sensibilisieren und die Urteilsfähigkeit im Informationsdschungel zu festigen. (red)

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