40 Tage ohne Müll: Mit diesen simplen Tricks spart Ihr Geld und rettet die Umwelt
Samstag, 21.02.2026
von Redaktion Kinzig News
FRANKFURT AM MAIN - Zwischen Aschermittwoch und Ostern hinterfragen immer mehr Menschen ihren ökologischen Fußabdruck und nutzen die traditionelle Fastenzeit für einen bewussten Konsumverzicht. In diesem Jahr steht dabei besonders der Kampf gegen den Verpackungsmüll im Fokus, zu dem der hessische Landesverband des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) aufruft.
Während die 40-tägige Fastenzeit – die in diesem Jahr am 18. Februar beginnt und am 4. April endet – klassischerweise mit dem Verzicht auf Genussmittel wie Fleisch oder Alkohol verbunden wird, rückt der Schutz von Ressourcen zunehmend ins Rampenlicht. Die Notwendigkeit dafür ist unübersehbar: Wie ein aktueller Bericht des Hessischen Rundfunks (hr) unterstreicht, produziert und verbraucht Deutschland jährlich rund 20 Millionen Tonnen Plastik. Damit nimmt die Bundesrepublik eine unrühmliche Spitzenposition in Europa ein. Das sogenannte Plastikfasten soll nun dabei helfen, im Alltag nachhaltige Alternativen zu entdecken und den Plastikberg schrumpfen zu lassen.
Unverpackt einkaufen und Mehrwegsysteme nutzen
Der einfachste Hebel für weniger Müll liegt im täglichen Einkauf. Um Verpackungen zu vermeiden, bieten sich Wochenmärkte oder spezialisierte Unverpackt-Läden an, die in Hessen mittlerweile in vielen Städten zu finden sind. Hier lassen sich Lebensmittel wie Nüsse, Linsen oder sogar Reinigungsmittel in mitgebrachte Gefäße füllen.
Auch im regulären Supermarkt kann Plastik eingespart werden, indem man zu wiederverwendbaren Gemüsenetzen greift statt zu den erlaubten dünnen Plastikbeuteln. Ein bewusster Blick auf das Sortiment zeigt zudem, dass Klassiker wie Milch, Joghurt oder Sahne längst in Pfandgläsern erhältlich sind. In Bio-Supermärkten erstreckt sich dieses System sogar auf Produkte wie Ketchup, Kaffee oder Zucker.
Plastikfreie Zone im Badezimmer
Besonders im Bad lässt sich der Plastikverbrauch massiv reduzieren, ohne auf Komfort zu verzichten. Feste Seifenstücke ersetzen Flüssigseife in Nachfüllbeuteln, und Shampoo- oder Conditioner-Seifen machen Plastikflaschen in der Dusche komplett überflüssig.
Wer konsequent sein möchte, tauscht den Einwegrasierer aus Kunststoff gegen einen langlebigen Rasierhobel aus Metall und nutzt Zahnputztabletten statt der klassischen Zahnpasta-Tube. Diese Umstellung schont nicht nur die Umwelt, sondern reduziert auch die Menge an Mikroplastik, mit der der eigene Körper in Kontakt kommt.
Leitungswasser schlägt die Plastikflasche
Auch bei der Getränkewahl sehen Naturschützer großes Potenzial. Da das deutsche Leitungswasser eine hervorragende Qualität aufweist, ist der Kauf von Wasser in PET-Flaschen oft unnötig. Forscher betonen zudem einen gesundheitlichen Aspekt: Wer Leitungswasser trinkt, nimmt deutlich weniger Nano- und Mikroplastik auf als beim Konsum aus Kunststoffflaschen.
Für Liebhaber von Sprudelwasser bieten Wassersprudler oder regionale Mehrweg-Glasflaschen eine ökologisch sinnvolle Alternative. Selbst beim beliebten Coffee-to-go lässt sich Müll vermeiden, indem man eigene Thermobecher nutzt oder an Pfandsystemen teilnimmt, da herkömmliche Pappbecher meist mit einer unsichtbaren Kunststoffschicht überzogen sind.
Kreativität statt Chipstüten
Selbst beim Knabbern vor dem Fernseher ist Verzicht nicht gleich Entbehrung. Viele Snacks, die normalerweise in Plastik verschweißt sind, lassen sich mit wenig Aufwand selbst herstellen. Der BUND schlägt etwa vor, Chips aus gewürzten Kartoffelschalen im Ofen zu rösten oder Popcorn frisch in der Pfanne zuzubereiten.
Diese kleinen Umstellungen im Alltag greifen den ursprünglichen Gedanken der Fastenzeit auf: Eine Zeit der Prüfung und Erneuerung, die in diesem Jahr für viele Hessen zu einer Entdeckungstour für ein plastikfreieres Leben wird. (red)