Der Stadtpfarrer bei KN

Impuls von Stefan Buß: "Das Herz muss an der Angel hängen"

Ich bin Stadtpfarrer Stefan Buß aus Fulda - Foto: Hendrik Urbin/KN


Mittwoch, 25.02.2026
von STEFAN BUß

FULDA / MKK - Es gibt einen alten Spruch aus der Welt der Fischer: „Das Herz muss an der Angel hängen.“

Gemeint ist: Wer wirklich fischen will, darf nicht nur die Angel ins Wasser halten – er muss mit Aufmerksamkeit, Geduld und Leidenschaft dabei sein. Halbherzigkeit bringt keinen Fang. Dieses Bild ist überraschend treffend für unser geistliches Leben.

Gott sieht nicht zuerst die Handlung – er sieht das Herz


In der Bibel heißt es im 1. Buch Samuel (16,7): „Der Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.“ Wir Menschen achten oft auf das Äußere: auf Leistung, Frömmigkeit, Worte, Engagement.

Gott aber fragt: Wo hängt dein Herz? Hängt es an der Anerkennung anderer? An Sicherheit und Besitz? An Angst oder Sorge? Oder hängt es an Gott? Man kann äußerlich alles richtig machen – beten, singen, helfen – und doch innerlich ganz woanders sein. Dann liegt die Angel im Wasser, aber das Herz sitzt am Ufer.

Ein geteiltes Herz fängt nichts


Jesus sagt im Matthäusevangelium (6,21): „Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“ Ein Herz, das zerrissen ist zwischen tausend Dingen, verliert seine Kraft. Glaube wird dann zur Pflicht, nicht zur Beziehung. Nachfolge wird anstrengend, nicht lebendig. Gott sucht keine perfekten Menschen. Aber er sucht ganze Herzen.

Nicht: „Ich glaube, wenn es mir nützt.“ Sondern: „Ich vertraue, auch wenn ich nicht alles verstehe.“ Jesus ruft Menschen mit Herz ... Als Jesus die Jünger ruft, sagt er nicht: „Lernt erst alles über mich.“ Er sagt: „Folgt mir nach.“

Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes lassen die Netze liegen. Nicht, weil sie alles begriffen hätten, sondern weil ihr Herz getroffen wurde. Das ist Glaube: Wenn das Herz an der Angel hängt – bereit, sich von Gott in Bewegung setzen zu lassen.

Was bedeutet das für uns heute?


Vielleicht heißt es für dich: Wieder ehrlich zu beten, statt nur richtige Worte zu sagen. Gott auch die Zweifel hinzuhalten. Nicht nur Zeit für Gott zu reservieren, sondern Zeit mit Gott zu leben. Den Mut zu haben, Gott wichtiger zu nehmen als Bequemlichkeit. Ein Herz an der Angel heißt nicht, immer stark zu sein. Es heißt, verbunden zu sein.

Gott fragt uns heute nicht: „Wie perfekt ist dein Glaube?“ Sondern: „Hängt dein Herz an mir?“ Wenn ja, dann darfst du vertrauen: Gott sorgt für den Fang. Er zieht, hält fest und trägt durch. 

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