Impuls von Stefan Buß: "Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt!"
Samstag, 28.02.2026
von STEFAN BUß
FULDA / MKK - „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“ So klar, so kraftvoll spricht Jesus im Evangelium die Menschen an. Kein „Ihr sollt werden“, kein „Bemüht euch, irgendwann einmal…“ – sondern: Ihr seid es. Jetzt.
Salz fällt nicht groß auf. Man sieht es kaum, wenn es im Essen ist. Und doch: Fehlt es, schmeckt alles fade. Genau das meint Jesus. Christsein heißt nicht, laut zu sein oder sich in den Vordergrund zu drängen. Es heißt, dem Leben Geschmack zu geben. Salz bewahrt auch vor dem Verderben. In der Zeit Jesu wurde es benutzt, um Lebensmittel haltbar zu machen.
Übertragen heißt das:
Wo Menschen aus dem Geist Jesu leben – dort werden Hoffnung, Würde und Menschlichkeit bewahrt. Dort wird verhindert, dass Zynismus, Gleichgültigkeit oder Härte alles verderben. Aber Jesus warnt auch: Wenn das Salz seinen Geschmack verliert… Salz, das nicht mehr salzt, ist nutzlos. Glaube, der keine Folgen hat – für unser Handeln, unseren Umgang miteinander – wird ebenfalls kraftlos. Christsein bleibt nicht Theorie. Es zeigt sich im Alltag: in Fairness statt Ellenbogen, in Mitgefühl statt Wegschauen, in Ehrlichkeit statt Bequemlichkeit.
Das zweite Bild ist noch deutlicher: Licht. Licht ist nicht für sich selbst da. Eine Lampe wird nicht angezündet, um dann unter einen Eimer gestellt zu werden. Licht will leuchten – damit andere sehen können. Jesus sagt nicht: Ihr sollt andere beleuchten. Er sagt: Euer Licht soll leuchten. Nicht die Menschen stehen im Mittelpunkt, sondern das, was durch sie sichtbar wird: Gottes Nähe, seine Barmherzigkeit, seine Liebe. Licht vertreibt Dunkelheit nicht durch Kampf, sondern einfach dadurch, dass es da ist. Ein kleines Licht reicht, um einen Raum zu verändern. So ist es auch mit kleinen Gesten: ein gutes Wort, ein offenes Ohr, ein stilles Dasein. Oft unterschätzen wir, wie viel Licht wir für andere sein können.
Und dann der entscheidende Satz Jesu:
„So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Nicht der Mensch soll bewundert werden. Nicht das eigene Ego. Sondern Gott soll durch die Menschen erkennbar werden. Christsein ist kein Selbstzweck. Es ist ein Hinweis auf etwas Größeres.
Vielleicht ist das die wichtigste Frage an jede und jeden: Wird durch mein Leben etwas von Gott sichtbar? Nicht perfekt, nicht fehlerfrei – aber echt.
Jesus traut den Menschen etwas zu. Er nennt sie Salz und Licht. Nicht, weil wir viele so stark sind, sondern weil Gott durch den Menschen wirken will. Möge der Glaube vieler nicht fade werden, so dass ihr Licht versteckt bleibt, sondern dass durch das Leben jedes einzelnen etwas von der Liebe Gottes in dieser Welt aufleuchtet.