Internationale Wochen gegen Rassismus starten

Für Menschenwürde - gegen Rassismus und Rechtsextremismus

Am Freitag starteten die Internationalen Wochen gegen Rassismus in Hanau - Fotos: Stadt Hanau


Freitag, 20.02.2026
von Redaktion Kinzig News

HANAU - Am heutigen Freitag beginnen die Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) frühzeitig in Hanau. Bis zum Sonntag, 29. März setzt die Brüder-Grimm-Stadt damit erneut ein deutliches Zeichen für Menschenwürde, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine vielfältige, demokratische Stadtgesellschaft.

Bewusst starten die Aktionswochen in Hanau bereits am 20. Februar – im unmittelbaren Gedenken an den 19. Februar 2020 und damit rund einen Monat vor dem bundesweiten Beginn. Zahlreiche Veranstaltungen greifen die Themen Erinnerung, Solidarität und Verantwortung auf und verbinden sie mit aktuellen Fragen des demokratischen Miteinanders. Damit wird deutlich: Das Eintreten gegen Rassismus ist in Hanau untrennbar mit dem gemeinsamen Erinnern und dem klaren Bekenntnis zu einer offenen Gesellschaft verbunden.

Auch in diesem Jahr wird das vielfältige Programm von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis getragen. Vereine, Initiativen, Religionsgemeinschaften, Bildungseinrichtungen und engagierte Einzelpersonen organisieren Lesungen, Ausstellungen, Workshops, Diskussionsformate, Gedenkveranstaltungen und kreative Aktionen im gesamten Stadtgebiet. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus verstehen sich dabei als Veranstaltungsreihe und gesellschaftlicher Impuls: Sie laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, Haltung zu zeigen – durch Teilnahme, durch eigenes Engagement und durch ein respektvolles Miteinander im Alltag.

„100 Prozent Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus“

Die Aktionswochen stehen in diesem Jahr bundesweit unter dem Motto „100 Prozent Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus“. Das Motto ist zugleich Selbstverständnis und Auftrag. Menschenwürde ist unteilbar. Sie zu schützen und sich aktiv für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft einzusetzen, bleibt eine gemeinsame Verantwortung von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky betont in seinem Grußwort: „Die Internationalen Wochen gegen Rassismus sind aus Hanau nicht mehr wegzudenken. Seit vielen Jahren zeigen sie, wofür unsere Stadt steht: für Vielfalt, für Zusammenhalt und für gegenseitigen Respekt.“ Weiter führt er aus: „Als Schirmherr durfte ich diesen Weg über viele Jahre begleiten. Es war mir stets eine Ehre. Auch über mein Amtsende hinaus wünsche ich dieser wichtigen Arbeit weiterhin gutes Gelingen, beständige Unterstützung und ein wachsendes Verständnis für mehr Miteinander.“ Mit dem Amtsende Kaminskys in diesem Herbst endet auch seine Funktion als Schirmherr – nicht jedoch die klare Haltung der Stadt Hanau gegen Rassismus und für die Wahrung der Menschenwürde.

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus in Hanau werden ab diesem Jahr in den Verantwortungsbereich des Hauses für Demokratie und Vielfalt (HDV) der Stadt Hanau gestellt. Im Zuge eines kommunikativen Neustarts präsentieren sich die Aktionswochen mit einem neuen Erscheinungsbild, einer gestärkten Social-Media-Präsenz sowie dem Umzug des digitalen Programms auf die Website des HDV. Die bisherige Seite wgr-hanau.de wird nicht weitergeführt. Das vollständige Programm der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Hanau ist online abrufbar unter www.hdv-hanau.de.

Hintergrund:

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) finden jährlich rund um den 21. März statt – dem Internationalen Tag gegen Rassismus. Dieser Gedenktag wurde 1966 von den Vereinten Nationen ausgerufen. Er erinnert an das Massaker von Sharpeville in Südafrika im Jahr 1960 und steht weltweit für das gemeinsame Eintreten gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung.

Heute beteiligen sich bundesweit mehr als 300.000 Menschen an über 5.000 Veranstaltungen – so viele wie nie zuvor. Ziel der Aktionswochen ist es, die Mehrheitsgesellschaft für rassistische Strukturen und Alltagsdiskriminierung zu sensibilisieren und zugleich Betroffene zu stärken und ihnen Gehör zu verschaffen. Die IWgR schaffen Räume für Begegnung, Dialog und klare Haltung – gegen Menschenfeindlichkeit und für eine offene, solidarische Gesellschaft.

Seit Januar 2016 werden die IWgR in Deutschland von der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus koordiniert und weiterentwickelt. Neben der bundesweiten Planung initiiert und fördert die Stiftung Modellprojekte zur Überwindung von Rassismus und zur Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe von Minderheiten. Ziel ist es, das Engagement gegen Rassismus nachhaltig zu verankern – weit über den Aktionszeitraum im März hinaus.

Bis 2007 waren die Aktivitäten in Deutschland auf eine einzelne Woche konzentriert. Mit wachsender Beteiligung und steigender Zahl an Veranstaltungen weitete der Interkulturelle Rat im Jahr 2008 den Zeitraum aus und rief erstmals die Internationalen Wochen gegen Rassismus aus. Was einst mit vergleichsweise überschaubarer Resonanz begann, ist heute eine bundesweite Bewegung mit großer Strahlkraft.

Auch in Hanau begann das Engagement im Jahr 2008, als eine kleine Gruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger die Initiative in die Brüder-Grimm-Stadt brachte. Inzwischen beteiligen sich rund 50 Hanauer Organisationen, Vereine, Verbände und Privatpersonen an den Aktionswochen. Mit vielfältigen Veranstaltungen tragen sie den Einsatz gegen Rassismus sichtbar in die Stadtgesellschaft und setzen ein starkes Zeichen für Vielfalt, Respekt und demokratisches Miteinander.

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