Brüder-Grimm-Stadt macht ernst

So will Hanau dreisten Müllsündern besser auf die Schliche kommen

Kampf gegen Müllproblem in Hanau. - Foto: Stadt Hanau/Moritz Göbel


Freitag, 20.02.2026
von Redaktion Kinzig News

HANAU - Im Kampf gegen illegale Müllablagerungen setzt die Stadt Hanau ab sofort auf moderne Lichttechnik, um Verursacher abzuschrecken und das Stadtbild zu schützen.

Illegale Müllhaufen sind nicht nur ein optisches Ärgernis, sondern entwickeln sich zunehmend zu einer finanziellen Belastung für alle Bürger. Stadträtin und Ordnungsdezernentin Isabelle Hemsley kündigte nun an, alle verfügbaren Mittel auszuschöpfen, um die Stadt sauber zu halten. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die gezielte Ausleuchtung von bekannten Problemzonen, insbesondere im Umfeld von Altglas- und Altkleidercontainern. Wie aus einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt Hanau hervorgeht, dienen diese Standorte oft als Anziehungspunkte für rücksichtslose Entsorgungsaktionen unter dem Schutz der Dunkelheit.

Erste Erfolge in Steinheim

Ein erster Erfolg der neuen Maßnahmen zeigt sich bereits im Stadtteil Steinheim. Unterhalb der Villa Stokkum wurde eine intelligente Straßenleuchte installiert, die in Zusammenarbeit mit der Hanau Netz GmbH realisiert wurde. Dieser spezifische Standort war im vergangenen Sommer während eines Sicherheitsrundgangs als besonders problematisch identifiziert worden. 

Die neue Leuchte reagiert mit einem Bewegungsmelder auf Aktivitäten in den Nachtstunden und leuchtet den Bereich automatisch hell aus. Das Kalkül dahinter ist simpel: Die Sichtbarkeit soll die Hemmschwelle für illegale Taten massiv erhöhen, da potenzielle Täter nicht mehr im Verborgenen agieren können.

Expansion der Licht-Offensive und Blick auf Videoüberwachung

Die Stadt plant bereits, dieses Modell auf weitere belastete Standorte im gesamten Stadtgebiet auszuweiten. Aktuell werden Angebote für zusätzliche Beleuchtungsmasten eingeholt, um vor allem jene Containerplätze nachzurüsten, die bisher über keine eigene Lichtquelle verfügen. Doch die Beleuchtung ist nur ein Teil der langfristigen Vision. 

Hemsley blickt bereits auf rechtliche Anpassungen in anderen Bundesländern, die den Kommunen den Einsatz von Videoüberwachung an Müll-Hotspots ermöglichen. Hanau stehe hierzu bereits im Austausch mit dem Land, um sofort reagieren zu können, sobald die gesetzliche Grundlage für eine kamerabasierte Abschreckung und Identifizierung der Verursacher gegeben ist.

175 Tonnen Abfall belasten die Allgemeinheit

Die Notwendigkeit für das harte Durchgreifen wird durch die jüngsten Zahlen des Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS) untermauert. Allein im Jahr 2025 mussten im Stadtgebiet rund 175 Tonnen illegaler Müll beseitigt werden. Diese enorme Menge fällt an, obwohl Hanau mit 1.800 öffentlichen Abfallbehältern und einem regulären Wertstoffhof ausreichend Entsorgungsmöglichkeiten bietet. 

Da die Beseitigung dieser wilden Müllkippen erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen bindet, soll die Kombination aus technischer Aufrüstung und verstärkter Präsenz den Druck auf Müllsünder dauerhaft erhöhen. (red)

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