Ernste Gefahr im Netz: Wie das Land Hessen vor allem die Jüngsten im Internet schützen will
Samstag, 21.02.2026
von Redaktion Kinzig News
HESSEN - Angesichts steigender Gefahren in sozialen Netzwerken verstärkt das hessische Bildungsministerium pünktlich zum internationalen Aktionstag gegen Mobbing seine Präventionsarbeit. Bildungsminister Armin Schwarz warnt vor gravierenden psychischen Folgen für Kinder und setzt auf eine Kombination aus gesetzlichen Schutzzonen und pädagogischen Programmen.
Beleidigungen, Ausgrenzung und digitale Hetze gehören für viele Schüler zum Alltag, doch die Auswirkungen sind oft unsichtbar und tiefgreifend. Schlafstörungen, massive innere Anspannung und die Angst vor dem Schulbesuch sind laut Ministerium die häufigsten Folgen, wenn junge Menschen ins Visier von Mobbern geraten.
Gesetzliche Schutzzonen und digitale Barrieren
Wie aus einer aktuellen Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen hervorgeht, sieht das Land vor allem im digitalen Raum dringenden Handlungsbedarf. Minister Armin Schwarz betont dabei die Notwendigkeit, Kinder vor verstörenden Inhalten und Cybermobbing auf Social-Media-Plattformen bestmöglich zu schützen.
Hessen geht dabei einen Weg, der über reine Appelle hinausgeht. Ein zentraler Baustein ist die gesetzliche Verankerung von sogenannten Smartphone-Schutzzonen an den Schulen. Diese Maßnahme soll die teils ausufernde Nutzung digitaler Endgeräte auf dem Schulgelände eindämmen und so den Raum für Cybermobbing während der Unterrichts- und Pausenzeiten verknappen. Schwarz, der sich bereits frühzeitig für eine bundesweite Altersbeschränkung bei Social Media ausgesprochen hat, sieht in der Medienbildung an den Schulen eine entscheidende Säule, um die psychische Gesundheit der Jugendlichen stabil zu halten.
Ein Netz aus Prävention und Soforthilfe
Bereits seit Ende 2022 sind die hessischen Bildungseinrichtungen gesetzlich dazu verpflichtet, umfassende Schutzkonzepte gegen Gewalt zu erarbeiten. In der Praxis bedeutet dies den Einsatz spezifischer Programme für alle Altersstufen. Während Grundschulen mit Einheiten wie „Du gehörst dazu!“ arbeiten, setzen weiterführende Schulen verstärkt auf „Mobbing-Interventions-Teams“. Diese spezialisierten Einheiten werden bei Bedarf von sozialpädagogischen und schulpsychologischen Fachkräften unterstützt, um im Ernstfall schnell und fundiert eingreifen zu können. Für Eltern und Lehrkräfte bietet zudem die Beratungsstelle Jugend und Medien gezielte Hilfestellungen beim Umgang mit digitaler Gewalt an.
Wertebildung als langfristige Strategie
Um das Problem an der Wurzel zu packen, hat das Ministerium im laufenden Schuljahr 2025/2026 die Initiative „WERTvoll“ auf sämtliche Schulformen und Jahrgänge ausgeweitet. Hierbei geht es primär um die Vermittlung demokratischer Grundwerte wie Respekt und Toleranz. Eine neue Online-Plattform vernetzt Lehrkräfte und stellt Materialien bereit, um ein friedliches Miteinander im Klassenzimmer – und damit auch im digitalen Chat – dauerhaft zu etablieren.
Ergänzt wird dieses Angebot durch Handreichungen des „Netzwerks gegen Gewalt“, die den Schulen als Wegweiser dienen, um ihre Strategien gegen die Ausgrenzung junger Menschen kontinuierlich zu verfeinern. (red)