Trotz Riesen-Personalproblem

TV Gelnhausen nicht zu bremsen: Charakter-Comeback bei Friesenheim-Hochdorf II

TV Gelnhausen siegt auch gegen Friesenheim. - Foto: Martin Jost


Montag, 23.02.2026
von Redaktion Kinzig News

GELNHAUSEN - Trotz massiver Personalprobleme hat der TV Gelnhausen am 21. Spieltag der 3. Handball-Liga Süd-West einen wichtigen Auswärtssieg eingefahren. Nach einem frühen Fünf-Tore-Rückstand drehten die Barbarossastädter die Partie beim HLZ Friesenheim-Hochdorf II und festigten mit einem 37:32-Erfolg ihren zweiten Tabellenplatz.

Es war ein Sieg der Moral und der taktischen Reife. Das Team von Cheftrainer Matthias Geiger bewies im Sportzentrum TV Hochdorf, dass es auch unter widrigsten Umständen bestehen kann. Wie aus dem aktuellen Spielbericht der Gelnhäuser Neuen Zeitung hervorgeht, stand die Partie vor 95 Zuschauern lange auf Messers Schneide, bevor die Cleverness der Gäste in der Schlussphase den Ausschlag gab. Mit nun 34:6 Punkten hält der TVG Kurs auf die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, während die Verfolger im Kampf um Platz zwei vorerst auf Distanz bleiben.

Ein Kader am personellen Limit

Die Vorzeichen für das Gastspiel in der Pfalz hätten kaum schwieriger sein können. Das Lazarett der Barbarossastädter wächst stetig: Zu den Langzeitverletzten gesellten sich zuletzt auch Stammkräfte wie Torhüter Alexander Bechert und Jannik Geisler. Da zudem Henrik Müller und Benjamin Wörner krankheitsbedingt passen mussten, war Geiger gezwungen, das Team umzubauen. 

Ein Lichtblick war die Rückkehr von Jonas Dambach, der nach der Geburt seiner Tochter erstmals wieder im Kader stand und sofort zu einem entscheidenden Faktor im Angriffsspiel wurde. Im Tor bildeten Daniel Drozdz und der junge Noah Pilgrim das Gespann, das sich im Laufe der Partie deutlich steigerte.

Fehlstart und Nervenstärke vom Punkt

In der Anfangsphase wirkte der TVG jedoch sichtlich unsortiert. Die Gastgeber aus Friesenheim starteten mit enormem Druck und nutzten die Abstimmungsprobleme in der Gelnhäuser Defensive konsequent aus. Bereits nach zehn Minuten sah sich der Favorit mit einem 3:8-Rückstand konfrontiert. Sogar Kapitän Jonathan Malolepszy, sonst die personifizierte Sicherheit, zeigte ungewohnte Schwächen und vergab in dieser Phase zwei Siebenmeter. Doch der TVG bewahrte die Ruhe. 

Stück für Stück kämpften sich die Rot-Weißen zurück, stabilisierten die Deckung und fanden im Angriff bessere Lösungen. Sekunden vor dem Pausenpfiff gelang der Anschluss zum 18:19-Halbzeitstand, was die Wende bereits andeutete. Nach dem Seitenwechsel übernahm der TVG erstmals die Führung, doch abschütteln ließ sich das kämpferische HLZ Friesenheim-Hochdorf II zunächst nicht. Bis zum 30:31, fünf Minuten vor dem Ende, blieb die Begegnung eine Zitterpartie.

Crunchtime-Sieg dank spätem Kraftakt

Erst in der sogenannten „Crunchtime“ spielten die Gäste ihre konditionelle Überlegenheit und Erfahrung aus. Ein fulminanter 6:1-Lauf in den letzten Minuten brach den Widerstand der Hausherren endgültig. Malolepszy krönte seine Leistung trotz der frühen Fehlwürfe mit insgesamt elf Treffern, während Rückkehrer Dambach siebenmal einnetzte. Mit diesem „Arbeitssieg“, wie es Trainer Geiger nach Abpfiff treffend formulierte, kehrt der TV Gelnhausen mit breiter Brust zurück in die Heimat.

Am kommenden Samstag empfängt die Mannschaft in der Rudi-Lechleidner-Halle das Tabellenschlusslicht TSG Haßloch. Vor heimischer Kulisse will der TVG den nächsten Schritt machen, um den Traum von der 2. Bundesliga weiter Realität werden zu lassen. (red)

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