Hanau: Schulzentrum Hessen-Homburg vor drastischer Änderung und Millionen-Invest
Dienstag, 24.02.2026
von Redaktion Kinzig News
HANAU - Das Schulzentrum Hessen-Homburg im Hanauer Norden steht vor einer historischen Zäsur: Für rund 33 Millionen Euro wird der Standort zu einer modernen Gesamtschule ausgebaut – ein Prozess, der neben einem gewaltigen Neubau auch die vollständige Aufgabe des bisherigen Namens vorsieht.
Die Weichen für die Bildungslandschaft im Stadtteil Lamboy-Tümpelgarten werden neu gestellt. Mit der Umwandlung in eine neunzügige Kooperative Gesamtschule samt gymnasialer Oberstufe entsteht ein Bildungsangebot, das Schüler künftig lückenlos bis zum Abitur begleitet. Wie aus einer offiziellen Pressemitteilung der Stadt Hanau hervorgeht, ist diese strukturelle Erweiterung für Bürgermeister und Schuldezernent Dr. Maximilian Bieri weit mehr als eine organisatorische Formsache. Vielmehr handele es sich um ein klares Signal an die Elternschaft, dass Hanau konsequent in leistungsfähige und zukunftsweisende Strukturen investiere.
Abschied von der Kasernen-Vergangenheit
Im Zuge dieser Neuausrichtung hat die Stadtspitze beschlossen, auch die bisherige Namensgebung kritisch zu revidieren. Die Bezeichnung „Hessen-Homburg“ rührt von der gleichnamigen Kaserne her, die ihren Namen während der nationalsozialistischen Militarisierung per Führererlass erhielt.
Namensgeber war ein Söldnerführer des 17. Jahrhunderts, zu dem laut Bieri zudem der besondere Bezug zur Stadt Hanau fehle. Da die Herleitung aus einer militärischen Benennung für eine moderne Bildungseinrichtung als unpassend empfunden wird, soll das „Etikett“ nun fallen. Ein neuer Name soll her, der das pädagogische Profil widerspiegelt und der Schulgemeinde eine echte Identifikationsmöglichkeit bietet.
Schüler entscheiden über die neue Identität mit
Der Weg zum neuen Namen führt über ein breit angelegtes Beteiligungsverfahren. Die Stadt setzt dabei bewusst auf die Impulse derer, die das Gebäude täglich nutzen: die Schülerinnen und Schüler. Sie sind aufgerufen, eigene Vorschläge einzureichen. Ein Gremium aus Schulleitung, Schülervertretern und städtischen Experten wird eine Vorauswahl treffen, über die zunächst der Ortsbeirat berät. Die endgültige Entscheidung liegt schließlich bei der Stadtverordnetenversammlung.
Dieser Prozess soll sicherstellen, dass der neue Name mehr als ein formaler Akt ist und stattdessen tief in der Schulgemeinschaft verwurzelt wird. Parallel zur Namenssuche nehmen die baulichen Veränderungen bereits konkrete Formen an. Der anstehende Spatenstich markiert den Beginn für ein viergeschossiges Gebäude auf einem rund 15.900 Quadratmeter großen Areal.
Ein 33-Millionen-Euro-Projekt für die Zukunft
Auf einer Fläche von über 8000 Quadratmetern entstehen insgesamt 45 Klassen- und Fachräume sowie eine moderne Mensa, die künftig auch als Aula für Veranstaltungen dienen wird. Das Konzept setzt auf barrierefreie Erschließungen und innovative Lerncluster.
Mit einer geplanten Fertigstellung im zweiten Quartal 2028 investiert Hanau massiv in die Standortsicherung im Norden der Stadt, um den Schülern eine moderne Umgebung für alle Bildungswege unter einem Dach zu garantieren. (red)