Gründau: Wie es mit dem Nahkauf-Areal weitergehen soll
Mittwoch, 25.02.2026
von Redaktion Kinzig News
GRÜNDAU - Die Zukunft des zentral gelegenen Geländes rund um das ehemalige Nahkauf-Gebäude in Rothenbergen nimmt Fahrt auf: Während sich die Fraktionen über eine Neugestaltung einig sind, wirbt die CDU nun für ein mehrstufiges Verfahren ohne vorzeitige politische Scheuklappen.
In der Gründauer Gemeindevertretung zeichnet sich ein gemeinsamer Nenner ab. Die Zustimmung von SPD und FWG zur Entwicklung des gemeindeeigenen Areals wird von der CDU ausdrücklich begrüßt. Das Ziel ist klar definiert: Das Herzstück von Rothenbergen soll einer Nutzung zugeführt werden, die sowohl nachhaltig als auch langfristig tragfähig ist. Da sich das Grundstück vollständig im Besitz der Gemeinde befindet, sieht die CDU hier eine besondere Verantwortung, das volle Potenzial des Standorts auszuschöpfen.
Maximale Offenheit zu Beginn des Prozesses
Wie aus einer aktuellen Pressemitteilung der Gründauer CDU hervorgeht, setzt die Fraktion dabei auf maximale Offenheit zu Beginn des Prozesses. Anstatt bereits im Vorfeld enge Bedarfsdefinitionen festzuschreiben, plädieren die Christdemokraten für ein offenes Interessenbekundungs- oder Konzeptverfahren. Kritische Stimmen, die darin ein übereiltes Vorgehen sehen, weist die Fraktion zurück.
Ein solches Verfahren sei keinesfalls eine Vorentscheidung über einen Verkauf oder eine Beauftragung, sondern diene rein als fundierte Informationsquelle, um überhaupt erst sichtbar zu machen, welche architektonischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten realistisch bestehen. Ortsvorsteher Stefan Lauber betont in diesem Zusammenhang, dass eine zu frühe Festlegung auf bestimmte Nutzungsideen innovative Lösungen im Keim ersticken könnte.
Erst die Konzepte, dann die Entscheidung
Offenheit am Anfang erweitert den späteren Handlungsspielraum der Politik. Nach Auffassung der CDU bietet ein solches Vorgehen zudem eine bessere Basis für die Bürgerbeteiligung. Über konkrete, auf dem Tisch liegende Entwürfe ließe sich deutlich sachlicher diskutieren als über rein abstrakte Wunschvorstellungen. Die Erfahrung zeige zudem, dass bloße Abfragen von Bedarfen oft nur bekannte Positionen wiederholen, während ein Ideenaufruf gänzlich neue Lösungswege aufzeigen könne. Das vorgeschlagene Modell sieht daher eine klare Struktur vor. Zunächst sollen unverbindliche Konzepte von verschiedensten Akteuren eingeholt werden.
Dabei sind ausdrücklich nicht nur private Investoren angesprochen, sondern auch Genossenschaften, gemeinnützige Träger oder öffentlich-rechtliche Körperschaften. Erst nachdem diese Vorschläge vorliegen und bewertet wurden, soll die Gemeindevertretung gemeinsam mit dem Ortsbeirat verbindliche Rahmenbedingungen und Prioritäten festlegen. Die finale Entscheidungshoheit verbleibt somit vollständig bei den kommunalen Gremien, die durch das Verfahren jedoch eine wesentlich breitere Entscheidungsgrundlage erhalten.
Bürgerdialog direkt am Objekt
Um den Austausch mit der Bevölkerung frühzeitig zu suchen, lädt die CDU zu einem Ortstermin ein. Am Samstag, den 28. Februar, stehen Vertreter der Fraktion von 15:30 Uhr bis 18 Uhr direkt am Nahkauf-Gelände für Gespräche bereit. Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben dort die Gelegenheit, ihre Anregungen und konstruktiven Vorschläge einzubringen.
Für die Verantwortlichen steht fest, dass die Entwicklung des Areals eine Generationenentscheidung für Rothenbergen darstellt, die keine voreiligen Einschränkungen, sondern einen mutigen Blick auf alle Chancen verdient. (red)