Vom Eis aufs Fernsehen: Rudi Cerne packt bei den „Wilhelmsbader Gesprächen“ aus
Sonntag, 01.03.2026
von Redaktion Kinzig News
RODENBACH - Beim exklusiven Benefizabend „Wilhelmsbader Gespräche“ in der Kleinen Parkwirtschaft gab Rudi Cerne seltene Einblicke in sein Leben – und sprach so offen wie nie zuvor. Vom ehrgeizigen Vater, der ihn mit sechs Jahren aufs Eis schickte, über harte Rivalität mit Norbert Schramm bis zu den brutalen Mordfällen bei „Aktenzeichen XY… ungelöst“: Die Emotionen lagen spürbar in der Luft.
Das Moderatoren-Duo Yvonne Backhaus-Arnold, Redaktionsleiterin des Hanauer Anzeigers, und Michael Bußer, Staatssekretär a.D., führte durch den Abend, der von Hans-Jürgen Müller initiiert wurde. Cerne, seit über 30 Jahren in Rodenbach zu Hause und volksnah wie eh und je, erzählte von seiner Kindheit in Herne bis zu seinem heutigen Pendeln zwischen München und der idyllischen Spessartgemeinde.
Rivalität und Erfolge: Die Zeit mit Norbert Schramm
Schon als kleiner Junge ging Cerne aufs Eis – ein Wunsch, der seinem Vater verwehrt geblieben war, weil der Zweite Weltkrieg dazwischenkam. Die Familie unterstützte Cerne von Anfang an: von der heimischen Eissporthalle in Wanne-Eickel bis zu den internationalen Olympiastätten und den Shows in Las Vegas. Er startete für den Herner EV, später im Sportleistungszentrum Mannheim.
Dort traf er auf Norbert Schramm, seinen großen Rivalen um Bestnoten und Titel. Cerne gab jedoch nie auf: Mehrfach wurde er Deutscher Meister, Vizeeuropameister und schaffte es unter die Top fünf bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.
Vom Eis auf die Bühne: Rudi Cerne über Kindheit und Eiskunstlauf
Nach der Sportkarriere war der Weg ins Fernsehen kein Selbstläufer. Cerne begann als Kommentator im Eiskunstlauf und als Reporter bei Eintracht Frankfurt oder an der Tour-de-France-Strecke. Erst mit der Moderation des „Aktuellen Sportstudios“ wurde er einem großen Publikum bekannt.
2002 übernahm er schließlich die Moderation von „Aktenzeichen XY… ungelöst“. Nächstes Jahr feiert er das 25-jährige Jubiläum der Sendung – mehr als 5.000 Fälle wurden gezeigt, mit einer Aufklärungsquote von rund 40 Prozent. Cerne sprach im Gespräch auch über Fälle, die ihn emotional besonders berührt haben: „Wir zeigen so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Alte Wunden wollen wir nicht unnötig aufreißen.“
"Aktenzeichen XY...ungelöst": Emotionale Einblicke hinter die Kulisse
Unter den rund 60 Gästen stieß besonders die Frage auf, warum alte Fälle erneut gezeigt werden. Cerne erklärte: „Auch wenn sich Zuschauer nicht mehr erinnern, lösen Beiträge bei Mitwissern Emotionen oder schlechtes Gewissen aus. Das führt zu Hinweisen, die entscheidend zur Aufklärung beitragen.“
Die „Wilhelmsbader Gespräche“ unterstützen diesmal den Förderverein Palliative Patienten-Hilfe Hanau. Neben einem Teil der Eintrittsgelder gingen 1.000 Euro Spende sowie 600 Euro aus der Versteigerung von zwei VIP-Karten der Eintracht Frankfurt an den Verein. Mitinitiator Hans-Jürgen Müller überreichte die Spende an Dr. Maria Haas-Weber, Vorsitzende und Gründerin des Fördervereins.