Main-Kinzig-Kreis: Mammut-Klimaschutzprojekt auf Deponien erfolgreich abgeschlossen
Mittwoch, 11.03.2026
MAIN-KINZIG-KREIS - Auf der Deponie Hailer ist ein großes Klimaschutzprojekt des Main-Kinzig-Kreises im Rahmen eines feierlichen Projektabschlusses abgeschlossen worden: Mit der sogenannten In-situ-Stabilisierung hat der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft seine Deponien in Gelnhausen-Hailer, Schlüchtern-Hohenzell, Neuberg und Bruchköbel umfassend modernisiert.
Im Mittelpunkt des Projekts stand die Sanierung und Optimierung der Gasbrunnen in den Deponiekörpern. Rund 200 Brunnen wurden überarbeitet und abgedichtet. Dadurch kann deutlich mehr Deponiegas erfasst werden – vor allem Methan, das bei der Zersetzung von Abfällen entsteht und als Treibhausgas besonders klimaschädlich ist.
"Das Projekt ist ein Meilenstein für den MKK"
„Deponien werden beim Klimaschutz oft unterschätzt“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Andreas Hofmann bei dem Termin. „Da wir gezielt an dieser Stelle ansetzen, können wir mit konkreten Maßnahmen einen großen Effekt erzielen.“
Jochen Hemmer, Leiter des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft des Main-Kinzig-Kreises, unterstrich: „Das Projekt ist ein Meilenstein für den Main-Kinzig-Kreis, ein lebendiges Beispiel dafür, wie politischer Wille in konkretes Handeln umgesetzt worden ist. Alle Beteiligten haben gemeinsam professionell und sehr erfolgreich zusammengearbeitet.“
Die In-situ-Stabilisierung sorgt dafür, dass durch kontrollierte Belüftung die Methanbildung und damit auch die Emissionen reduziert werden. Wie das funktioniert, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete mit einem einfachen Bild: „Man kann sich eine Deponie ein wenig wie einen großen Schwamm vorstellen. Über viele Jahre entstehen darin klimaschädliche Deponiegase, deren entweichen in die Atmosphäre verhindert werden muss.“
Die Langzeitwirkung ist beträchtlich
Schon in den ersten zehn Jahren werden auf den vier Deponiestandorten des Eigenbetriebs insgesamt etwa 400.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart. Dies entspreche dem Ausstoß, den rund 20.000 Autos in diesem Zeitraum erzeugen. Die Gesamtlaufzeit der Anlagen sei zudem nicht auf zehn, sondern auf 25 Jahre ausgelegt, so der Erste Kreisbeigeordnete.
„Das ist eine Größenordnung, die zeigt, wie groß der Hebel beim Klimaschutz auch in der Abfallwirtschaft sein kann und ist kommunaler Klimaschutz im besten Sinne“, betonte Jochen Hemmer und ergänzte: „Wir investieren in moderne Technik, senken Emissionen und sichern gleichzeitig die langfristige Bewirtschaftung unserer Deponien.“
Rund acht Millionen Euro investiert
Etwa acht Millionen Euro investiert der Main-Kinzig-Kreis in die Stabilisierung der vier Standorte. Ein Teil der Maßnahmen wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Für den Ersten Kreisbeigeordneten steht das Projekt exemplarisch für die Klimapolitik des Kreises: „Dort, wo wir Verantwortung tragen, handeln wir auch. Der Main-Kinzig-Kreis nutzt seine Möglichkeiten, um ganz konkrete Beiträge zum Klimaschutz zu leisten – Schritt für Schritt und langfristig.“
Ein großer Teil der Arbeiten fand fernab der Öffentlichkeit statt. „Solche Projekte entstehen nicht am Schreibtisch“, sagte Andreas Hofmann. „Sie sind das Ergebnis fachlicher Arbeit draußen auf der Fläche – und genau dafür gilt allen Beteiligten mein ausdrücklicher Dank.“
Mit dem Abschluss der In-situ-Stabilisierung ist eines der größten Einzelprojekte im Klimaschutzprogramm des Main-Kinzig-Kreises umgesetzt. Die Wirkung der Maßnahmen wird jedoch noch viele Jahre messbar bleiben. „Das Projekt steht für Verantwortung – und für die Aufgabe, unseren Kindern und Enkeln einen lebenswerten Kreis zu hinterlassen“, so Andreas Hofmann. (red)