Kuriose Rettung in Maintal: 92-Jähriger besichtigt Autos, dann muss die Feuerwehr ran
Freitag, 13.03.2026
von Redaktion Kinzig News
MAINTAL - Ein Ausflug zu den neuesten Automodellen endete für einen Senior in Maintal-Dörnigheim am Donnerstagabend unfreiwillig hinter Gittern. Erst durch den Einsatz von Leitern und das beherzte Eingreifen einer Polizeistreife konnte der 92-Jährige nach Geschäftsschluss sicher vom abgeschlossenen Gelände eines Autohauses befreit werden.
Der Wunsch, sich nach dem Einkauf in Ruhe die ausgestellten Fahrzeuge in der Otto-Hahn-Straße anzusehen, wurde einem rüstigen Rentner zum Verhängnis. Gegen 18 Uhr betrat er das Areal des Autohauses, verlor bei der Begutachtung der Wagen jedoch die Zeit aus den Augen.
Sohn setzte Notruf in den Abendstunden ab
Während er sich in die Details der Automobile vertiefte, machten die Mitarbeiter des Betriebs Feierabend und schlossen das Schiebetor ab, ohne den späten Besucher auf dem weitläufigen Parkplatz zu bemerken. Wie aus einem Bericht des Polizeipräsidiums Südosthessen hervorgeht, wurde die Polizei gegen 18:45 Uhr durch den Sohn des Seniors alarmiert.
Dieser hatte den Notruf abgesetzt, nachdem er von der misslichen Lage seines Vaters erfahren hatte. Die Beamten machten sich daraufhin umgehend auf den Weg in das Gewerbegebiet – vorsorglich mit zwei Leitern im Gepäck, um auf die Barriere des rund zwei Meter hohen Zauns vorbereitet zu sein.
Improvisierter Fluchtweg über den Zaun
Vor Ort bestätigte sich die Lage: Der 92-Jährige stand wohlbehalten, aber festgesetzt hinter der Umzäunung. Da kein Schlüssel für das Tor greifbar war, entwickelten die Polizisten kurzerhand eine pragmatische Lösung. Sie stellten jeweils eine Leiter auf der Innen- und eine auf der Außenseite des Zauns auf und schufen so eine Behelfsbrücke in die Freiheit.
Trotz seines hohen Alters meisterte der Senior den Kletterakt über den improvisierten Ausgang ohne Probleme. Der rüstige Mann kletterte die Sprossen hinauf und auf der anderen Seite wieder herab, wo er von seinem Sohn und den Beamten in Empfang genommen wurde. Die ungewöhnliche Situation tat der Stimmung des Geretteten keinen Abbruch.
Ein Rettungseinsatz mit Humor
Nachdem er den fest verschlossenen Parkplatz verlassen hatte, zeigte sich der 92-Jährige sichtlich erleichtert über den glücklichen Ausgang des Abends. Er nahm die gesamte Rettungsaktion mit Humor und bedankte sich bei den Polizisten für die unkomplizierte Hilfeleistung. Die Beamten konnten ihren Einsatz schließlich mit dem Wissen beenden, dem Motto „Freund und Helfer“ in einer eher alltäglichen, aber dennoch brenzligen Situation vollends gerecht geworden zu sein.
Der Vorfall endete ohne Sachschäden oder Verletzungen. Dank der schnellen Reaktion der Angehörigen und des vorausschauenden Equipments der Streife blieb dem Senior eine unfreiwillige Nachtwache zwischen den Neuwagen erspart. Für das Autohaus und seine Besucher dürfte der Vorfall wohl als kuriose Anekdote in die Dienstgeschichte eingehen.