Hessen: Verkehrs-Chaos vorprogrammiert? Was die Reparatur eines Schlaglochs kostet
Sonntag, 15.03.2026
von Redaktion Kinzig News
HESSEN - Um die Sicherheit auf den Landesstraßen nach einem harten Winter wiederherzustellen, hat das hessische Verkehrsministerium ein landesweites Instandsetzungsprogramm ins Leben gerufen. Mit einem Budget von rund sechs Millionen Euro sollen bis zum Sommer 2026 tausende Fahrbahnschäden beseitigt werden.
Der vergangene Winter mit seinen häufigen Frost-Tau-Wechseln hat die Infrastruktur in Hessen sichtlich gezeichnet. Wasser, das in kleinste Risse eindrang und beim Gefrieren den Asphalt aufsprengte, hinterließ ein Netz aus Schlaglöchern, die nun zügig repariert werden müssen. Verkehrsminister Kaweh Mansoori betonte den Ernst der Lage: Das Straßennetz habe stark gelitten, weshalb man jetzt gezielt investiere, um die Zuverlässigkeit für Bürger und Unternehmen zu garantieren.
Ein Schlagloch kostet etwa 500 Euro
Wie das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum mitteilt, stehen für diese Unterhaltungsmaßnahmen in diesem Jahr zusätzlich drei Millionen Euro bereit – ein deutliches Plus im Vergleich zu den Vorjahren. Diese Mittel fließen direkt in die Beseitigung der Schäden, die von den Experten der Straßenmeistereien aktuell im gesamten Landesnetz erfasst werden.
Die Bilanz der bisherigen Arbeit ist bereits beachtlich: Fast 38.000 Schäden wurden hessenweit in diesem Jahr auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen schon ausgebessert. Allein auf den Landesstraßen entfallen davon rund 25.000 Reparaturen. Dabei ist die Instandsetzung ein kostspieliges Unterfangen. Rechnet man Material, Personal und die Anfahrt zusammen, schlägt die Verfüllung eines einzelnen Schlaglochs mit Kaltmischgut mit etwa 500 Euro zu Buche.
Großbaustellen und strategische Reparaturen
Hessen Mobil-Präsident Heiko Durth erläuterte, dass die akuten Löcher zunächst provisorisch mit Kaltmischgut gesichert werden, um die Verkehrssicherheit sofort wiederherzustellen. In den kommenden Wochen folgt dann der nächste Schritt: Die Nutzung von Heißmischgut für größere, zusammenhängende Flicken. Diese Reparaturen gelten als deutlich langlebiger und können über viele Jahre den Belastungen des Verkehrs standhalten.
Neben den flächendeckenden Kleinausbesserungen sieht das Programm vier spezifische Großmaßnahmen vor, die ein Volumen von weiteren 2,5 bis 3 Millionen Euro umfassen. Diese konzentrieren sich auf besonders betroffene Abschnitte, wie etwa die L 3024 am Sandplacken (Feldberg) oder die L 3009 zwischen Langenselbold und Hüttengesäß. Auch in Schlüchtern-Wallroth (L 3292) und an der Landesgrenze zu Bayern nahe Ebersburg/Thalau (L 3258) rücken die Bautrupps für umfangreiche Sanierungen an.
Eng gesteckte Zeitplanung
Die zeitliche Planung ist dabei eng gesteckt, erfordert jedoch eine detaillierte Koordination. Da die Arbeiten mit Kommunen, Verkehrsbehörden und dem Schulbusverkehr abgestimmt werden müssen, wird sich die Umsetzung bis in den Sommer 2026 ziehen.
Bis dahin sollen alle im Rahmen dieses Sonderprogramms erfassten Schäden behoben sein, damit die Infrastruktur für die kommende Saison gerüstet ist. (red)